„Man muss standhaft bleiben – im Ring und im Betrieb“
Interview mit Theo Krechlok, Geschäftsführer der KES Krechlok Elektrosysteme GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Krechlok, Ihr Unternehmen feiert bald 30-jähriges Bestehen. Wenn man in den Rückspiegel schaut: Was waren die entscheidenden Etappen?
Theo Krechlok: Alles begann 1999 mit der Selbstständigkeit meines Vaters Gunnar Krechlok. 2011 wurde daraus die GmbH. Vor zwei Jahren haben mein Bruder und ich den Betrieb dann übernommen. Wir sind in Eberswalde verwurzelt, arbeiten aber viel in Berlin und Brandenburg. Aktuell sind wir ein Team von 15 Stammmitarbeitern, vom Meister bis zum Helfer.
Wirtschaftsforum: Sie haben eine ungewöhnliche Vita für einen Geschäftsführer im Handwerk. Sie waren erfolgreicher Boxer, sogar Weltmeister im Jugendbereich. Hilft Ihnen diese „Schule“ heute?
Theo Krechlok: Definitiv. Im Ring lernst du, am Ball zu bleiben und diszipliniert auf ein Ziel hinzuarbeiten. Das lässt sich eins zu eins auf die Geschäftsführung übertragen. Man braucht einen Plan und muss standhaft bleiben. Wenn ein Auftraggeber mal Druck macht, ist das wie in der ersten Runde eines Kampfes: Man muss einen kühlen Kopf bewahren und Lösungen finden. Mein Vater ist als Ratgeber immer noch da, wie ein Trainer in der Ringpause.
Wirtschaftsforum: Welche Akzente setzen Sie heute als junger Geschäftsführer, um den Betrieb für die Zukunft aufzustellen?
Theo Krechlok: Es geht vor allem darum, die Abläufe noch strukturierter zu gestalten. Wir haben die Professionalisierung vorangetrieben. Wir haben beispielsweise die Einsatzzeiten geschärft. Ein Thema ist die Arbeitszeit, Pünktlichkeit – wir treffen uns um sechs Uhr in der Firma. Das sorgt dafür, dass die Teams geschlossen auf die Baustelle fahren, und die Arbeit effizienter erledigt wird – was am Ende auch bedeutet, dass alle früher Feierabend haben. Wir haben monatliche Besprechungen eingeführt, wo jeder sagen kann, was gut läuft oder wo es hakt. Wir treffen klare Absprachen. All das führte schließlich dazu, dass wir unsere Baustellenabläufe weitgehend optimiert haben. Wir setzen verstärkt auf Tugenden wie Ordnung, Sauberkeit und Zuverlässigkeit.
Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihr Portfolio heute aus? Ist die Photovoltaik immer noch der große Treiber?
Theo Krechlok: Die normale Elektroinstallation in Wohn- und Gewerbebau ist mit 60 Prozent unser Hauptstandbein. Die Photovoltaik-Sparte macht etwa 40 Prozent aus. Wir installieren alles, von der kleinen 10-kW-Anlage für das Einfamilienhaus bis zu Gewerbeanlagen mit 300 kWp. Auch Ladestationen für E-Autos gehören dazu. Unser nächster großer Schritt sind Gewerbespeicher, um Kunden noch unabhängiger zu machen.
Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie auf die aktuelle Energiepolitik?
Theo Krechlok: Da wünsche ich mir deutlich mehr Klarheit. Die Politik verunsichert die Menschen. Viele Kunden wissen gar nicht mehr, ob sich eine Anlage in zehn oder zwanzig Jahren amortisiert. Ich halte es auch für falsch, nur auf eine Karte zu setzen. Wir brauchen einen vernünftigen Energiemix.
Wirtschaftsforum: Was ist für Sie das Fundament Ihres Erfolgs?
Theo Krechlok: Die Ehrlichkeit. Wir haben Kunden, die wir seit 1999 betreuen. Wenn wir einen Preis zusagen, dann steht der. Wir pflegen den Bestand, anstatt nur neuen Aufträgen hinterherzujagen. Und ganz wichtig: der familiäre Zusammenhalt. Mein Bruder Erwin, der leider viel zu früh von uns gegangen ist, hat diesen Zusammenhalt enorm geprägt. Er hat die Firma auf ein anderes Level gehoben. Heute arbeiten meine Brüder Fritz und Bruno sowie meine Schwägerin jeden Tag mit mir zusammen. Wir sind christlich erzogen worden. Diese Werte – Respekt und Liebe zum Nächsten – versuchen wir auch im Betrieb zu leben, egal wie schwierig die aktuelle Situation manchmal sein mag. Das ist mein eigentlicher Antrieb.














