Gut, wenn der Lack ab ist!

Interview mit Sören Augart, Business Development Director der ABL-TECHNIC Entlackung GmbH

Manchmal ergibt sich eine Geschäftsidee geradezu zwangsläufig oder zumindest aus naheliegenden praktischen Gründen. So war es auch bei der ABL-Technic Group: Das Unternehmen ging aus einem Malerbetrieb hervor, der im süddeutschen Raum unter anderem Fensterläden und Möbel bearbeitete.

Dass es zum Zeitpunkt der Unternehmensgründung 1973 zunächst ausschließlich um die Entlackung von Holz ging, liegt daher auf der Hand. Das hat sich im Laufe der Zeit geändert: „Die Holzentlackung ist immer weniger geworden, die Metallentlackung dafür immer mehr“, erklärt Business Development Director Sören Augart.

Heute bietet ABL-TECHNIC vor allem Metallentlackung für Automobilhersteller und -zulieferer sowie Industriebetriebe und ist in 15 Ländern mit Niederlassungen vertreten – neben Europa auch in den USA, Mexiko, Südafrika und China.

„Als ich 1986 im Unternehmen begann, steckte die Branche noch in den Kinderschuhen. Im Laufe der Jahre sind wir zum weltgrößten Lohnentlacker geworden“, berichtet Sören Augart nicht ohne Stolz. Er ist als Fachmann ein gefragter Ansprechpartner und findet die Branche, gerade weil sie so speziell ist, spannend.

Rundum-Service für den Kunden

„Die thermische Entlackung ist unser Hauptgeschäft. Dabei wird der Lack von Lackierhilfsmitteln wie Lackierkits, Gitterrosten oder Haken bei Temperaturen von 420 bis 430 Grad entlackt, die Reststoffe verascht und der Rückstand dann mit Strahlen entfernt“, erklärt Sören Augart.

Weitere Möglichkeiten, Lack zu entfernen, sind die chemische und die Laserentlackung. Rund um dieses Thema bietet das Unternehmen eine Reihe von weiteren Services. So ist zum Beispiel der Betrieb in den Niederlanden auf die Vorbehandlung von Lackieranlagen spezialisiert.

Sören Augart, Business Development Director der ABL-Technic Group
„Ressourcen- und umweltschonendes Arbeiten ist uns ganz wichtig. Wir arbeiten an einem Null-Emissionen-Werk.“ Sören AugartBusiness Development Director

Außerdem stellt ABL-TECHNIC Lackierhaken und -gestelle nach den Bedürfnissen der Kunden her und berät sie beim Bau von möglichst wirtschaftlich einzusetzenden Entlackungsboxen. Zum weiteren Angebot gehört die Entgummierung und Entfettung sowie die fach- und umweltgerechte Entsorgung von Werkstücken, Anlagenteilen oder ganzen Anlagen.

Die Logistik ist dabei kundenfreundlich: Die Ware wird auf Wunsch abgeholt und anschließend fristgerecht wieder zugestellt. Im Einzelfall wird beim Kunden direkt vor Ort gearbeitet. „Wir treten als kompetenter Partner auf und bieten den Unternehmen einen Rundum-Service bei der Entlackung“, fasst Sören Augart zusammen.

Nachhaltig, flexibel, innovativ

ABL-TECHNIC ist auf die Rückgewinnung von wichtigen Wertstoffen spezialisiert. Der Business Development Director erklärt, warum sein Geschäft im Sinne einer nachhaltigen Produktion ist: „Die verwendeten Produktionsmittel können so immer wieder den Beschichtungszyklus durchlaufen ohne beschädigt zu werden. Entlackung ist günstiger als Neuanschaffung.“

Auch im Betrieb selbst wird dem Umweltgedanken große Bedeutung beigemessen: „Ressourcen- und umweltschonendes Arbeiten ist uns ganz wichtig. Wir arbeiten an einem Null-Emissionen-Werk“, betont Sören Augart. Auch die Arbeitssicherheit wird bei ABL-TECHNIC großgeschrieben.

Die weltweite Marktführerschaft verdankt das Unternehmen nach Ansicht des Business Development Director vor allem seiner globalen Aufstellung und seiner Flexibilität: Durch die unterschiedlichen Standorte ist es in der Lage, auch große Kapazitäten abzudecken. Mit einer Ausfallstrategie ist dafür gesorgt, dass die Auftraggeber beim Ausfall einer Maschine weiter bedient werden können.

„Außerdem sind wir fast 365 Tage für unsere Kunden da, also auch in Zeiten, in denen andere Betriebe schließen.“ Nicht zuletzt hebt sich ABL-TECHNIC durch besonders hohe Qualitätsstandards ab: „Wir arbeiten international auf deutschem Niveau“, erklärt Sören Augart. Er verweist außerdem auf die ständige Weiterentwicklung, die sein Unternehmen auszeichnet: „Wir leben auch von Innovation und haben immer wieder neue Möglichkeiten und Märkte aufgetan. Wir versuchen immer Vorreiter zu sein mit dem, was wir tun.“

Ein neuer Bereich ist zum Beispiel die Kunststoffentlackung zum Recyceln von Materialien oder zur erneuten Beschichtung. Der Betrieb hat eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die Anlagen sind zum Teil selbst gebaut. Auch für die Zukunft steht Wachstum auf dem Programm: „In den nächsten Jahren wollen wir die Geschäftsaktivitäten verdoppeln.“

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