Wir geben Ihrem Produkt eine digitale Stimme

Interview mit Marco Ruffa, Marketing Manager der Temera Srl

Über die RFID- und NFC-Technologien zur digitalen Kennzeichnung der Produkte hinaus bietet das Unternehmen Manufacturing- und Logistiklösungen sowie Borderless Commerce (grenzübergreifenden Handel), wie zum Beispiel Tracking- und Tracing-Systeme.

Umfassende Lösungen

„Wir haben unser Portfolio im Laufe der Jahre konsequent ausgeweitet“, so Marketing Manager Marco Ruffa. „RFID, also die Chip-Kennzeichnung der Produkte, ist nach wie vor wichtig, vor allem im Bereich Luxuswaren gegen Schmuggel und Fälschungen. 2013/ 2014 sind wir massiv in den Bereich Supply Chain eingetreten. Seitdem bieten wir verstärkt integrierte Lösungen an. Wir beraten unsere Kunden und statten sie auch mit den entsprechenden Technologien aus. Unser Ziel ist es, Hebel für die Rückverfolgbarkeit der Produkte zu entwickeln, um so eine echte Omnichannel-Dynamik zu orchestrieren.“

Vor diesem Hintergrund hat Temera 2019 eine eigene Rückverfolgbarkeitsplattform lanciert, mit Namen Stylewhere. Auch in Bezug auf das Thema Supply Chain ist das Unternehmen im vergangenen Jahr einen weiteren Schritt gegangen.

„Wir haben heute als einziger Anbieter eine RFID-Plattform für die Bereiche Fashion und Luxus, die die ganze Supply Chain abdecken“, so Marco Ruffa. „Da wir festgestellt haben, dass die Brands auch den Bereich Nachhaltigkeit rückverfolgbar und zertifiziert haben wollen, haben wir unsere Plattform über Blockchain-Technologie ausgeweitet. Mit unserem System ‘Virgo’ kann man zum Beispiel bei einem Produkt aus Krokodilleder den gesamten Prozess vom Ei des Krokodils, das eingesammelt wird, über die Aufzucht und Schlachtung des Krokodils, über die Verarbeitung bis hin zur fertigen Handtasche verfolgen.“

Neue Branchen, neue Lösungen

Die Referenzliste des Unternehmens ist lang und international und beinhaltet Namen wie Bulgari, Ferragamo, Hugo Boss, Versace, Saint Laurent, Alexander McQueen oder Under Armour.

„Für Bulgari haben wir Handtaschen mit einem NFC-Chip ausgestattet“, erklärt Marco Ruffa. „Nähert man sich der Tasche mit dem Smartphone, bekommt man direkt Informationen über sie – das ist echtes 1:1 Marketing. Für Adidas haben wir einen Chip in die Schuhsohle der Schuhe aus der Linie Adidas Parley eingebracht. Diese Schuhe werden zum Teil aus recyceltem Kunststoff gefertigt, der aus den Ozeanen gefischt wurde.“

In der kommenden Zeit will Temera auch in neuen Branchen aktiv werden. Erste Projekte laufen bereits. „Aktuell entwickeln wir für die Lebensmitteleinzelhandelskette Esselunga ein völlig neues Ladengeschäft-Format namens ‘LaEsse’, erklärt Marco Ruffa.

„Die Läden werden als Micromärkte aufgebaut. Das Geschäft ist komplett automatisiert. Die Kunden nehmen sich die Produkte, scannen sie an der Kasse selbst und bezahlen. Das System funktioniert mit einer von uns selbst entwickelten integrativen Technologie. Es gibt kein Personal. Wir haben im Dezember 2019 das erste LaEsse-Pilotgeschäft in Mailand eröffnet und es ist ein voller Erfolg. Wir planen, in diesem Jahr noch weitere Länden mit diesem Konzept zu eröffnen.“

Im Bereich der Pharmazie fokussiert Temera die Digitalisierung der Beipackzettel von Medikamenten mit NFC-Technologie. Für einen Kunden der Getränkeindustrie arbeitet das Unternehmen aktuell an einem Projekt zur Zertifizierung eines Spitzenweines.

„Hier geht es um den Spitzenrotwein ‘Sassicaia’ erklärt Marco Ruffa. „Hier wird viel gefälscht. Die Flaschen werden geleert und mit einem billigen Wein gefüllt. Mit unseren Tags oder Chips, die wir Tamperproof nennen, lässt sich feststellen, ob es sich um eine Originalflasche und Originalinhalt handelt und ob diese schon einmal geöffnet oder noch originalverschlossen ist.“

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