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Einkaufserlebnisse schaffen

Portrait

WF: Herr Schweitzer, was genau ist Ihre Spezialität?

Bernhard Schweitzer: Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette im Ladenbau ab, vom Design und der Konzeption über den Bau der Elemente bis hin zur Installation. Dabei sind wir sowohl für große internationale Ketten, die das Bedürfnis eines einheitlichen Images haben, als auch für kleine individuelle Unternehmen, die ein Cocooning brauchen, tätig. Wir bieten Lösungen für den Einzelhandel, den Lebensmittelbereich, den Textilbereich und auch für den Haushaltswarenbereich an. Wir haben langjährige Erfahrung im Ladenbau und kennen die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden genau.

WF: Wie sieht denn heute ein erfolgreiches Ladenbaukonzept aus?

Bernhard Schweitzer: In der heutigen Zeit, in der das Online-Shopping immer bedeutender wird, ist es wichtig, das Einkaufen für die Kunden im stationären Handel zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Um den Konsumenten ein Einkaufserlebnis zu vermitteln, spielt vor allem die Architektur der Ladenlokale eine große Rolle. Wir verspüren eine verstärkte Nachfrage an hochwertigen Materialien. Der Kunde soll sich heimisch fühlen, dazu sollte es gemütlich sein. Auch soll er schnell seine Ware finden. Um beide Aspekte miteinander zu vereinen, erarbeiten wir die passenden Konzepte.

WF: Hat der stationäre Handel gegen den Onlinehandel in Zukunft überhaupt eine Chance?

Bernhard Schweitzer: Das Online-Shopping wird heute wichtiger und wichtiger. Immer mehr Kunden kaufen online ein, gerade, wenn es um Alltagsbedarf geht. Daher wird oft nur dann in einem Ladenlokal eingekauft, wenn sich die Menschen etwas Besonderes gönnen wollen. Um dieses Gefühl zu verstärken und auch ein Erlebnis beim Einkaufen zu schaffen, müssen die Ladenlokale entsprechend gestaltet werden. Außerdem gewinnt eine Verbindung und Kombination aus dem Online-Einkauf und dem physischen Einkauf immer mehr an Bedeutung. Dafür müssen wir auch neue Lösungen schaffen. Für den Kunden spielt es keine Rolle, ob er im Internet bestellt und die Ware dann im Laden abholt oder ob er die Sachen im Laden probiert und dann im Internet bestellt. Die Hemmschwellen zwischen dem Internet und dem stationären Handel werden kleiner und müssen auch im Ladenlokal verschwinden. Bereits heute wird der Umsatz eines Ladenlokals teilweise nicht mehr ausschließlich über die vertriebenen Waren in diesem Shop berechnet, sondern das Onlinebusiness zählt bereits dazu. Mit den richtigen Lösungen bietet der Onlinehandel sogar eine Chance, die Umsätze auch im Ladenlokal wieder zu steigern. Wir arbeiten an innovativen Konzepten, um unseren Kunden einen Mehrwert anbieten zu können.

WF: Wie gehen sie mit den unterschiedlichen Bedürfnissen von internationalen Ketten und individuellen Unternehmen um?

Bernhard Schweitzer: Wir richten uns da ganz nach den Anforderungen unserer Kunden. Es gab in der Vergangenheit einen deutlichen Trend zur Konzentration. Es gibt mehr und mehr Ketten und weniger individuelle Einzelhändler. Die Ketten haben zum einen das Bedürfnis, sich identisch darzustellen und einen Wiedererkennungseffekt zu generieren. Dies steigert auch die Effizienz innerhalb der Läden. Außerdem sollen die Werte der Marke deutlich gezeigt werden. Auf der anderen Seite sollte auch eine lokale Identität widergespiegelt werden. Deshalb berücksichtigen wir bei der Planung auch typische Landes- oder Regionseigenheiten, die den Erlebnisfaktor erhöhen und Erinnerungen schaffen. Bei der Gestaltung von individuellen Geschäften sind wir natürlich viel freier und können noch einmal ganz anders auf die jeweiligen Bedürfnisse der Unternehmen eingehen. Die Branche spielt dabei keine große Rolle. Unsere langjährige Erfahrung hilft uns dabei, genau die Lösung zu entwickeln, die der Kunde braucht.

WF: Seit wann gibt es die Schweitzer Project AG?

Bernhard Schweitzer: Die Schweitzer Project AG in ihrer heutigen Form existiert seit 1972. Die Wurzeln unseres Familienbetriebes gehen jedoch bis in das Jahr 1927 zurück. Damals gründete mein Großvater in Südtirol die Schweitzer Mercantile, die 1934 mit dem Handel von Kühlschränken begann. Mein Vater, Norbert Schweitzer, trat 1957 in unseren Familienbetrieb ein, errichtete das Unternehmen in der heutigen Form und begann mit der Errichtung von Ladenlokalen. Mein Vater war es auch, der das internationale Geschäft aufgebaut hat, und 1985 wurde das erste Kaufhaus in Saudi Arabien gebaut. Ich bin seit 1996 dabei und habe unser Exportgeschäft noch weiter ausgebaut. 2006 haben wir unser erstes Büro in Moskau eröffnet, im Laufe der Jahre sind wir international immer weiter gewachsen. Wir sind heute auf der ganzen Welt präsent, von Neuseeland über Japan und Europa bis hin zu Nordafrika und Asien. Insgesamt haben wir Niederlassungen in 23 Ländern rund um den Globus, unter anderem in Basel, London, Mailand, Hongkong, Paris, San Francisco, Zürich und Düsseldorf. Insgesamt beschäftigen wir über 850 Mitarbeiter und realisieren einen jährlichen Umsatz von etwa 180 Millionen EUR. In Europa, in Polen, Ungarn und Italien, erfolgt die Produktion der Holzarbeiten, Metallelemente, Kühleinheiten und Möbel. In Europa übernehmen wir auch die Installation mit eigenen Mitarbeitern, im fernen Ausland sind es meist unsere Vorarbeiter, die jedoch lokale Kräfte anheuern.

WF: Was sind Ihre besonderen Stärken, mit denen Sie sich vom Wettbewerb abheben?

Bernhard Schweitzer: Unsere zentrale Lage in Südtirol, und das sowohl in geografischer als auch in kultureller Hinsicht. Die Verbindung zwischen Italien und Österreich ist omnipräsent und wir vereinen die besten Eigenschaften beider Länder. Dies wollen wir auch weiterhin in den Vordergrund stellen. Außerdem können wir alles aus einer Hand anbieten, da wir die gesamte Wertschöpfungskette innerhalb unserer Unternehmensgruppe selbst abdecken. Wir haben sehr gute Referenzen und sind in der ganzen Welt präsent.

WF: Können sie ein paar Referenzen nennen?

Bernhard Schweitzer: Unser Spezialgebiet sind die Bereiche Lebensmittel, Textilien und Küchenbedarf. Wir haben einen großen Kundenstamm. Dazu gehören unter anderem H&M, Nespresso, Giorgio Armani, Victoria Secret, Rewe, Edeka, Jelmoli, Benetton, Carrefour, Loacker oder die Post. Wir konzentrieren uns vor allem auf die Betreuung unserer Stammkunden und wollen diese in neue Projekte begleiten.

WF: Und wo sehen Sie ihr Unternehmen in der Zukunft?

Bernhard Schweitzer: In den vergangenen sechs bis sieben Jahren haben wir unseren Umsatz verdoppelt. Dies soll auch so weitergehen. Unsere Konzepte werden sich weiter an den Verhaltensmustern der Konsumenten ausrichten. Wir wollen Emotionen schaffen und stellen uns selber stetig infrage. Es stellen sich immer neue Herausforderungen für uns dar, denen wir uns aber gerne stellen. Ganz nach unserem Motto ‘Die Freude am Tun!’

WF: Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen noch viel Erfolg für die Zukunft.

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