Wo Kunststoff Emotionen weckt

Interview mit Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Schäfer Kunststofftechnik GmbH

Die Tradition als Familienunternehmen, das sich der Präzision in Kunststoff verschrieben hat, ist für Joachim Schäfer mehr als nur ein Eintrag im Jahrbuch. Es ist ein gelebtes Bekenntnis zur Kontinuität.

„Mein Vater Günter Schäfer hat die Firma 1963 gegründet, wohlgemerkt in seinem Keller,“ erläutert Joachim Schäfer. „Er hat mit Behältern für die Druckindustrie begonnen. Früher wurden für die Belichtung und Säuren verbleite Holzbehälter benutzt. Er begann, mit Kunststoff zu arbeiten. So kamen wir in die Medizintechnik, wir entwickelten ein Einrichtungsprogramm für Ärzte und Labore. Mein Onkel Arno Schäfer hat das vorangetrieben. Innerhalb der letzten 40 Jahre ist das Unternehmen mit der Produktion von technischen Teilen für Maschinenbau und technischen Teilen kontinuierlich gewachsen.“

Erfahrung und Kompetenz 

Daran hat nicht zuletzt Joachim Schäfer seinen Anteil. Er selbst ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Kind im Geiste des Unternehmens. „Ich bin in diesem Umfeld groß geworden und eigentlich seit den 1990er-Jahren vor Ort dabei. Ich habe meine Kenntnisse und Fähigkeiten im technischen Bereich eingebracht. Damit ist uns als Firma der Sprung in den Maschinenbau gelungen. Wir haben als Systempartner Produktionsmaschinen für CDs und DVDs hergestellt. Dadurch hat sich das Unternehmen toll entwickelt. Ich habe dann 2006 die Firma verlassen.“

Seine Abwesenheit war aber nur eine temporäre, denn Joachim Schäfer kehrte als Geschäftsführer und Eigentümer an seinen angestammten Platz zurück. „Ich habe Ende 2014 den Schalter von Geld auf Liebe umgestellt“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Wobei sich Liebe natürlich perfekt mit Leidenschaft verbinden lässt. Das spiegelt sich nicht zuletzt im Motto von Schäfer Kunststofftechnik wider: ‘Kunststoff in vollendeter Form’

Joachim Schäfer
„Kunststoff kann sich den besten Verarbeiter nicht aussuchen – unsere Kunden schon!“ Joachim SchäferGeschäftsführer

Joachim Schäfer setzt bei der weiteren Entwicklung des Unternehmens auf ein klares Profil. Dabei geht es neben Emotionen besonders um die eingangs erwähnte Kreativität. „Kunststoff und Plexiglas kann jeder verarbeiten. Wir aber können viel mehr. Wir treten seit 2014 als Systempartner für unsere Kunden auf und setzen deren Ideen ganz individuell um“, hebt der Geschäftsführer einen wichtigen Erfolgsfaktor hervor. „Wenn es zum Beispiel um ein neues Produkt eines Kunden geht, bringen wir unsere Erfahrung von Beginn an mit ein. Konkret bedeutet das, dass wir auch an der Entwicklung beteiligt sind. Fakt ist: Projekte, bei denen wir von Anfang an involviert sind, schließen wir besonders erfolgreich ab. Diesen Weg gehen wir als einziges Unternehmen in Deutschland!“

Dass dieses Konzept Früchte trägt, machen nicht zuletzt die aktuellen Zahlen von Schäfer Kunststofftechnik deutlich. So verzeichnete das Unternehmen jüngst einen Jahresumsatz von 10,5 Millionen EUR, der mit 85 Mitarbeitern erwirtschaftet wurde.

Joachim Schäfer ist stolz auf das Erreichte: „In unserem Bereich gehören wir von der Tonnage her zu den fünf größten Verarbeitern in der Bundesrepublik, auch in Europa sind wir einer der größten. Folglich können wir uns zurecht als innovativer Marktführer bezeichnen.“

Impulse für die Zukunft 

Auf den bisher erreichten Zielen ausruhen, möchte sich Joachim Schäfer aber nicht. Schließlich hat er eine Vision für das Unternehmen, die er in Zukunft umsetzen möchte: „Ich habe mich mit der Planung für die nächsten Jahre beschäftigt und da gibt es einen Schritt, den ich unbedingt gehen möchte. Wir haben ganz tolle Partnerschaften aufgebaut, die mit einer ausgesprochenen Vertrauensbasis einhergehen. Dieses Potenzial können wir nutzen und den Wandel vom System- hin zum Vertrauenspartner vollziehen. Schließlich steht der Mensch immer im Vordergrund.“

Auch intern stehen weitere Veränderungen an. So soll bis zur Mitte 2017 die ‘schäfer vollendet-Academy’ entstehen und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Über eine eigens entwickelte Produktionsapp sollen künftig die Abläufe und Tätigkeiten des Kunststoffspezialisten visualisiert werden.

Joachim Schäfer ist visionär: „Ich strebe ein komplett hierarchieloses Unternehmen an.“ Die Möglichkeiten des Marktes hierzulande bewertet Joachim Schäfer optimistisch: „Es gibt in Deutschland noch viel Potenzial. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass neue Produkte oder sogar Branchen entstehen, die für uns interessant sind.“ Bis dahin wird Joachim Schäfer weiter seiner Leidenschaft nachkommen – Kunststoff in Form zu vollenden.

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