Aus Liebe zum Ziegel

Interview mit Markus Pichler, Geschäftsführer der redbloc Ziegelfertigteilsysteme Gesellschaft m.b.H.

Als Markus Pichler den Familienbetrieb 1992 in siebter Generation übernahm, ging er direkt neue Wege. „In meinen Adern fließt Lehmsuppe“, meint er. „Ich bin ein begeisterter Ziegler, also habe ich mir überlegt, wie ich das Produkt weiterbringen kann.“

Daher baute er 1994 ein komplett neues Werk und begann 1996, die Grundlage für die Klebetechnologie und Planziegeln zu legen. Daraus entstand schließlich die Idee, Ziegelfertigungssysteme zu entwickeln. „Hersteller anderer Baustoffe haben sich schon früh etwas Innovatives zum Thema Fertigbauweise einfallen lassen“, stellt Markus Pichler fest. „In der Ziegelbranche hat man sich eher zurückgehalten, aber ich finde, das war ein Fehler.“

Ein innovatives System 

Markus Pichler entwickelte hingegen einen vollautomatisierten Prozess für die Produktion von Ein- oder Mehrfamilienhäusern sowie für den Gewerbebau und Apartmenthäuser.

„Wir beginnen mit den Plänen der Architekten oder Baufirmen, integrieren sie in das System und fertigen nach genauen Daten“, erläutert der Geschäftsführer. „Von der Fertigung bis zur Lieferung brauchen wir eine Stunde, es werden fast keine Lagerkapazitäten oder Trocknungszeiten benötigt. Das ermöglicht die Produktion just in time.“

Das System ist in einen durchdachten Produktions- und Lieferungsprozess eingebunden und bietet viele Vorteile bezüglich Zeit und Kosten, sowohl im Hinblick auf die Anlagen, als auch bei der Herstellung des Wandelements. Und da das System flexibel ist, lässt es sich nicht nur auf Kundenwünsche, sondern auch auf regionale Vorschriften anpassen. So haben die Fertigteile eine Wandstärke von 10 bis 50 cm in Österreich, in Deutschland sind es zwischen 11,5 und 49,5 cm.

Das System funktioniert mit jedem soliden Baustoff Ein Geschoss samt Decke kann innerhalb eines Tages fertiggestellt werden

Schnell, gut und günstig 

„Die Zwischenwände werden genauso produziert wie die Außenwände“, verrät Markus Pichler. „Wir liefern eine rohe Ziegelwand, nicht verputzt, aber Ausschnitte für Elektrik- oder Wasserinstallationen können eingearbeitet werden. Putzfertige Giebelwände werden ebenfalls fix und fertig geliefert.“

Die Vorteile gegenüber der Holzbauweise sind zahlreich. Statt eines Leichtbaus mit Dämmstoffen und Plastikschichten erhält der Kunde alle Vorzüge eines massiven Baustoffs.

„Wir sind auf diesem Gebiet ein Pionier“, betont Markus Pichler. „Wir haben viel Geld in die Sache hineingesteckt und wollen unsere Marktposition weiter ausbauen.“

Zurzeit werden 20 bis 25 Millionen EUR durch den Export umgesetzt, der über Lizenznehmer in Belgien, Russland, Deutschland und der Schweiz gesteuert wird. Dort wird das System produziert und dann international vermarktet.

In bewährter Tradition 

„Wir wollen weiter die Märkte erobern“, stellt Markus Pichler klar. „Mein Wunschziel ist, dass quasi eine redbloc-Familie entsteht und sich das weiter multipliziert. Aber das Produkt Ziegel an sich und dessen Weiterentwicklung, das ist unser Hauptziel.“

Die Liebe zum Ziegel liegt eben in der Familie. Auch die Tochter von Markus Pichler ist bereits Anteilseignerin im Unternehmen, und sein Sohn soll in zwei Jahren, wenn er sein Studium beendet hat, in die Firma hineinwachsen, die heute 80 Mitarbeiter beschäftigt.

„Das sind alles motivierte Leute, die alle an einem Strang ziehen“, versichert Markus Pichler. „Ich arbeite mit Menschen, die meine Wertvorstellungen auch umsetzen, und für Kunden, mit denen meine Firma schon über Jahrzehnte hinweg eng verbunden ist. Da habe ich richtig Glück.“

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