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Innovative Lösungen für Profilsysteme

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Wirtschaftsforum: Bitte geben Sie uns einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungsstationen in der Geschichte des Unternehmens.

Torsten Knuth:Primo wurde im Jahr 1959 gegründet und hat sich von Beginn an auf die Kunststoffextrusion konzentriert. Alles begann auf dem Land, unweit der schönen Ferienregionen an der dänischen Westküste. Primo hat sich als Hersteller von Kunststofffensterprofilen für den skandinavischen Markt schnell etabliert. Heute beschäftigt die Primo-Gruppe mehr als 800 Mitarbeiter an 14 Standorten in 8 Ländern. In Deutschland produziert Primo seit 1990 an zwei, seit 2004 an drei Standorten und beschäftigt insgesamt 125 Mitarbeiter. Der frühere CEO Fleming Grunnet übernahm im Jahr 1977 die Leitung von seinem Vater, dem Firmengründer, und ist heute Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft Inter Primo. Als neuer CEO ist Claus Tønnesen seit Februar 2012 aktiv und bringt seine langjährige Erfahrung im Kunststoffsektor für das Wachstum der Gruppe ein.

Wirtschaftsforum: Bitte stellen Sie Ihr heutiges Leistungsspektrum im Überblick dar. Was ist das Hauptstandbein des Unternehmens? Gibt es Neuheiten?

Torsten Knuth: Primo versteht sich als Entwicklungspartner für nachhaltige, qualitativ hochwertige und innovative Lösungen für Profilsysteme aus Kunststoff. Wir verarbeiten nahezu alle thermoplastischen, also im warmen Zustand verformbare Werkstoffe im Verfahren der Extrusion. Ein Extruder funktioniert im Prinzip wie ein Fleischwolf. Auf unseren vielen unterschiedlichen Anlagen können wir winzige Profile mit einem Gramm /m sowie Profile mit über 5 kg /m Gewicht herstellen. Besonders stolz sind wir auf unsere innovativen Verbundwerkstoffe wie z.B. RigiCore® und FiberCore®. Bei FiberCore® ersetzen z.B. nachwachsende Fasern zu einem Anteil das Thermoplast und reduzieren so den Bedarf an fossilen Rohstoffen. Daneben substituieren wir mit Werkstoffen wie RigiCore® zum Beispiel massive Aluminiumprofile, für deren Herstellung ja Unmengen an Energie benötigt werden. Außerdem erreichen wir mit diesen Werkstoffen sehr gute Isolationswerte und können Wärmebrücken vermeiden. Hierdurch kann beim Einsatz solcher Hochleistungswerkstoffe zum Beispiel als Fensterrahmenprofil viel Heizenergie gespart werden. Die Kernkompetenzen der drei deutschen Werke liegen im Bereich der Verarbeitung von hartem und weichem PVC, Polypropylen und termoplastischen Elastomeren. Hervorzuheben ist unsere große Kompetenz in der Ein- und Mehrfachextrusion von transparenten und eingefärbten Polycarbonaten. Außerdem ist Primo marktführend in der Herstellung von Spezialprofilen für die Klima- und Lüftungstechnik.

Wirtschaftsforum: In welchen Bereichen werden Ihre Produkte und Leistungen angewendet?

Torsten Knuth: Primo liefert Profillösungen für nahezu alle Branchen. Als führender Spezialist und zuverlässiger Partner der Industrie entwickeln wir im Dialog mit unseren Kunden Systeme beispielsweise in den Bereichen Fenster und Türen, Transport, Anlagen- und Maschinenbau, Energie, Möbel, Schifffahrt, Medizintechnik, Beleuchtung, Offshore und Hausgeräte. Insbesondere die Substitution von metallischen Werkstoffen oder von Naturkautschuk durch High-tech-Kunststoffe gewinnt immer größere Bedeutung. Auch im Baumarkt finden Sie Primo-Produkte wie zum Beispiel Dichtungen für Türen oder geschäumte Leisten. In Deutschland produzieren wir überwiegend harte und flexible Profile für die Fenster-, Tür- und Torindustrie, den Innenausbau sowie für Hersteller von Leuchten und Großklimaanlagen. Auch im Bereich der Werbung und im Schwimmbadbau finden unsere Produkte Anwendung. Natürlich sind wir stark daran interessiert, unsere Kompetenzen auf weitere Branchen anzuwenden und freuen uns daher über jede neue Kundenanfrage.

Wirtschaftsforum: Welche Marketing-/ Distributionskanäle nutzen Sie (eigener Außendienst, Messen, Allianzen und Kooperationen)?

Torsten Knuth: Selbstverständlich sind wir mit unseren Standardprodukten auf den einschlägigen Messen wie zuletzt der Fensterbau Nürnberg vertreten. Es gibt auch lokale Kooperationen und Allianzen wie beispielsweise mit der „Danish Plastics Federation“. Primär setzen wir allerdings auf den persönlichen Kontakt zwischen unseren hoch qualifizierten Außendienstmitarbeitern und unseren Kunden. Nur so bekommen wir ein gutes Gefühl für aktuelle Entwicklungen am Markt. Außerdem ist uns das direkte Feedback unserer Kunden sehr wichtig, um laufend noch besser zu werden. In vielen Bereichen wie bei stromführenden Profilsystemen oder im Bereich Medizin ist ein umfangreiches Spezialwissen erforderlich, welches unsere Experten natürlich mitbringen. Durch unser stetiges Wachstum bedingt suchen wir auch immer nach neuen branchenerfahrenen Mitarbeitern und freuen uns über jede initiative Bewerbung.

Wirtschaftsforum: Sind Sie international aktiv? Welche Länder sind für Sie die wichtigsten Exportländer? Wie hoch ist der Exportanteil am Gesamtumsatz (in Prozent)? Welche Handelskanäle nutzen Sie im Ausland?

Torsten Knuth: Ja, Primo ist international stark aktiv. Wie bereits erwähnt, produzieren wir an 14 Standorten in 8 Ländern und verkaufen unsere Produkte in über 20 Länder. Ganz klar produzieren die einzelnen Werke überwiegend für den lokalen Markt. Wir wollen ja auch nicht die Umwelt durch übermäßig weite Transporte belasten. Durch die unterschiedlichen Kernkompetenzen in den Werken ergibt sich natürlich auch ein reger interner Austausch, der als Export gewertet werden kann. So exportieren beispielsweise unsere deutschen Werke viele Dichtungen für Fenster nach Skandinavien oder transparente Abdeckungen für Leuchten nach Russland. Gleichermaßen ist Deutschland ein großer Exportmarkt für unsere Werke in Dänemark. Die Primo-Kernmärkte befinden sich innerhalb der EU. Außerhalb der EU gibt es für Primo in Asien und Amerika umfangreiche Wachstumsmärkte, die wir nach Möglichkeit mit eigenen Außendienstmitarbeitern erschließen. Die meisten der von Primo hergestellten Profile werden, im Produkt unseres Kunden eingebaut, weltweit eingesetzt.

Wirtschaftsforum: Auf den Punkt gebracht: Was unterscheidet Ihr Unternehmen von Wettbewerbern? Was sind Ihre individuellen Erfolgsfaktoren?

Torsten Knuth: Als mittelständisches familiengeführtes Unternehmen sind unsere hoch motivierten und kreativen Mitarbeiter der größte Erfolgsfaktor. Durch flexible Strukturen und unseren eigenen Werkzeug- und Prototypenbau ist Primo in der Lage, sehr direkt auf Anfragen zu reagieren. Wir sind, einfach gesagt, schneller und oftmals unkomplizierter als unsere Mitbewerber. Dies selbstverständlich bei höchster Qualität der Produkte und der Anfragenbearbeitung. Dabei bieten wir unseren Kunden in vollem Umfang die Sicherheit eines finanziell unabhängigen Konzerns. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass wir uns nicht für perfekt halten. In unserem Geschäft lernen wir jeden Tag etwas Neues hinzu und entwickeln uns im Dialog mit unseren Kunden weiter. Einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung unserer Mitarbeiter leistet auch die Primo-Akademie.

Wirtschaftsforum: Wie wird sich der Markt in den nächsten Jahren entwickeln? Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren? Welche Faktoren sind wichtig für die Entwicklung Ihres Unternehmens? Gibt es aktuelle Zukunftsprojekte oder Neuentwicklungen?

Torsten Knuth: Primo setzt voll auf Innovation und nachhaltiges Wachstum. Im schon jetzt weitgehend gesättigten Bereich der Verarbeitung von „traditionellen Werkstoffen“ wie zum Beispiel PVC erwarten wir absehbar einen eher rückläufigen Preis- und Verdrängungswettbewerb. Daher setzen wir schon heute voll auf neue Werkstoffe wie FiberCore® und RigiCore®. Dies zum Beispiel mit dem Ziel der Substitution von metallischen Werkstoffen. Auch im Bereich der Konfektion der extrudierten Profile investiert Primo. Wir haben beispielsweise eine erste vollautomatische Roboter-Konfektion in unserem Werk in Dänemark in Betrieb genommen. Mit diesem neuen Know-how können wir zukünftig den Wünschen unserer Kunden zur umfangreichen Nachbearbeitung der extrudierten Profile noch viel besser und flexibler nachkommen. Wir bieten unseren Kunden auch Anlagen für die Weiterverarbeitung der Profile z.B. Schweißanlagen an. Natürlich schulen wir das Personal unserer Kunden im Gebrauch dieser Anlagen. In den nächsten zehn Jahren wollen wir den Umsatz der Gruppe verdoppeln und die Marke Primo als weltweit bekannter Hersteller von innovativen, kreativen und umweltgerechten Profilsystemen aus nachhaltigen High-tech-Kunststoffen weiter stärken. Der wichtigste Erfolgsfaktor sind hier natürlich unsere Kunden. Zum einen die zufriedenen Bestandskunden, die sich bei neuen Projekten immer wieder für Primo als Entwicklungspartner entscheiden und natürlich viele neue Kunden, die wir auf Basis unserer stetig wachsenden Kompetenzen gewinnen.

Wirtschaftsforum: Gerne können Sie weitere Aspekte hinzufügen, die Ihnen wichtig sind!

Torsten Knuth: Primo bittet alle Leser dieses Interviews, die Fragen zur Extrusion oder Ideen für Neuentwicklungen haben, sich bei uns zu melden. Unser Vertriebsteam steht jederzeit für ein persönliches Gespräch bereit. Vielen Dank für Ihr Interesse an Primo.

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