Selbsternte mit Spaßfaktor: der Ausflugstipp

Interview mit Thomas Hofreiter, Geschäftsführer der Münchner Beeren GmbH

Als alter Familienbetrieb kann die Münchner Beeren GmbH auf eine stolze Tradition zurückblicken. Bereits 1889 nahm die Familie Hofreiter in Hirschkofen die landwirtschaftliche Produktion auf. „Die Idee, Erdbeeren zum Selberpflücken anzubauen, hatte mein Großvater Josef 1976“, berichtet Thomas Hofreiter. „Mittlerweile hat sich diese Idee in ganz Europa durchgesetzt.“

Die Beerenfelder wurden vom ältesten Sohn Josef und seiner Frau Maria übernommen und weiter ausgebaut, mittlerweile arbeitet die 3. Generation im Betrieb. Der ‘Beerenhof Hofreiter’ beschäftigt in der Saison 180 Mitarbeiter.

Einstieg in die Gastronomie

Seit der Anpflanzung jenes ersten Erdbeerfeldes in den 1970er-Jahren hat der ‘Beerenhof Hofreiter’ eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung erfahren, geprägt durch den Fleiß und die Einsatzfreude seiner Inhaber. Den Erdbeerfeldern wurden Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und andere Sorten hinzugefügt, das erste Maislabyrinth wurde bereits 1998 in Lochhausen als Attraktion für Besucher eröffnet.

Im Jahre 2006 eröffnete Monika Hofreiter das erste BeerenCafé, der Einstieg in die Gastronomie war gemacht. Zwei Jahre später folgte das BeerenCafé in Johanneskirchen, 2012 ein weiteres in Feldmoching. Im gleichen Jahr übernahm Thomas Hofreiter Teile des Betriebs, 2014 traten auch seine Schwester Stefanie und seine Frau Karin ins Familienunternehmen ein. Im Jahre 2016 schließlich erfolgte die offizielle Übergabe der Geschäftsleitung an die ‘junge Generation’ der Münchner Beeren GmbH.

Strukturiert und effizient

Seither ist der ‘Beerenhof Hofreiter’ weitergewachsen. Tunnel und Gewächshäuser für den Anbau von Gemüse sind hinzugekommen, Kirsch- und Apfelplantagen sind entstanden, und in Lochhausen haben sogar die ersten Spargelernten stattgefunden.

„Zu unseren Leistungen gehört auch die Bioproduktion von Hafer und Mais sowie die Erzeugung von Bioenergie in Biogasanlagen“, fügt Thomas Hofreiter hinzu. „Insgesamt verfügt die Münchner Beeren GmbH über verschiedene Standbeine und hat eine solide Basis. Wir sind ein echtes Familienunternehmen, in dem meine Eltern, Ehefrau, Schwestern und weitere Familienmitglieder mitarbeiten. Ich bin für die Leitung insgesamt verantwortlich und habe den Betrieb weiter strukturiert. Verwaltung, Buchhaltung, Einkauf, alles ist inzwischen digitalisiert. Unser Bestreben ist es, möglichst alle Prozesse ökologischer und effizienter zu machen, zum Beispiel beim Anbau Wasser zu sparen durch sparsame Beregnungsanlagen.“

Ausflugsort für Familien

Seit der Coronakrise haben Freizeit und Urlaub im eigenen Land stark an Bedeutung gewonnen – nicht nur aus Kostengründen. Viele Menschen haben das Bedürfnis nach mehr Naturnähe, authentischen Erlebnissen und echten Begegnungen. Bauernhofbetriebe mit ihren besonderen Stärken haben darauf eine gute Antwort: Sie bieten klare Abläufe und Strukturen, viel Raum, Ruhe und den direkten Bezug zur Natur.

Das herzliche Willkommen der Gastgeberfamilie tut ein Übriges. So legt der junge Geschäftsführer der Münchner Beeren GmbH den Fokus der Entwicklung vermehrt auf den Freizeitbereich. „Wir möchten zum attraktiven Ausflugsort werden“, bestätigt er. „Unser Zielpublikum sind vor allem Familien mit Kindern. Unsere BeerenCafés auf dem freien Feld sind derzeit vier bis fünf Monate im Jahr geöffnet und bieten Wasserspielplätze, Schaukeln, Rutschen, Mais- und Strohlabyrinthe – sind also ideal für einen schönen Tagesausflug mit der ganzen Familie.“

Vertrauensvolles Miteinander

Mit der Erzeugung erneuerbarer Energie, mit Beeren-, Obst- und Gemüseplantagen und mit gastronomischen Betrieben gehören zur Münchner Beeren GmbH verschiedene zukunftsträchtige Betriebszweige und Ideen. „Auch uns stellt der Fachkräftemangel vor Herausforderungen“, räumt Thomas Hofreiter ein. „Wir bilden aber selbst aus und sind auch in diesem Bereich recht gut aufgestellt. Die geringe Fluktuation spricht dafür, dass sich die Mitarbeiter bei uns wohlfühlen. Wir versuchen füreinander da zu sein, auch wenn es private Probleme gibt, und einander zu helfen. Der ‘Beerenhof Hofreiter’ wird von christlichen Werten getragen. Ehrlichkeit ist ein Muss und die Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander. Wir möchten jedem einen sicheren Ort bieten. Einen Großteil meiner Tätigkeit macht die Mitarbeiterbetreuung aus.“

Freizeithof für Familien

Einen Freizeithof für Familien zu betreiben ist das Ziel, das der engagierte Geschäftsführer des ‘Beerenhofs’ anvisiert. „Mir macht es Freude mit Menschen zu arbeiten, die begeistert sind und die ich begeistern kann“, fügt Thomas Hofreiter hinzu. „Ich wünsche mir, dass unsere Unternehmenskultur von unseren Mitarbeitern gelebt wird und wir unsere Produkte und Dienstleistungen voll einbringen können. So hat der Gast die Möglichkeit, ursprüngliche, kreative und gesunde Lebensmittel der heimischen Landwirtschaft zu erleben und zu genießen. Im familiären Rahmen kann er sich wohlfühlen und entspannt seine Freizeit verbringen.“

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