Anthrazitkohleveredler mit Zukunft

Interview

KCP ist auf die Verarbeitung und Produktion von Blaskohle, Anthrazitkohle, Trockenkoks und Legierungskohle spezialisiert. „Unsere Produkte werden in der Stahlherstellung, für die Stahlveredelung und verschiedene Industrieprozesse und in der Chemieindustrie eingesetzt“, erklärt Rainer Kehrbaum, der den erfolgreichen Spezialbetrieb als Geschäftsführender Gesellschafter zusammen mit seiner Frau Angelika führt. Rainer Kehrbaum kennt die Branche aus dem Effeff: Ursprünglich aus Essen stammend, hat der Diplom-Ingenieur für Aufbereitungstechnik früher selbst unter Tage gearbeitet.

Produktion auch nach 2018

KCP wurde 1992 in Ibbenbüren gegründet und hat 2003 begonnen, den Betrieb vom reinen Handel auf eigene Produktion umzustellen. Kurz danach wurde im Hafen von Ladbergen eine Anlage für die Herstellung von Prozesskohlenstoffen für den Einsatz in der Industrie errichtet. 2012 folgte ein weiteres, modernes Werk für die Aufbereitung von Anthrazitkohle für den Wärmemarkt.

Heute erwirtschaftet KCP mit 35 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 15 Millionen EUR. Dank eines eigenen Fuhrparks, bestehend aus Silo-, Kipper-, Walking-Floor- sowie Stückgut-Lkw und einer engen Zusammenarbeit mit Partnern, darunter aus der Binnenschifffahrt, ist eine effiziente, flexible Logistik sichergestellt.

„Es gibt wohl kein anderes Unternehmen in dieser Branche in Deutschland, das ähnlich aufgestellt ist wie wir“, sagt Rainer Kehrbaum. Der erfahrene Unternehmer setzt darauf, dass auch nach dem Ende der Kohleförderung in Deutschland ein nicht unerheblicher Bedarf für Anthrazitkohle bestehen wird.

Rainer Kehrbaum Geschäftsführender Gesellschafter
„Es gibt wohl kein anderes Unternehmen in Deutschland, das ähnlich aufgestellt ist wie wir.“ Rainer KehrbaumGeschäftsführender Gesellschafter

„Im Jahre 2018 ist mit dem Bergbau in Deutschland Schluss“, so Rainer Kehrbaum. „Wir wollen aber auch danach den Wärmemarkt weiter versorgen. Der Bedarf liegt zwischen 200.000 und 300.000 t, allein in Deutschland. Daneben gibt es nach wie vor einen sehr großen Markt für den Haus- und Kleinverbrauch, welcher jedoch Premiumqualität erfordert. Deshalb haben wir uns beim Bau unserer Aufbereitungsanlagen an die Qualität der RAG AG angelehnt.“

Nachfolge bereits geregelt

KCP liefert hochwertige Blaskohle, Anthrazitkohle, Trockenkoks und Legierungskohle. „Blaskohle ist unser Schwerpunkt und dient als Prozesskohlenstoff für die Stahlerzeugung“, erläutert Rainer Kehrbaum. Der Exportanteil liegt derzeit bei 25%; Hauptauslandsmärkte sind die Benelux-Staaten, die Schweiz, Österreich und die Balkan-Staaten.

Vom Wettbewerb setzt sich KCP durch die großen Produktionsvolumina, die kundenspezifische Aufbereitung und die Nutzung umweltfreundlicher Technik ab. So verwendet man in Ladbergen leistungsfähige Schlauchfilteranlagen für die Entstaubung, die nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zertifiziert sind.

„Außerdem sind wir froh, dass wir in Stefan Walczak einen sehr erfahrenen Diplomingenieur für Verfahrenstechnik haben“, sagt Rainer Kehrbaum. Die Nachfolge ist in dem florierenden Familienunternehmen bereits geregelt.

„Unser Sohn Martin wird den Betrieb in den nächsten Jahren übernehmen“, erklärt Rainer Kehrbaum. „Damit ist auch die Nachfolge im Unternehmen geregelt. Kohletechnologie wird noch über Jahrzehnte große Bedeutung haben, weil fast jeder Industrieprozess in irgendeiner Form mit Kohlenstoffverarbeitung zu tun hat.“

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