Seit mehr als 85 Jahren auf der Sonnenseite

Interview

Als im Jahre 1929 Firmengründer Heinrich Büscher aus Bielefeld mit der Herstellung von Rollos in den damals so beliebten Farben Resedagrün und Crème begann, sprach noch niemand von innen- und außenliegendem Sonnenschutz.

Die einfarbigen Springrollos dienten einfach nur zur Verdunkelung von Räumen. Aber genau damit setzte Heinrich Büscher den Grundstein für ein renommiertes Sonnenschutzunternehmen, das heute 60 Mitarbeiter beschäftigt, über eine vielfältige Produktpalette in Manufaktur-Qualität verfügt und weiter auf Wachstumskurs ist.

Imke Röwer ist bereits seit 20 Jahren an Bord des erfolgreichen Unternehmens und leitet seit 2011 als Geschäftsführerin die Geschicke. „Wir fertigen und beliefern unsere Kunden mit maßgefertigten Jalousien, Plissees, Rollos, Doppelrollos, Lamellen- und Flächenvorhängen sowie Stilgarnituren, aber auch Außenraffstores sowie Markisen, Senkrechtmarkisen und Markisoletten“, erläutert Imke Röwer die wichtigsten Bausteine des Produkt-Portfolios.

Die beiden Ursprungsfarben Grün und Crème haben natürlich längst Konkurrenz bekommen von einer riesigen Farb- und Dessinpalette. Raffinierte technische Ausrüstungen ermöglichen darüber hinaus viele Zusatznutzen wie den effektiven Einsatz der Sonnenschutzanlagen für Bildschirmarbeitsplätze, Schwerentflammbarkeit, Schallschutz oder das Sparen von Heizenergie.

Vermarktet wird das umfangreiche Produktsortiment über Raumausstatter, Fachhändler und ausgewählte Großhändler.

Fachkräftemangel

1987 wurde Büscher von der Dr. Zwissler Holding AG übernommen, die heute als Mehrheitsgesellschafterin 100% des mittelständischen Traditionsunternehmens hält.

Der Fachkräftemangel bereitet der Geschäftsführerin Kopfschmerzen: „Rollo- und Jalousiebauer sind schwer zu finden. Wir lernen Arbeitskräfte aus benachbarten Handwerksbranchen an – beispielsweise aus dem raumausstattenden Gewerbe, aber auch aus dem Metallbau, Schneider- oder Friseurhandwerk, die motorisch geschickt sind und unsere maßgefertigten Produkte auftragsbezogen konfektionieren.“

Digitale Transformation

Der Erfolg des Unternehmens liegt in der Kundennähe. „Wir verstehen uns als Partner auf Augenhöhe mit unseren Kunden“, sagt Imke Röwer. Der Fachhandel wird über den unternehmenseigenen Außendienst betreut, beraten und in allen technischen Bereichen unterstützt sowie beworben.

Die Werbung wird gestützt durch Website, Social Media sowie redaktionelle Beiträge und Anzeigen in der Fachpresse. Die digitale Transformation ist in vollem Gange. Der Großteil der Produkte ist bereits digitalisiert. Fachhändler können Produkte am PC ansehen und so Kunden beraten, ein Angebot erstellen und Bestellungen im E-Shop aufgeben.

Zukunftspläne

In den nächsten Jahren hat Imke Röwer viel vor. Es gibt Pläne zur Erweiterung der Produktionsflächen, zur weiteren Automatisierung – selbst wenn diese produktbedingt nur langsam voran geht – zur Ausweitung der Absatzkanäle im europäischen Ausland (Schweiz, Dänemark, Skandinavien, Benelux-Staaten, Österreich, Frankreich) und auch zur Erweiterung des Produktportfolios.

Der Markt verändert sich. Klassische Fachhändler, meist Familienbetriebe, haben Nachwuchsprobleme und innerhalb der nächsten zehn Jahre werden viele Händler organisch dem Markt verloren gehen. Die verbleibenden Händler sind dafür hochspezialisiert und bieten dem Endkonsumenten die gesamte Produktvielfalt zur Ausstattung von Wohn- und Büroräumen an.

So schaut das Sonnenschutzunternehmen nicht nur auf 86 erfolgreiche Jahre zurück, sondern richtet den Blick in die Zukunft und nimmt Kurs auf sein Ziel, weitere Marktanteile zu gewinnen.

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