Die Reise der Gewürze

Interview mit Fabian von Bülow, Geschäftsführer und Benjamin Ringen, Marketingleiter der Gewürze Markranstädt GmbH

„Viele Branchen haben unter der Pandemie in den letzten anderthalb Jahren stark gelitten, aber wir haben eine sehr positive Entwicklung genommen“, sagt Fabian von Bülow, der seit knapp drei Monaten als Geschäftsführer beider Unternehmen tätig ist und zuvor als Geschäftsführer in einem Teehandelsunternehmen gearbeitet hat. „Man hat mich gefunden und ich habe sofort gesehen, dass in diesen Unternehmen ein wahnsinniges Potenzial steckt. Es ist eine superspannende Zeit, in der gerade viel entsteht und es viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt.“

Gewürze Markranstädt setzt auf ein dynamisches Team, der Teamgedanke ist wichtig und es findet ein direkter und offener Austausch statt, der sich in kreativen Prozessen und neuen Produkten offenbart.

Offen für neue Gewürze

„Lockdowns und neun Monate mit geschlossener Gastronomie haben dazu geführt, dass die Leute wieder verstärkt angefangen haben, zu Hause zu kochen. Konsumenten wurden deutlich offener für Neues, auch für neue Gewürzmischungen, was sich in unseren Umsätzen widerspiegelt. Die Bandbreite dessen, was der Konsument möchte, ist viel größer geworden. Da kommen wir ins Spiel. Wir sind ein kreativer Haufen. Wir produzieren fast alles selbst, von der Entwicklung über Mischungen bis hin zur Verpackung, die wir zwar nicht selber herstellen, jedoch in Zusammenarbeit mit Herstellern entwickel und verbessern“, unterstreicht Fabian von Bülow.

Qualität in der Würze

Neue Gewürzmischungen, die anders sind als bestehende Gewürzmischungen, sind immer dem Gedanken höchster Qualität verpflichtet. Schließlich soll Gewürze Markranstädt immer als Qualitätsgewürzmarke im Supermarktregal wahrgenommen werden. Qualität war schon immer der Kern des Unternehmens, das in dieser Form seit 1992 besteht. Die Anfänge reichen allerdings schon in die 1950er-Jahre zurück, als das Unternehmen sich vor allem an Großverbraucher, unter anderem für Wurst- und Fleischwaren, richtete.

„Ab 2011 änderte sich der Fokus mehr in Richtung Retail, also Lebensmitteleinzelhandel und Handel, sowie Marken. Bis 2014 war diese Entwicklung zunächst auf den ostdeutschen Markt begrenzt“, so Marketingleiter Benjamin Ringen, der seit 2019 im Unternehmen ist. „Es entstanden diverse neue Marken, die wir aus eigener Kraft entwickelt haben. Darüber hinaus haben wir ein stabiles und gesundes Private Label-Geschäft und produzieren für den Einzelhandel dessen Marken. Das verschafft uns auch die Luft, um eigene Marken weiterzuentwickeln. Wir verstehen uns in erster Linie als Markenunternehmen.“

Immer voll im Trend

Die Marke Port of Spices wurde 2020 eingeführt. Die Verpackung ist transparent und der Konsument sieht, dass die Gewürzmischungen bunt und qualitativ hochwertig sind. „Der Inhalt ist sehr rein. Wir wollen diese Marke auch verstärkt über Social Media erlebbar machen“, sagt Fabian von Bülow. „Wir möchten die Reise der Gewürze erzählen und Inspiration für den Einsatz der Gewürze geben.“

Das Unternehmen setzt nur Rohwaren von hoher Qualität ein, und diese Qualität muss sich auch in der Verpackung widerspiegeln. Im Sommer wurde im Schwesterunternehmen Grünberg Gewürzmanufaktur eine neue Verpackung auf den Markt gebracht, die komplett plastikfrei ist.

„Wir haben dafür einen Lieferanten gefunden, der mit uns zusammen die Verpackung entwickelt und immer weiter optimiert, die ohne Plastik und Aluminium auskommt, aber trotzdem die nötigen Barriere-Eigenschaften erhält. Beim Etikett setzen wir auf kunststofffreie Produkte, Graspapier und Kleber ohne Silikone. Die Mischungen sind in Bioqualität. So können wir unseren kleinen Teil zum Schutz der Umwelt beitragen.“

Im September 2020 hatte Gewürze Markranstädt mit dem ersten Spatenstich das Fundament für eine neue Produktion in Markranstädt gelegt. „Wir fühlen uns dem Standort verbunden und arbeiten seit August 2021 dort. Büros, Showroom und Markenwelt stehen im Vordergrund, um unseren Kunden unsere Markenstory und Philosophie noch besser näherzubringen“, sagt Fabian von Bülow. „Wir schärfen unsere DNA und machen unsere Marken für den Kunden erlebbar.“

Beste Platzierungen im Handel

„Was wir uns absolut auf die Fahne schreiben, ist die komplette Customer Journey von dem Punkt an, wenn das Produkt im Regal steht bis hin zu dem Zeitpunkt, wenn der Kunde das Produkt zu Hause stehen hat und es zum Kochen nutzt“, ergänzt Benjamin Ringen. „Dazu gehören die von der Grünberg Gewürzmanufaktur betreuten Themen wie Haptik und Mischungen, die nur auf Gewürzen basieren und ohne Zusatzstoffe sind.“

Heute beschäftigt Gewürze Markranstädt 30 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich, vor allem mit Kunden in Deutschland, aber auch in der Schweiz und Österreich. „Wir versuchen im Handel über Zweitplatzierungen, und hier vor allem über besondere Zweitplatzierungen, präsent zu sein. Das können Aufsteller als Segelboot sein. Zudem möchten wir den Erlebnisfaktor auf unserer Homepage erhöhen. Wir haben den Vorteil, dass die Marken Port of Spices und Gemara recht junge Marken sind, auch wenn es uns schon seit 1992 gibt“, sagt Benjamin Ringen. „Wir haben in unserem sehr jungen Team noch ein gewisses Startup-Feeling und haben mit unseren jungen Marken eine Dynamik entwickelt, die uns zeitgemäß macht, Konsumenten und Mitarbeiter abholt, und zwar da, wo sich ihr tägliches Leben abspielt.“

Die Digitalisierung hat bei der Grünberg Gewürzmanufaktur bereits in vollem Umfang stattgefunden. Bei Gewürze Markranstädt rückt das Thema immer mehr in den Vordergrund und zusammen mit dem neuen, modernen Standort wird das einen enormen Drive bringen.

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