Metall perfekt in Form gebracht

Interview mit Frieder Flamm, Firmengründer und Geschäftsführender Gesellschafter der FLAMM GmbH

Als Frieder Flamm, heute gemeinsamer Eigentümer der FLAMM-Gruppe mit Ehefrau Helga, 1982 mit einem Partner ein Maschinen- und Werkzeugbauunternehmen gründete, konnte er sich bereits auf 28 Jahre Berufserfahrung stützen. Danach kam es zur einvernehmlichen Trennung. Frieder Flamm dachte in großen Dimensionen und wagte 1988 den Neuanfang in Aachen.

„Damals verfügten wir über eine 600 m² große Halle und hatten fünf Mitarbeiter“, erzählt der Geschäftsführende Gesellschafter und Unternehmer aus Leidenschaft. „Selbstständigkeit bringt viel Arbeit mit sich. Ich habe meine Arbeit aber gern gemacht, auch wenn die Tage lang waren.“

Kontinuierliches Wachstum war Lohn der Mühe. Das von Frieder Flamm gegründete Unternehmen hat sich zu einer Gruppe entwickelt, deren zentrale Holding sich in Aachen befindet, die aber weltweit agiert und anerkannt ist.

An acht Standorten mit verschiedenen Leistungsprofilen werden Produkte für die Automobilindustrie, die Hausgeräteindustrie, die Elektronikindustrie, die Luftfahrtindustrie und für Verkehr- und Bahntechnik hergestellt.

Die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe fördert die Entwicklungsarbeit und unterstützt den erfolgreichen Einstieg in weitere Märkte wie die Solar- und Medizintechnik.

Hohe Ansprüche umsetzen

Die Fertigung auf vernetzten und automatisierten Produktionsanlagen mit speziell entwickelten Werkzeugen erfüllt höchste Ansprüche an Präzision und Wirtschaftlichkeit der Bauteile auch in hohen Stückzahlen. Die gefertigten Produkte entsprechen komplexen Kundenanforderungen und werden härtesten Beanspruchungen gerecht.

Frieder Flamm
„Man kann nur wachsen, wenn man besser ist.“ Frieder FlammFirmengründer und Geschäftsführender Gesellschafter

FLAMMAEROTEC in Rostock/Laage ist als Spezialist für hochkomplexe innovative Aluminium-Kaltfließpress-Technologie und Zerspanung anerkannter Systemlieferant der Automobilindustrie. FLAMMAEROTEC Schwerin ist ein vom Luftfahrt-Bundesamt zugelassener Systemlieferant der Flugzeugindustrie, für diverse Hersteller und Zulieferer, und spezialisiert auf die Herstellung komplexer Baugruppen.

An weiteren Standorten der Gruppe werden Stanz- und Ziehteile, Umformteile, Präzisionsdrahtteile und vieles mehr für die Automobilindustrie, Hausgeräteindustrie, Elektronikindustrie und weitere Anwendungsbereiche hergestellt.

Insgesamt beschäftigt die FLAMM-Gruppe circa 850 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von derzeit etwa 125 Millionen EUR. Nach wie vor setzt Frieder Flamm auf Ausbau und Investitionen.

Die herausragende Leistungsfähigkeit seines Unternehmens, die ihm die Anerkennung führender Wirtschaftsunternehmen sichert, führt er auf die hohe Qualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Herstellung zurück.

„Man kann nur wachsen, wenn man besser ist“, fügt er hinzu. „Wir betreiben Metallumformung und Metallbearbeitung in großem Stil, und zwar stets schneller, besser und preisgünstiger als unsere Wettbewerber.“

Neue Techniken, die sich im Zuge der digitalen Transformation ergeben, nutzt die FLAMM-Gruppe konsequent. „Was neue Techniken angeht, so sind wir dabei“, bestätigt Frieder Flamm. „Unsere Bereitschaft zur Innovation sichert unsere Zukunft, denn nur so können wir unseren Wettbewerbsvorteil dauerhaft sichern.“

Von dieser Investitionsbereitschaft profitieren alle Anwendungsbereiche. Die FLAMM-Gruppe macht auf der Hannover Messe, der ILA und anderen Messen von sich reden. Auch die direkte Ansprache durch den technischen Vertrieb oder die Geschäftsführer selbst trägt dazu bei, Kundenbeziehungen zu festigen und neue Kunden zu gewinnen.

„Unsere oberste Prämisse ist Kundenzufriedenheit“, betont Frieder Flamm. „Unsere Produkte gehen an Kunden in Deutschland, ins übrige Europa, die USA und nach Asien.“ Auch wenn für den 1939 geborenen Firmengründer nun bald die Nachfolge und damit der Ausstieg aus dem Unternehmen ansteht, bleibt die Zukunftssicherung für ihn ausschlaggebend.

„Schließlich geht es bei uns um rund 850 Mitarbeiter und damit um fast ebenso viele Familien“, fügt er hinzu. „Mit Dr. Hagen Wegner habe ich bereits einen Nachfolger gefunden, der den technischen Part erfolgreich leitet. Nun suchen wir noch nach einem Geschäftsführer im kaufmännischen Bereich.“

Investitionen in Höhe von insgesamt 30 Millionen EUR in die Produktionsstandorte Schwerin und Laage, die Ausbildung vieler junger Menschen im eigenen Unternehmen und die auf Innovation ausgerichtete Firmenphilosophie bestätigen: Bei FLAMM steht der Kurs auf Zukunft.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

"Reichweite ist gut – aber Wirkung entscheidet"

Interview mit Alexander von Tiele-Winckler, Mitglied der Geschäftsführenden Gesellschafter im BLU agency network association e.V.

"Reichweite ist gut – aber Wirkung entscheidet"

Der Weg vom klassischen Promotionsgeschäft zum vernetzten Agenturmodell erzählt viel über die Dynamik moderner Märkte. Alexander von Tiele-Winckler spricht über Wachstum, Wandel und die Kraft persönlicher Begegnung. Ein Gespräch über…

Café-Kultur trifft Backstube

Interview mit Gürol Gür, Geschäftsführer der Schanzenbäckerei GmbH

Café-Kultur trifft Backstube

Das Bäckerhandwerk steht unter hohem Veränderungsdruck: Hohe Energie- und Rohstoffkosten, steigende Löhne, Ansprüche an Sortiment und Service sowie der Fachkräftemangel zwingen Betriebe dazu, ihre Strukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig bleibt der…

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Interview mit Ramon Werner, Verwaltungsratspräsident der de Sede AG

Sitzmöbel mit Liebe zum Detail

Manche Möbel füllen einen Raum, andere prägen ihn. Genau für diesen Anspruch steht die de Sede AG aus Klingnau in der Schweiz. Das Unternehmen fertigt exklusive Ledermöbel, die weit über…

Spannendes aus der Region Städteregion Aachen

SMART/LAB: Laden ohne Grenzen

Interview mit Dr. Mark Steffen Walcher, Geschäftsführer der smartlab Innovationsgesellschaft mbH

SMART/LAB: Laden ohne Grenzen

Drei Stadtwerke, eine Idee, zwölf Jahre Entwicklung: Die smartlab Innovationsgesellschaft hat die deutsche E-Ladeinfrastruktur revolutioniert. Was in Aachen, Duisburg und Osnabrück als Forschungsprojekt startete, verbindet heute 27.000 eigene Ladepunkte mit…

Sicherheit in Reinform

Interview mit Dr. Simon Dietz, Geschäftsführer der GfPS mbH

Sicherheit in Reinform

„Love it, change it or leave it.“ Dieses von Henry Ford stammende Zitat ist für Dr. Simon Dietz, Geschäftsführer der GfPS mbH aus Aachen, ein wichtiger Leitspruch. In dem auf…

Holz, Hightech, Handwerk: Verpackung für den internationalen Erfolg

Interview mit Moritz Krings, künftiger Geschäftsführer der Peter Krings GmbH & Co. KG

Holz, Hightech, Handwerk: Verpackung für den internationalen Erfolg

Seit über 160 Jahren steht die Peter Krings GmbH & Co. KG aus Stolberg für Kompetenz in der industriellen Holzverpackung. Aus einem einstigen Sägewerk entwickelte sich ein moderner Industriedienstleister, der…

Das könnte Sie auch interessieren

Küchenkompetenz auf die Schiene gebracht

Interview mit Gerd Betz, Geschäftsführer und CEO der KUGEL Edelstahlverarbeitung GmbH

Küchenkompetenz auf die Schiene gebracht

Der Schiene gehört die Zukunft. Der 2020 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vorgelegte Masterplan unterstreicht dies deutlich. Bis 2030 sollen demnach doppelt so viele Bahnkunden im Schienenpersonenverkehr gewonnen…

Vier Säulen, ein Fundament

Interview mit Boris Wehner, Geschäftsführer der Wehner Metalltechnik GmbH & Co. KG

Vier Säulen, ein Fundament

Wenn auf Straßen Öl ausläuft, rücken Spezialmaschinen aus. Sie kommen nicht selten aus dem Hause Wehner Metalltechnik. Was als Kfz-Betrieb begann, hat sich über Jahrzehnte zu einem vielseitigen Metallverarbeitungsunternehmen entwickelt,…

„Unsere Stärke ist die Vielfalt“

Interview mit Alessio Nicoletti, Geschäftsführer der Torneria Nicoletti S.r.l. und Luigi Nicoletti, CEO und Sales Manager der Torneria Nicoletti S.r.l.

„Unsere Stärke ist die Vielfalt“

Seit Jahrzehnten ist die metallverarbeitende Industrie im Wandel – technologische Fortschritte, neue Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit und ein sich ständig veränderndes geopolitisches Umfeld fordern Unternehmen heraus. Doch es gibt Familienbetriebe,…

TOP