Auf den Millimeter genau

Interview mit Dr.-Ing. Gunnar Gräfe, Geschäftsführer der 3D Mapping Solutions GmbH

„Unser Schwerpunkt ist die kinematische Vermessung von Verkehrsnetzen. So ähnlich wie bei einem Google-Vermessungsfahrzeug – nur viel genauer“, erläutert Geschäftsführer Dr.-Ing. Gunnar Gräfe. „Wir können extrem scharf sehen, das Scanner-Messrauschen liegt deutlich unter 1 mm. Das bedeutet Daten, mit denen sich die realen Verhältnisse in der digitalen Welt absolut exakt abbilden lassen.“

Bis ins kleinste Detail

Die Bandbreite der Möglichkeiten, die sich Branchen wie zum Beispiel dem Straßen- und Tunnelbau oder der Automobilindustrie damit erschließen, ist fast unbegrenzt. Gunnar Gräfe verdeutlicht, warum: „Wir messen auf den Millimeter genau. In den letzten Jahren hat zum Beispiel die Automobilindustrie ihre Forschung und Entwicklung komplett digitalisiert. Diese Entwicklung braucht hoch genaue Daten, etwa wenn es darum geht, reale Straßen digital abzubilden. Diese Daten liefern wir. Oder beim Tunnelbau: Wir können viel genauer messen, als die Baufirmen bauen können. Aus unseren Karten lassen sich alle ingenieurmäßigen Parameter herausziehen – bis ins kleinste Detail.“

„Wir können viel genauer messen, als die Baufirmen bauen können.“ Gunnar GräfeGeschäftsführer

Am Anfang war die Uni

Das Spezialwissen um Messtechnologien und Kartierung, durch das sich 3D Mapping Solutions auszeichnet, kommt nicht von ungefähr, denn das Unternehmen begann als klassische Ausgründung aus einer Arbeitsgruppe der Universität bei der Bundeswehr. Gunnar Gräfe hatte dort Vermessungswesen studiert und war später lehrender Offizier. Den Anstoß zur Gründung von 3D Mapping Solutions gab seine Doktorarbeit: „Die Firma entstand quasi im Zuge meiner Dissertation“, erinnert er sich.

„Als mein Kompagnon Martin Lang und ich unser Unternehmen im Jahr 2002 gründeten, hatten wir bereits zusammen mit einer Software-Firma einige Projekte innerhalb der Arbeitsgruppe abgewickelt und konnten unser Wissen komplett ins Unternehmen mitnehmen. Ab 2007 firmierten wir dann als 3D Mapping Solutions.“ Schnell folgte ein Meilenstein auf den nächsten, wie die Vermessung der Metro in Barcelona.

„Hunderte Kilometer Gleis hoch genau vermessen – das konnte damals niemand außer uns“, sagt Gunnar Gräfe mit einigem Stolz. Im Jahr 2010 wurde 3D Mapping Solutions dann offizieller Partner für den Nürburgring und den Hockenheimring: Das Unternehmen liefert hoch genaue Daten für die Simulation der Strecken. Mittlerweile ist 3D Mapping Solutions mit eigener Messtechnik in Japan und China international unterwegs und hat eine eigene Niederlassung in Pittsburgh in den USA.

Weltweit erfolgreich

Dementsprechend international ist auch die Kundschaft, die an 3D Mapping Solutions die absolute Verlässlichkeit und Exaktheit der Daten schätzt.

„Wir können das, was wir an Inhalt und Funktion liefern, exakt validieren und sind, was die Entwicklung der Kartenformate angeht, weltweit ganz vorn dabei“, beschreibt Gunnar Gräfe die Basis für den weltweiten Erfolg seines Unternehmens. „Die Kunden kennen uns entweder schon lange oder wir werden empfohlen, weil man sich auf uns absolut verlassen kann.“

Gut die Hälfte aller Projekte realisiert das Unternehmen bereits im Ausland; in den letzten zwei bis drei Jahren konnten Umsatzzuwächse von bis zu 30% verzeichnet werden. Vor allem in der Automobilindustrie gibt es derzeit sehr viele interessante Projekte, was laut Gunnar Gräfe daran liegt, dass die Branche besonders im Hinblick auf das Thema autonomes Fahren eine steile Entwicklung durchmacht: „Vor allem die deutschen Hersteller sind schon viel weiter, als es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird“, sagt er.

„Wenn das autonome Fahren zum Standard werden soll, ist es notwendig, dass die Straßen so genau wie nur möglich vermessen werden, um dem Auto die bestmögliche Information zu liefern. Die Karten bereitzustellen, anhand derer die gesamte Software und Sensorik erprobt und die Simulationen durchgeführt werden, ist unsere Aufgabe.“

Im Übrigen eine sehr lockende, was es für das Unternehmen einfacher macht, neue Mitarbeiter zu seinem Stamm von derzeit 35 hinzuzugewinnen. Insofern sieht Gunnar Gräfe der Zukunft gelassen entgegen: „Wir sind ein kleiner Dienstleister in einer sehr speziellen Nische, in der wir uns aber mit perfekten Produkten und den richtigen Partnern perfekt positioniert haben.“

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