zukunftsengineering

EDD Engineering & Digital Design Service GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Richert, Sie bündeln seit kurzem die Aktivitäten Ihrer Gesellschaften in der EDD-Holding. Warum diese Umstrukturierung?

Christian Richert: In der Tat hatten wir neben unserer Gesellschaft IDK Kleinjohann noch die Schwesterbüros WSK Ingenieure Berlin und WSK Ingenieure Düsseldorf. Vor drei Jahren haben wir dann noch das Büro ConTec Cro in Zagreb eröffnet, das im Laufe der Zeit auch immer größer geworden ist. Inzwischen gibt es noch das Büro ConTec BH in Bosnien – da dort auch ein Ballungsraum für qualifizierte Ingenieure ist. Wir haben mit zunehmender Digitalisierung und den sich verändernden Anforderungen der Kunden festgestellt, dass es keinen Sinn macht, dass sich jeder Standort einzeln mit der BIM-Thematik auseinandersetzt, sondern dass wir stattdessen unsere Kräfte bündeln müssen. Unter dem Dach der EDD als Holding sind die Standorte jetzt mehr zusammengewachsen und wir können besser Synergien generieren. Wir bearbeiten hier vor allem Shared Services, zum Beispiel die BIM-Betreuung, Qualitätssicherung, Standards, das IT-Thema oder aber auch übergeordnetes Controlling und Marketing. Es war unser Glück, dass wir diese Entwicklung bereits vor Ausbruch der Corona-Krise angestoßen haben. So konnten wir im vergangenen Jahr problemlos remote arbeiten.

Wirtschaftsforum: Welchen Vorteil oder Mehrwert bringt das Ihren Kunden?

Christian Richert: Der Vorteil und auch unser USP für unsere Kunden ist, dass wir über die Holding unsere Kräfte bündeln, gleichzeitig aber vor Ort präsent und schlagkräftig sind. Wir sind von der Größenordnung her noch klein genug, um flexibel zu bleiben und schnell reagieren zu können. Gleichzeitig können wir uns projektunabhängig auf die Standardisierung der digitalen Bearbeitung konzentrieren.

Wirtschaftsforum: Wo beginnt damit ihre Wertschöpfung für den Kunden und wo endet sie?

Christian Richert: Nach wie vor bieten wir die klassische Ingenieurleistung an und begleiten unsere Kunden bis zum Ende Ihres Bauvorhabens. Dabei versuchen wir, immer früher einzusteigen und involviert zu werden. Dank der Digitalisierung wird vielen Kunden immer klarer, dass der klassische Planungsprozess eigentlich zu spät ansetzt und man Ingenieure und Tragwerksplaner eher involvieren muss. Wir verfügen hier schon über fundierte Erfahrung und können unsere Kunden entsprechend beraten.

Wirtschaftsforum: In welche aktuellen Projekte sind Sie involviert? Können Sie uns Beispiele geben?

Christian Richert: Zurzeit bearbeiten wir unter anderem die Deiker Höfe im Düsseldorfer Stadteil Stockum für den Bauherrn Black Horse Properties nach einem Entwurf des Architekturbüros caspar. Hier wird das gesamte Gelände abgebrochen und neu gebaut. Es gibt zwei große Baufelder mit einer gemischten Nutzung, von Wohnen über Gewerbe und Hotels. Insgesamt entstehen auf einer Fläche von knapp 62.000 m2 rund 500 Wohnungen, Büros mit 350 bis 400 Arbeitsplätzen, ein Hotel mit rund 100 Zimmern, eine Kita mit 70 bis 90 Plätzen und Einzelhandel. Das Projekt wird voraussichtlich 2023 fertiggestellt. In Köln-Mühlheim sind wir für die Arge der ArtInvest RE/Osmab Holding ebenfalls nach einem Entwurf des Architekturbüros caspar an der Planung des Quartiers I/D Cologne beteiligt, einem Neubau eines Gewerbequartiers auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs. Hier entstehen insgesamt sechs Bürogebäude, Gastronomie, ein Hotel und ein Parkhaus mit 900 Stellplätzen.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie sich für das Jahr 2021 gesetzt?

Christian Richert: Wir möchten in der Holding noch weiter zusammenwachsen und die digitale Bearbeitung konsequent vorantreiben. Das Thema Standardisierung wird immer wichtiger, unter anderem im Bereich der CRM Dynamics. Wir werden uns im Bereich der Data-Driven Decisions, also der Nutzung und datenbasierten Entscheidung, weiterentwickeln, zum Beispiel für die Auswertung von Kraftverläufen und Bauteildimensionen. Hier wollen wir unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten. Das Stichwort lautet Big Data. Darüber hinaus werden wir damit beginnen, uns mit dem Thema Künstliche Intelligenz zu beschäftigen. Wir sind uns sicher, dass diese die Branche in den nächsten Jahren noch durcheinander wirbeln wird. Auch hier möchten wir von Anfang an dabei sein.

Wirtschaftsforum: Welches langfristige Ziel verfolgen Sie mit EDD?

Christian Richert: Wir haben die Messlatte hoch gehängt und möchten das modernste Büro in Deutschland werden. Dazu werden wir verschiedene Standorte aufbauen, ebenso wie eine Online-Plattform für die zertifizierte Vermittlung von Leistungen. Unsere Marke EDD mit Ihren Untermarken bundesweit und darüber hinaus auch in Europa zu etablieren ist eines unserer Ziele. Allerdings werden wir nie das eine große Büro werden, sondern ein Zusammenschluss aus kompakten Einheiten bleiben, um handlungsfähig und agil zu sein.

EDD Engineering & Digital Design Service GmbH
Sechtemer Straße 5
50968 Köln
Deutschland
+49 221 9216370
+49 221 92163759
christian.richert@edd-holding.com
www.edd-holding.com

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Strategische Weitsicht im Tourismus: Die Logistik hinter der langfristigen Reiseplanung

Strategische Weitsicht im Tourismus: Die Logistik hinter der langfristigen Reiseplanung

Reiseveranstalter stehen im aktuellen Wirtschaftsjahr 2026 vor der unternehmerischen Herausforderung, volatile Marktdynamiken mit dem wachsenden Bedürfnis der Verbraucher nach Planungssicherheit in Einklang zu bringen. Wenn Frühbucher die Saison bestimmen, erfordert…

AI Governance: Die Grundlage für skalierbare AI im Unternehmen

AI Governance: Die Grundlage für skalierbare AI im Unternehmen

Viele Unternehmen haben die Experimentierphase mit künstlicher Intelligenz bereits hinter sich gelassen. Chatbots, Coding Assistants oder intelligente Suchlösungen werden in einzelnen Teams erfolgreich getestet. Die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch erst…

Hardware-Sicherheit: Das unterschätzte Geschäftsrisiko

Hardware-Sicherheit: Das unterschätzte Geschäftsrisiko

Unternehmen investieren heute erhebliche Ressourcen in Cybersecurity. Firewalls, Endpoint Protection, Security-Updates und regelmässige Penetrationstests gehören vielerorts zum Standard. Dennoch bleibt eine kritische Angriffsfläche oft unbeachtet: die Hardware selbst.…

Aktuellste Interviews

Software für den Praxisalltag

Interview mit Fabian Gundlach, Geschäftsführer der ergosoft GmbH

Software für den Praxisalltag

Aus einer Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten ist bei ergosoft über drei Jahrzehnte eine umfassende Lösung für den Praxisalltag entstanden. Geschäftsführer Fabian Gundlach setzt auf Spezialisierung, engen Kundenkontakt und neue Technologien wie…

Schnell reagieren können

Interview mit Steven Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH Kunststoffverarbeitung

Schnell reagieren können

Wie wird aus einem kleinen Familienbetrieb ein hochmoderner Kunststoffspezialist mit 150 Maschinen? Steven ­Herpichböhm, CTO der Gramß GmbH in Spechtsbrunn bei Sonneberg, kennt die Antwort. Im Interview spricht er über…

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Interview mit Tom Segert, Mitgründer und CEO der Berlin Space Technologies GmbH

„Die ESA sagte uns, was wir machen, sei unmöglich!“

Kaum ein Unternehmen dürfte derart komplex zu gründen und zu skalieren sein wie ein Satellitenhersteller: Tom Segert und seine Partner haben es dennoch getan – mit beachtlichen Erfolgen, die sich…

TOP