„Wir bieten dem Kunden das an, was er braucht!“

André Koch AG

Wirtschaftsforum: Herr Santarsiero, erzählen Sie uns doch bitte etwas über die Geschichte der André Koch AG.

Enzo Santarsiero: Die Firma wurde vor rund 75 Jahren vom Namensgeber André Koch gegründet. Im Jahr 2000 gab es ein Management-Buy-Out. Der Firmengründer schied aus Altersgründen aus. 2013 kam die Firma dann wieder in neue Hände. Ich wurde gemeinsam mit Florian Stähli Mitinhaber der André Koch AG. 2020 schied Florian Stähli als Aktionär aus und unser Verwaltungsratspräsident kam als Investor hinzu. Ich bin heute der einzige Gesellschafter, der als Geschäftsführer auch operativ tätig ist. Wir vertreiben Autoreparaturlacke der Premiummarke Standox, mit der wir einen hohen Marktanteil haben. Weitere Lacke in unserem Portfolio sind Lesonal und DeBeer. Wir importieren diese Lacke und sind für den gesamten Schweizer Markt verantwortlich.

Wirtschaftsforum: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie heute?

Enzo Santarsiero: Bei uns sind heute 70 Mitarbeiter tätig. Mit einem Anteil von mehr als 30% sind wir heute der führende Anbieter von Karosserie-Autolacken. Unser Erfolg basiert auch auf unseren exzellenten Dienstleistungen. Unser stärkster USP ist jedoch unser Netzwerk. Unser Repanet Suisse ist ein Netzwerk zertifizierter Karosseriefirmen mit 160 Betrieben. Diese Betriebe erfüllen die höchsten Standards. Wer Mitglied in diesem Club ist, bekommt gesteuerte Arbeit und kann von vielen Vorteilen und Leistungen dieses Netzwerks profitieren.

Wirtschaftsforum: Sie beliefern ja die Werkstätten. Wie profitiere ich als Endkunde von Ihren Produkten?

Enzo Santarsiero: Wir vertreiben mit unseren drei Marken ein Karosserielack-Konzept. Wir können pro Einheit zwischen 300.000 und 400.000 Farbtöne mischen. Die Werkstatt schaut sich die Daten des Autos an und kann anhand dieser Daten den passenden Farbton bestimmen und mischen. Sie können sich das wie einen Malkasten vorstellen. Die Werkstatt hat einen solchen Malkasten mit 80 bis 90 Standardfarben, der Mitarbeiter schaut in den Computer, sucht die passende Rezeptur heraus und mischt die benötigte Lackfarbe mit Hilfe einer computergesteuerten Anlage für das Auto an. Das macht jeder Karosserielackbetrieb. Wir bieten aber darüber hinaus noch unser Netzwerk an.

Wirtschaftsforum: Aber Sie beliefern doch nicht nur Mitglieder Ihres Netzwerks, oder?

Enzo Santarsiero: In der Schweiz gibt es rund 2.000 Karosserielackierbetriebe. Wir beliefern davon etwa 500 Kunden, die ein entsprechendes Mischsystem haben. Unter diesen 500 Kunden sind dann auch die Premiumkunden, die zu unserem Netzwerk Repanet Suisse gehören.

Wirtschaftsforum: Warum entscheidet sich Ihrer Meinung nach ein Karosserielackierbetrieb dafür, mit Ihnen zusammenzuarbeiten?

Enzo Santarsiero: Wir bieten dem Kunden das an, was er braucht und nicht nur das, was wir exklusiv verkaufen. Wir werden nicht gezwungen, nur eine Marke zu führen, sondern sind absolut unabhängig. Außerdem reagieren wir im Markt sehr schnell auf die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden. Wenn ein Lackierbetrieb die Karosserie vor Rost schützen möchte, dann hat er bei uns die Wahl zwischen zwölf verschiedenen Anwendungstechniken. Hinzu kommen unsere Schulungen, die wir seit zwei Jahren verstärkt digital anbieten. Wir präsentieren unseren Kunden ein Komplettpaket, dass Wettbewerber in dieser Form nicht vorhalten.

Wirtschaftsforum: Wie haben Sie bislang die Coronakrise erlebt?

Enzo Santarsiero: Das war für uns eine ganz spannende Zeit. März, April 2020 war für uns eine ganz unsichere Zeit und wir hatten Umsatzeinbrüche von 30 bis 40%. Dort gab es jedoch regionale Unterschiede. Die italienische Schweiz reagierte heftig, in der Westschweiz war es deutlich moderater. Deshalb mussten wir eine zeitlang Kurzarbeit fahren. Wir haben insgesamt sehr schnell reagiert und unsere Kunden unterstützt, zum Beispiel beim Beantragen staatlicher Hilfen. Wir haben schnell digitale Schulungen und Seminare eingeführt. Ab dem Juni ging es dann wieder zügig aufwärts, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass die Schweiz nie in einem Lockdown war. Außerdem wurde ein Teil des Einbruchs für uns dadurch wettgemacht, dass Menschen weniger mit der Bahn fuhren und auch nicht geflogen sind. So nahm der Autoverkehr zu und damit auch die dementsprechenden Schäden.

Wirtschaftsforum: Wie digital ist Ihr Unternehmen?

Enzo Santarsiero: Unsere Kommunikation mit dem Außendienst ist digitaler geworden - intern und extern. Sämtliche Meetings wurden digital, ebenso wie die Schulungen für unsere Kunden sowie die Kontakte mit Ihnen.

Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihre Strategie für die Zukunft aus?

Enzo Santarsiero: Wir müssen den Markt und seine Trends beobachten und darauf reagieren. Und ich glaube, dass die André Koch AG das schneller kann als viele Wettbewerber. Unsere Strategie ist es, die Kunden auf die Zukunft vorzubereiten und sie auf diesem Weg auch manchmal kritisch begleiten.

André Koch AG
Im Grossherweg 9
8902 Urdorf
Schweiz
+41 44 7355711
+41 44 7355799
info(at)andrekoch.ch
www.andrekoch.ch

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