Out-of-Home: Außenwerbung stärkster Wachstumstreiber im Marketing

Werbemarkt

Der Werbemarkt in Deutschland bommt. Dies geht aus Zahlen des Mess- und Datenanalyse-Unternehmens Nielsen hervor. Demnach betrug das Bruttovolumen des Gesamtmarktes im Jahr 2017 rund 31,8 Milliarden Euro. Es war damit 1,8 Prozent höher als noch 2016. Die Außenwerbung, das sogenannte Out-of-Home Marketing, erwies sich dabei als der größte Wachstumstreiber. Die Ausgaben in diesem Segment kletterten 2017 auf 2,2 Milliarden Euro: Das war ein Plus von 12,4 Prozent gegenüber 2016.

Außenwerbung nimmt eine zunehmend wichtigere Rolle ein

Konkret nahm das Volumen für Außenwerbung 2017 um 245 Millionen Euro. Als Vergleich: 2016 lag das Plus nur bei 139 Millionen Euro. Out-of-Home nimmt damit insgesamt eine immer wichtigere Rolle im Marketing ein. Flossen 2016 noch 6,7 Prozent aller Werbeausgaben in die Außenwerbung, waren es 2017 schon 7,0 Prozent.

Interessant ist, auf wessen Kosten das Plus in der Außenwerbung in der Hauptsache ging: Sie wuchs auf Kosten des Online-Marketings. Dessen Umsatz sank 2017 auf 2,9 Milliarden Euro. Dies war ein Minus von 2,5 Prozent. Kein anderer Werbekanal verlor derart stark wie das Online Marketing - und dies trotz der Tatsache, dass der Online-Handel 2017 genau wie 2016 der größte Auftraggeber von Marketing-Kampagnen war. Nielsen erklärt diesen Umstand damit, dass die betreffenden Unternehmens ihre Budgets zunehmend auslagern. Sie setzen verstärkt auf Mobile Marketing, das 2017 schon ein Volumen von 0,6 Milliarden Euro erreichen konnte.

Das größte Volumen im Marketing-Mix nimmt nach wie vor die TV-Werbung ein. Ihr Marktvolumen betrug 15,3 Milliarden Euro. Verglichen mit 2016 bedeutete dies ein leichtes Plus von 1,6 Prozent. Das Fernsehen behauptet damit souverän seine Rolle als Leitmedium im deutschen Werbemarkt.

Die Gründe für das große Wachstum der Außenwerbung

Was ist aber das Erfolgsgeheimnis der Außenwerbung? Weshalb legt das Out-of-Home Marketing derart stark zu. Dafür werden zwei Gründe angeführt. Zum einen erfolgt die Außenwerbung inzwischen wesentlich differenzierter als noch früher. Werbemittel können saisonal typisch an vorteilhaften Stellen genutzt werden. So kann man speziell für den Strand Beachflags drucken, denn diese sprechen die Menschen beispielsweise direkt in ihrem Sommerurlaub an, so ein Sprecher der Firma “Konorg”.

Zum anderen zeichnet aber auch die PKW Industrie für den Boom der Außenwerbung verantwortlichen. Sie hat 2017 den zweiten Platz hinter dem Online-Handel als Auftraggeber von Werbung zurückerobert. Die PKW Industrie vertraut stark auf Werbemittel wie Fahnen, Banner oder Plakate, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Zudem hat sie die Messen zunehmend als Marketing-Instrument für sich entdeckt. Deshalb dürfte sich auch für 2018 an den Zahlen nicht viel ändern, denn es ist Messejahr für die Branche. Beispielsweise findet die IAA Nutzfahrzeuge im September in Hannover statt.

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