Immobilienbranche investiert wieder kräftig

Immobilien

2011 stiegen die Investitionen der Wohnungs- und Immobilienunternehmen der GdW um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegen nunmehr bei 9,6 Mrd. Euro. Das sind fast 700 Mio. Euro mehr als 2010. Dabei machen Bestandsinvestitionen mit fast 75 Prozent den größten Teil aus. Doch auch der Bau neuer Immobilien stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als zehn Prozent an und liegt bei einem Volumen von rund 2,5 Mrd. Euro.

Im Jahr 2011 haben die GdW-Unternehmen 13.300 Wohnungen gebaut. Das sind 2.300 Wohnungen und damit 20,8 Prozent mehr als noch in 2010. Damit kommt der allgemeine Aufschwung im Wohnungsneubau auch bei den GdW-Unternehmen an. Besonders viel gebaut wurde dabei in Stuttgart und seinem Großraum, in der Region München, im Raum Köln-Bonn, in Hamburg und Berlin, dem Rhein-Main-Gebiet. Aber auch Städte wie Lübeck, Karlsruhe, Heidelberg, Gießen, Nürnberg und Düsseldorf gehörten 2011 zu den Gebieten, wo die GdW-Unternehmen besonders auf Neubau setzten. Allein in diesen Regionen entstand die Hälfte aller von GdW-Unternehmen gebauten Wohneinheiten.

Gebaut wird jedoch vorrangig im oberen Preissegment. Das hat kürzlich eine Umfrage des GdW ergeben. Danach liegen die Kaltmieten im Durchschnitt bei acht Euro. Im unteren Preissegment (Mietendurchschnitt 5,74 Euro) wurde in den alten Ländern nur jede fünfte neue Wohnung gebaut. Neubau ist durch die Anforderungen an die Energieeffizienz, aber auch durch die Preise für den Baugrund und die Baukosten so teuer geworden, dass er sich in vielen Fällen nur noch im oberen Mietpreissegment rechnet. Allein die Baukosten sind seit Anfang 2010 deutlich angestiegen – und zwar um 2,1 Prozent im Jahr 2010 und 3,6 Prozent im Jahr 2011. Vom ersten Quartal 2000 bis zum vierten Quartal 2011 sind die Baukosten sogar insgesamt um 26,6 Prozent gestiegen. Der Preisdruck geht dabei eindeutig von den Baustoffen aus, die sich stärker verteuert haben als die Arbeitskosten am Bau. All diese Kostensteigerungen bedeuten im Umkehrschluss: Gerade in den unteren Mietpreissegmenten, in denen der Wohnungsneubau besonders in den Ballungsgebieten wie München, Hamburg, in Teilen des Rhein-Main-Gebietes, aber auch Potsdam dringend benötigt wird, ist noch viel Handlungsbedarf.

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