Hubschrauber helfen bei der Bewältigung der Coronakrise

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Der Ausbruch des Coronavirus hat eine weltweite Krise ausgelöst, die das normale Leben weitgehend zum Stillstand und die Kapazitäten der Gesundheitssysteme an ihre Grenzen gebracht hat. Krankenhäuser in den besonders betroffenen Regionen wie der Lombardei in Italien, dem Elsass und Paris in Frankreich werden von einem „Tsunami an Patienten“ überrollt, die sie nicht alle adäquat versorgen können.

Um die Versorgung dieser Kranken zu bewerkstelligen, werden sie in Krankenhäuser im In- und Ausland evakuiert, die noch über ausreichend Kapazitäten an Intensivbetten und Beatmungsplätzen verfügen. Neben speziell ausgerüsteten Medevac-Flugzeugen der verschiedenen Streitkräfte werden auch umgebaute Hochgeschwindigkeitszüge TGV sowie eine Vielzahl von zivilen Hubschraubern eingesetzt.

Die besonderen Eigenschaften der Drehflügler erlauben einen schonenden und schnellen Transport von infektiösen Patienten von einem Krankenhaus direkt zum anderen. Bereits Ende März hatten HEMS-Betreiber (Helicopter Emergency Medical Service), wie beispielsweise die ADAC Luftrettung, DRF, Luxembourg Air Rescue, Sécurité Civle wie auch andere EMS Operatoren viele an Covid-19 erkrankte Patienten in Frankreich in nationale Krankenhäuser geflogen wie auch ins Ausland zur intensivmedizinischen Betreuung. Seit dem 7. April steht in Ludwigshafen bei der ADAC Luftrettung der erste, speziell für den Transport von Covid-19-Patienten ausgerüstete Rettungshubschrauber des Typs Airbus Helicopters H145 für bundesweite Transporte zur Verfügung. „Christoph 112“ ist für die Verlegung von beatmeten und intensivmedizinisch betreuten Patienten ausgerüstet und steht 24 Stunden am Tag bereit.

Nach einem Transport eines infektiösen Patienten muss ein Hubschrauber desinfiziert werden, was rund zwei Stunden in Anspruch nimmt. In dieser Zeit steht er nicht für normale Rettungseinsätze zur Verfügung, die ja auch während der Coronakrise weiterhin notwendig sind. In Großbritannien hat die British Helicopter Association zahlreiche Hubschrauber unter ihren Mitgliedsunternehmen organisiert, um die Krisenreaktionsaktivitäten der britischen Regierung zu unterstützen.

Dr. Frank Liemandt, Show Director der im November in Köln stattfindenden Helikopter-Messe European Rotors, sagt: „Hubschrauber sind systemrelevant und bieten der Gesellschaft unverzichtbare Dienstleistungen. Leider werden in naher Zukunft auch die Waldbrände in Europa wegen Coronakrise keine Pause machen. Deswegen ist der Erhalt der gewerblichen Betreiber, die entsprechende Kapazitäten bereitstellen können, von hoher Bedeutung.“ Auf der EUROPEAN ROTORS, die vom 10. bis zum 12. November stattfindet, werde man die Erfahrungen der Helikopter-Betreiber im Umgang mit der Corona-Pandemie und anderen internationalen Katastrophenszenarien austauschen. „Wie kann man zu einer besseren europäischen Zusammenarbeit kommen?“ und „Was kann man besser machen?“ seien zwei Punkte, die auf der European Rotors sicher diskutiert würden.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hatte bereits zu Beginn der Krise Richtlinien veröffentlicht, wie nationale Luftfahrtbehörden bei anstehenden Verlängerungen von Piloten- und Techniker-Lizenzen die Auswirkungen der Krise berücksichtigen sollen. Da viele Piloten derzeit nicht mehr fliegen oder erforderliche Trainings absolvieren und Flüge überprüfen können, haben sie nun vier Monate länger Zeit, um die für die Scheinverlängerung notwendigen Nachweise zu erbringen. Das nimmt gleichermaßen einen erheblichen Druck von den Piloten und den Betreibern. Darüber hinaus gibt die EASA Richtlinien für medizinische COVID-19-Anlagen heraus, damit die nationalen Luftfahrtbehörden Ausnahmen genehmigen können. Die EASA bearbeitet die Zertifizierung dieser Anlage mit höchster Priorität und kostenlos. Diese Krise ist auch eine Gelegenheit, herauszufinden, wie der europäische Luftverkehrsrahmen verbessert werden kann.

Auch Peter Möller, Chairman der European Helicopter Association (EHA), sagt: „Wir gehen derzeit durch eine schwere Zeit. Man hat bei der Coronakrise vor allem den Linienluftverkehr vor Augen, aber die Hubschrauber-Betreiber sind ebenfalls stark betroffen. Pipelines und Stromleitungen müssen weiterhin überwacht und anstehende Versorgungsflüge beispielsweise in den Alpen müssen jetzt durchgeführt werden. Da Flugplätze ihre Öffnungszeiten stark eingeschränkt haben, finden diese Flüge – wenn sie überhaupt stattfinden – unter erschwerten Bedingungen statt. Auf der European Rotors werden wir die Diskussion zum Aufbau eines internationalen Netzwerks anstoßen, auf das man bei zukünftigen nationalen und grenzüberschreitenden Katastrophen zurückgreifen kann.“

Die EUROPEAN ROTORS ist die VTOL-Messe und -Sicherheitskonferenz. Sie findet vom 10. bis 12. November 2020 statt (Dienstag bis Donnerstag). Veranstaltungsort ist die Halle 8 und das Congress-Centrum Nord der Koelnmesse. Der Zugang erfolgt durch den Eingang Nord.

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E-Mail: team@europeanrotors.eu
Web: www.europeanrotors.eu

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