Einkaufen und bestellen per Mausklick - die Foodbranche geht online

Lebensmittel online

Onlinesupermärkte mit Vollsortiment


Einkaufen im Supermarkt kostet Zeit und Nerven. Entweder man hetzt noch nach Feierabend in den Supermarkt, oder es wird der Samstag Vormittag für den Wocheneinkauf geopfert. Wie auch immer, mit entspanntem Einkaufen hat das nichts zu tun. Eine stressfreie Alternative sind sogenannte Onlinesupermärkte. Dabei handelt es sich in der Regel um Online-Shops mit Vollsortiment herkömmlicher Supermarktketten wie beispielsweise Rewe. Die Möglichkeiten des Online-Einkaufens werden aber von den Online-Lebensmittel-Anbietern noch wenig genutzt, so die Ergebnisse der EHI-Studie "Lebensmittel E-Commerce 2016". Noch wird das "Offline-Einkaufen" auf das Online-Einkaufen übertragen. So halten sich beispielsweise verschiedene Filteroptionen für bio, vegan oder vegetarisch, die die Suchzeit nach Lebensmitteln für die verschiedenen Ernährungsformen verkürzen könnten, in Grenzen.

Ein Vorreiter in der Branche ist der reine Onlinesupermarkt - also ein Supermarkt ohne Straßenläden – Allyouneed Fresh. Die DHL-Tochter bietet über 22.000 Produkte an, die nach verschiedenen Kriterien gefiltert werden können. Außerdem ist der Onlinesupermarkt seit Mitte März 2017 mit Amazons Alexa vernetzt. Weitere Einkaufsmöglichkeiten, abgesehen vom Mausklick, bei Allyouneed Fresh sind Messengerdienste oder der kürzlich vorgestellte "smarte Mülleimer". Dieser hat einen Barcode-Scanner an der Außenseite mit dem Produkte über ihren EAN-Code, bevor sie weggeschmissen werden, nachbestellt werden können.

Marktanteile und Marktpotentiale des E-Commerce im Food-Segment


Der Umsatz im E-Commerce-Food-Segment liegt unter einer Milliarde EUR, so der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH). Zusammen mit den sogenannte Near-Food-Produkten, dazu gehören Drogeriewaren und Tiernahrung, beläuft sich der Umsatz auf rund 3,3 Milliarden EUR inklusive Umsatzsteuer. Das ist ein Plus von vier Millionen gegenüber 2015. Der Online-Bruttoumsatz mit Gütern des täglichen Bedarfs erhöhte sich im Vergleich zu 2015 um 13,5%. Der Bruttoumsatz des deutschen Lebensmitteleinzelhandels wird für 2016 auf rund 255 Milliarden EUR geschätzt. Der Anteil des E-Commerce mit Gütern des täglichen Bedarfs läge dann bei 1,3%.

Wie der Umsatz, so steigt auch die Zahl der Online-Shopper im Food-Segment. Laut einer repräsentativen Studie im Auftrag des Bundesverbands Bitkom hat bereits ein gutes Viertel der Online-Einkäufer (28%) Lebensmittel im Internet gekauft. Das ist ein Plus von 5% gegenüber 2014. 37%, ein Plus von 6% gegenüber 2015, verzeichnet der Anteil an gekauften Frischeprodukten wie Gemüse, Fleisch oder Joghurt. Knapp die Hälfte (46%) der Nicht-Online-Käufer von Lebensmitteln oder Getränken kann sich dies künftig vorstellen.

Onlinelieferdienste für das Wunschgericht


Gut, Lebensmittel online einkaufen ist eine Sache, das Zubereiten der Speisen eine andere. Fehlt einfach die Zeit zum Kochen, sind Restaurants mit Lieferservice eine Alternative, wenn da nicht die Auswahl für eine Küche wäre. Diesem Problem schaffen sogenannte Onlinelieferdienste Abhilfe. Das sind Bestellplattformen für Speisen aller Art. Vom Burger, über Pizza bis zum vegetarischen Menü wird alles geboten. Bestellt wird, je nach Gusto, per Mausklick. Dabei ist es vollkommen gleichgültig, ob ein Wunschgericht chinesisch und das andere italienisch ist. Bezahlt wird die gesamte Bestellung direkt bei der Plattform. Sie fungiert sozusagen als Vermittler zwischen Kunden und Restaurants, ähnlich wie Hotelplattformen. Für ihre Vermittlungsfunktion bezahlen Restaurants zwischen 10 und 14% an die Plattform. Damit über die Plattform bestellt wird, sorgen die Plattformbetreiber für die Vermarktung derselben. Das Prinzip ist einfach und folgt dem alten Beispiel der Kreditkarten: Je mehr Restaurants, umso mehr Kunden, umso attraktiver für Restaurants.

In Deutschland ist der Marktführer die Delivery Hero Holding GmbH mit Sitz in Berlin. Sie wurde 2011 gegründet und betreibt in Deutschland die beiden Plattformen pizza.de und lieferheld.de. Auf letzterer sind gut 9.000 Restaurants deutschlandweit gelistet. International ist die Holding in über 40 Ländern tätig.

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