Angetreten, um den digitalen Außenwerbe-Markt zu demokratisieren

Berliner HYGH AG sagt Ströer und Wall den Kampf an

In der Bundeshauptstadt betreibt der von Fritz Frey, Vincent Müller und Antonius Link aus der Taufe gehobene Anbieter HYGH AG digitaler Displaywerbung bereits erfolgreich mehr als 450 Bildschirme. Von den für die Rhein-Metropole Köln vorgesehenen 200 Displays stehen bereits 70 an Ort und Stelle. Im nächsten Step peilt die HYGH AG jeweils 200 Screens in Hamburg, Frankfurt/Main und München an. Bis Ende Juli 2021 sollen insgesamt 1.300 Bildschirme in deutschen Metropolregionen in beliebigen Kombinationen gebucht werden können. Als Ziel haben sich die Berliner Gründer vorgenommen, die Marktmacht von Ströer und Wall zu brechen und auch Mittelständlern, Kleinunternehmen und Selbstständigen die Möglichkeit zu geben, digitale Inhalte an klar definierte Zielgruppen auszuspielen.

Das Buchungsportal der HYGH AG läuft über eigenentwickelte Software im Internet-Browser der Benutzer, bezüglich der Hardware fährt das komplett AdTech ganz bewusst zweigleisig. Wer bereits in seinem Schaufenster ein geeignetes Display stehen hat, kann sich als Content-Ausspieler unkompliziert mit dem Netzwerk verbinden. Alternativ stellt die HYGH AG auch ein hochwertiges Display des Hardware-Partners Samsung zur Verfügung. Nach Bekanntgabe der Kooperation gingen zunächst hochaufgelöste 46 Zoll Screens an den Start, diese werden nun im Zuge der 2021er-Expansion Schritt für Schritt gegen 55 Zoll Geräte ausgetauscht, die in Punkto Helligkeit und Kontrastverhältnis noch weiter zulegen konnten. Spätestens im kommenden Sommer sollen dann Passanten selbst bei strahlendem Sonnenschein die Werbebotschaften auf den großformatigen Displays lesen können.

Die bisherigen Platzhirsche Ströer und Wall sind am Aufstieg ihrer sehr ambitionierten Wettbewerber nicht ganz unschuldig. 2019 wollten die Gründer der HYGH AG digitale Außenwerbung für ein anderes Projekt buchen. Der Start einer neuen Beratungsagentur für Kryptowährungen und -investments sollte über eine Display-Kampagne im Wert von knapp 50.000 Euro begleitet werden. Dieser nicht unerhebliche Etat-Umfang motivierte die Vertriebsverantwortlichen der damaligen Marktbeherrscher jedoch nicht einmal, einen unverbindlichen Beratungstermin zu vereinbaren.

Unabhängig vom unerwarteten Desinteresse an einer Zusammenarbeit bereiteten Frey, Müller und Link bereits die unnötig komplizierten, wenig digitalisierten Buchungs-Prozesse sowie die langen und unflexiblen Vorlaufzeiten der Marktführer enorme Bauchschmerzen. Quasi mit dem Rücken zur Wand entschlossen sich die drei dann, das Heft des Handelns wieder an sich zu nehmen – und gründeten einfach selbst ein Unternehmen für digitale Außenwerbung (DOoH – Digital Out of Home). Auf Basis ihrer unerfreulichen Erfahrungen legten die Geschäftsführer der HYGH AG von Anfang an besonderen Wert auf eine unkomplizierte, auch für "Werbe-Laien" geeignete Bedienoberfläche. Weiterhin stand ganz oben im Lastenheft des Online-Portals, dass sich für jedes Budget und feindosierbare Zielgruppen-Kategorisierungen eine probate Lösung finden lässt. Die faire Rückvergütung an Screen-Aufsteller fügt sich dann auch sehr konsequent in die Geschäftsphilosophie des AdTechs ein. Fritz Frey sieht in der Verschärfung der Kontaktbeschränkungen einen starken Trigger für den Einzelhandel, sich mit dem Thema Außenwerbung forciert zu beschäftigen.

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