Bitte waschen!

Interview mit Ortwin Höller, Geschäftsführer der Wilhelm Wulff GmbH

Firmengründer Wilhelm Wulff begann im Hamburg des Jahres 1931 mit dem Reinigen von Arbeitskleidung – mit seinen eigenen Händen und einer Wurzelbürste.

2016 hat das Unternehmen 200 Mitarbeiter und zwei Betriebe in Munster, in denen täglich 45 t Wäsche gewaschen, gebügelt, gefaltet und im Umkreis von 200 km an die Kunden ausgeliefert werden, wobei Abrechnung und Versorgung durch eingenähte Transponder gesteuert werden. Dazwischen liegen 85 Jahre – und Welten.

Allen Sätteln gerecht

„In den ersten Jahrzehnten lag der Schwerpunkt auf dem Reinigen von Berufskleidung“, sagt Ortwin Höller, der die Geschäftsführung 1996 von seiner Mutter Luise Höller übernahm, die viele Jahre die ‘rechte Hand’ des Firmengründers gewesen war. „Wir haben für die Schifffahrt in Hamburg, für das komplette VW-Werk in Wolfsburg, Kassel und Hannover und auch damals schon für Hotels gewaschen. Ende der 1980er-Jahre kam der Umstieg auf Krankenhauswäsche: 20 Jahre lang haben wir auch OP-Wäsche sterilisiert, sind dort aber von den Einwegprodukten verdrängt worden. Später konnten wir auch Seniorenheime als Kunden gewinnen.“

Kontrolliertes Wachstum

Krankenhaus- und Seniorenheimwäsche machen heute das Kerngeschäft aus, wobei dem Fachkräftemangel durch die firmeninterne Ausbildung von Textilreinigern begegnet wird. Insgesamt wird ein Jahresumsatz von zwölf Millionen EUR erwirtschaftet.

Ortwin Höller, Geschäftsführer der Wilhelm Wulff GmbH
„Im Krankenhausgeschäft haben wir einen sehr guten Ruf. Viele Kunden sind uns seit 50 Jahren treu.“ Ortwin HöllerGeschäftsführer

Neu hinzugekommen ist der Hotelbereich: „Der ist bislang aber noch ein zartes Pflänzchen, erst 80 kleine Hotels, alles Mietwäsche, die wir den Kunden vermieten. Den Krankenhaus- und Hotelbereich und Seniorenheime wollen wir noch ausweiten“, erläutert der Geschäftsführer, der gutes Potenzial für weiteres Wachstum sieht: „Kleinere Betriebe haben es schwer in der Branche. Mit 10 t hat man kaum Überlebenschancen. Bei uns fallen täglich 35 t allein an Krankenhauswäsche an. Insofern haben wir durchaus Ambitionen, einen weiteren Standort zu etablieren.“

An mangelnder Kundschaft sollte dieses Vorhaben nicht scheitern, denn das Unternehmen hat im Krankenhausgeschäft einen exzellenten Ruf. Die Kunden fragen an und empfehlen Wilhelm Wulff weiter, wie Ortwin Höller betont: „Wir pflegen unsere Website, haben unser Logo modernisiert und unsere Prospektmaterialien überarbeitet, aber im Wesentlichen sind unsere zufriedenen Kunden das beste Marketing. Erfolgreich sind wir, weil wir nah am Kunden sind und unseren Service zu fairen Preisen bieten, weil wir unsere Häuser absolut verlässlich beliefern, unsere Außendienstmitarbeiter unsere Kunden gut betreuen und wir – auch das ist wichtig – Reklamationen ernst nehmen und ihnen nachgehen.“

Für die Zukunft strebt Ortwin Höller für das Unternehmen kontrolliertes Wachstum durch Zugewinn von Kunden sowie die intensive Förderung von Nachhaltigkeit durch Realisierung der Umweltmanagementnorm ISO 14001 an: „Weil bei uns jeder weiß, was er in seinem Bereich dafür tun muss, können wir unsere Ziele auch erreichen.“

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