Neue Kapazitäten für ökologische Brennstoffe der Zukunft
Interview mit Geert Arnoldussen, COO der Vesta Terminals B.V.

Wirtschaftsforum: Herr Arnoldussen, was macht den Erfolg von Vesta Terminals aus? Warum arbeiten Ihre Kunden gern mit Ihnen zusammen?
Geert Arnoldussen: Wir denken mit den Kunden mit. Wir sind nicht überheblich und stehen stets zur Verfügung, um unseren Kunden zu helfen. Wir haben Kunden, die mit großen Playern zusammenarbeiten und von ihnen nur als eine Nummer behandelt werden. Wir sind anders: mit einem Personal Touch. Unsere Mitarbeiter stehen an sieben Tagen 24 Stunden für unsere Kunden bereit, um Aufträge zu bearbeiten und gut zu erledigen.
Wirtschaftsforum: Was können Kunden von Ihnen erwarten?
Geert Arnoldussen: Wir sind ein traditioneller Tanklagerbetrieb und stellen unsere Kapazitäten Dritten für die Lagerung von Flüssigkeiten zur Verfügung. Bei uns werden Mineralölprodukte ebenso gelagert wie Bioprodukte oder Chemikalien.
Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit Produkten für die Energiewende, zum Beispiel mit Wasserstoff und Wasserstoffträgern. Für uns ist die Energiewende ein eigenes Projekt, das wir Greenpoint Valley nennen. Wir haben zwei Tanks zum Lagern von Ammoniak, die aktuell nicht genutzt werden. Diese Tanks überarbeiten wir gerade nach den neusten Vorschriften und wollen sie künftig zur Lagerung von grünem und blauem Ammoniak einsetzen, den wir importieren und anschließend weitervertreiben, zum Beispiel nach Deutschland. Für diese Aktivitäten sind wir prädestiniert, denn wir haben gerade die Genehmigung dafür bekommen. Uns schweben zwei Szenarien vor: Das eine ist der Import des Ammoniaks, zum Beispiel aus dem Mittleren Osten, den ein Händler anschließend weitervertreibt. Das andere Szenario basiert auf einer Übereinkunft, etwa mit Uniper: Wir importieren den Ammoniak, der danach per Bahn nach Deutschland gelangt. Daran sind außer Uniper auch andere Firmen interessiert, zum Beispiel EcoPort.
Wirtschaftsforum: Das hört sich spannend an. Gibt es weitere Ideen, wie Sie die Energiewende vorantreiben können?
Geert Arnoldussen: Auf jeden Fall. Wir beschäftigen uns auch mit Flussbatterien. Sie speichern elektrische Energie in chemischen Verbindungen, wobei die Reaktionspartner in flüssiger Form vorliegen. Das kann bei uns in einem negativ und einem positiv geladenen Tank vonstattengehen.
Wirtschaftsforum: Welche Kundengruppen nutzen Ihre Möglichkeiten?
Geert Arnoldussen: Bei den traditionellen Mineralölprodukten sind es Veredelungsbetriebe und Handelshäuser.
Wirtschaftsforum: Und wo liegt ihr geografisches Einzugsgebiet?
Geert Arnoldussen: Wir fungieren als Import-, Export- und Distributionszentrum für global tätige Unternehmen. Das bedeutet beispielsweise, dass Produkte aus dem Nahen Osten mit großen Schiffen importiert, in unserem Lager gelagert und mit Lastkähnen (Break-Bulk) nach Europa verteilt werden können. Oder umgekehrt, wenn Kunden mit kleineren Schiffen zu unserem Lager kommen und dort große Mengen zusammenstellen, die dann mit großen Schiffen verschifft werden (Make-Bulk).
Wirtschaftsforum: Bitte erzählen Sie uns etwas über die Entstehungsgeschichte von Vesta Terminals. Wann wurde das Unternehmen gegründet und wie hat es sich seitdem entwickelt?
Geert Arnoldussen: Vesta Terminals wurde von Mercuria (einem in der Schweiz ansässigen Rohstoffhandelsunternehmen) gegründet. Vor etwa 12 Jahren wurde das Joint Venture gegründet, an dem sich ein chinesischer Partner beteiligte. Wir haben unseren Hauptsitz in Utrecht in den Niederlanden und Terminals in Antwerpen (Belgien) und Vlissingen (Niederlande). Insgesamt beschäftigen wir rund 125 Mitarbeiter.
Wirtschaftsforum: Wie betreuen Sie Ihre Kunden?
Geert Arnoldussen: Unsere Sales-Mitarbeiter stehen während der Vertragslaufzeit, die in der Regel zwischen zwei und drei Jahren beträgt, in engem und regelmäßigem Austausch mit unseren Kunden. Unsere Abteilung Business Development sucht nach geeigneten Projekten mit einem Fokus auf der Energiewende.
Wirtschaftsforum: Wie sieht es mit dem Marketing aus?
Geert Arnoldussen: Hier beschränken wir uns im Wesentlichen auf unseren Internetauftritt sowie LinkedIn. Unsere Branche ist überschaubar und wir haben darin einen guten Namen.
Wirtschaftsforum: Ist die Digitalisierung für Vesta Terminals ein wichtiges Thema?
Geert Arnoldussen: Auf jeden Fall. Unsere Prozesse sind so digital wie möglich und bei der Planung nutzen wir mittlerweile auch AI-Tools.
Wirtschaftsforum: Wie würden Sie die Atmosphäre im Unternehmen beschreiben?
Geert Arnoldussen: Bei uns geht es sehr familiär zu. Die Wege sind kurz und Eigenverantwortlichkeit wird großgeschrieben.
Wirtschaftsforum: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Geert Arnoldussen: Wir suchen intensiv nach neuen Möglichkeiten zur CO2-Reduzierung und werden bestehende Tanklager anpassen oder an anderen Standorten innerhalb oder außerhalb Europas erweitern.











