Verbindungen, die halten

Interview mit Jens Schöne, Geschäftsführer der Verbindungselemente Engel GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Schöne, das Unternehmen wurde 1949 als Eisenwarenhandel gegründet. Was sind heute die wichtigsten Säulen des Geschäfts?

Jens Schöne: Wir konzentrieren uns auf den Handel und das industrielle Geschäft. Dabei umfasst unser Portfolio sowohl Handelsprodukte als auch Eigenmarken. Wir bieten alles rund um das Thema Verbindungstechnik an. Dazu gehören DIN- und Normteile ebenso wie Sonder- und Zeichnungsteile. Dabei setzen wir auch auf eigene Entwicklungen. Eine weitere wichtige Säule unseres Geschäfts sind auch unsere Kanban-Systeme zur Optimierung der C-Teile-Beschaffung. Mit unseren Kanban-Systemen, Kanban-Boxen und E-Kanban-Lösungen unterstützen wir unsere Kunden dabei, ihre Logistik flexibel und effizient zu gestalten. Hier geht es um Just-in-time-Belieferung direkt in die Produktionslogistik.

Wirtschaftsforum: Bitte geben Sie uns doch ein Beispiel für eigene Entwicklungen.

Jens Schöne: Zum Beispiel haben wir vor Kurzem E-JET® entwickelt, eine eigene Produktreihe für den Holzbau. Der Holzbau hat besondere Anforderungen, da Weichhölzer sicher miteinander verbunden werden müssen. Die Schrauben müssen unter anderem schnell anbeißen und das Material möglichst wenig aufspalten. Wir kennen diese speziellen Anforderungen und haben unsere E-JET®-Linie optimal darauf abgestimmt.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Verbindungselemente Engel von anderen Anbietern?

Jens Schöne: Wir sind als Spezialisten für die Holzbranche und auch für die Caravan-Industrie bekannt. Für den Caravan-Markt haben wir spezielle Lösungen entwickelt, die zum Beispiel für Leichtbauweise geeignet sind. Diese Produkte vertreiben wir unter unseren Eigenmarken. Da-rüber hinaus schätzen uns unsere Kunden grundsätzlich für unsere intensive Beratung. Wir sind zuverlässig und schnell, durch unsere Regionalität nah am Kunden und als Familienbetrieb nachhaltig aufgestellt.

Wirtschaftsforum: Wie begegnen Sie dem umfassenden Thema der Nachhaltigkeit?

Jens Schöne: Wir haben dazu bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, zum Beispiel unsere Beleuchtung auf LED umgestellt. Darüber hinaus vertreiben wir kompostierbare Beutel, die sich zum Beispiel für Teile eines Schaltschrankes nutzen lassen. Wir kontrollieren unsere CO2-Emissionen sehr genau und legen Wert darauf, dass unsere Speditionspartner die EURO-6-Norm erfüllen. Wir stellen fest, dass das Thema insbesondere bei unseren größeren Kunden immer wichtiger wird. Hier gibt es oft schon regelrechte Lastenhefte, insbesondere bei unseren Industriekunden. Im Handel ist das Geschäft nach wie vor eher preisgetrieben.

Wirtschaftsforum: Welche sind Ihre wichtigsten Zielbranchen?

Jens Schöne: Zum einen beliefern wir Schraubenhändler. Darüber hinaus richten wir uns an unterschiedliche Industriebereiche, zum Beispiel an den Holzbau, die Caravan-Branche, den Maschinenbau, die Landwirtschaft, die Haushaltsbranche und auch an Automotive-Zulieferer.

Wirtschaftsforum: Aus welchen Regionen kommen Ihre Kunden?

Jens Schöne: Wir sind vor allem in Bayern und Baden-Württemberg stark aufgestellt. Darüber hinaus haben wir auch Kunden in Österreich und der Schweiz. Wir möchten uns mittelfristig bundesweit in Deutschland aufstellen, sehen aber auch in unseren Regionen vor Ort noch Potenzial.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Themen für die kommenden Monate?

Jens Schöne: Erst vor Kurzem ist unser E-Shop an den Start gegangen. Gerade wenn es um beratungsintensive Produkte geht, wird persönliche Beratung immer nötig sein, vor allem bei industriellen Anwendungen. Aber bei Standardteilen, wo Verfügbarkeit und Preis geprüft werden, ist der E-Commerce eine sehr gute Ergänzung. Wir möchten profitabel, mit einer höheren Marge wachsen, aber am wichtigsten ist es uns, gesellschaftlich integrierte Leistungen anzubieten, zum Beispiel mit Lösungen für die Arbeits- und Produktsicherheit.

Wirtschaftsforum: Inwieweit treibt die Digitalisierung die Weiterentwicklung des Unternehmens voran?

Jens Schöne: Wir haben unsere IT-Systeme Anfang dieses Jahres komplett erneuert, unter anderem ein neues ERP-System und ein neues Lagerverwaltungssystem eingeführt. Wir werden in der nächsten Zeit konsequent Prozessinnovationen vorantreiben, um sowohl unsere Industrie- als auch unsere Handelskunden noch besser bedienen zu können. Wir werden dazu auch extern digitalisieren, zum Beispiel mit einem EDI.

E-JET® ist ein schönes Beispiel für digitale Innovation auf Produktebene. Nicht zuletzt treibt die Digitalisierung auch unsere Nachhaltigkeit voran.

 Wirtschaftsforum: Was erwarten Sie vom Markt für die kommenden Monate?

Jens Schöne: In der letzten Zeit ist das Handelsgeschäft stark zurückgegangen. Die Unternehmen haben volle Läger und Logistikzentren. Wir hoffen, dass sich dieser Bereich im zweiten Halbjahr 2024 wieder beruhigt. Für das Industriegeschäft sehen wir zuversichtlich in die Zukunft und erwarten vielleicht sogar für dieses Jahr noch vorsichtiges Wachstum.

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