Von A nach B plus X

Interview

Das Unternehmen fuhr für einen Hersteller von Fenster- und Türendichtungen aus Papenburg; später kamen Kunden aus der Automobilbranche hinzu. TL expandierte und spezialisierte sich als Direktverlader.

"2003 haben wir uns von einem Transportdienstleister zu einem Logistikdienstleister weiterentwickelt", schildert der Diplom-Kaufmann (FH) den Ausbau seines Unternehmens, dem er nach wie vor als geschäftsführender Alleingesellschafter vorsteht. "Wir wollten mehr machen als Transporte von A nach B: die gegenwärtige Firmierung zeigt das."

„Wir machen mehr als Transporte von A nach B.“ Ansgar Tensing

Wechselbrücken als Lager

Inzwischen hat TL seinen Hauptsitz nach Meppen verlagert. Das Unternehmen beschäftigt 35 Mitarbeiter, bildet aus und setzte 2007 fünf Millionen Euro um. "Für 2008 erwarten wir sieben Millionen Euro", bilanziert Ansgar Tensing. "Dazu trägt das Auslandsgeschäft mit einer Million Euro bei. Anfang 2008 haben wir ein Logistikprojekt für eine große Verzinkerei in Herzlake gewonnen. Allein durch diesen Auftrag erhöht sich unser Umsatz um eine Million Euro pro Jahr."

TL bringt alles und liefert die fertigen Produkte aus, erstellt alle Dokumente und erledigt Zollformalitäten. Kunden sind direkt über ein SAP-System angebunden, das sie jederzeit den Weg ihrer Ware nachvollziehen lässt. Alle TL-Fahrzeuge sind satellitenüberwacht. Der Fuhrpark besteht aus 20 eigenen Fahrzeugen und 20 Fahrzeugen von Subunternehmern.

"Wir setzen drei Meter hohe Megatrailer als Sattelauflieger und Jumbo-Wechselbrückenzüge ein", so Ansgar Tensing. "Die Wechselbrücken stellen wir mitsamt Inhalt beim Kunden ab, der sie als Lager flexibel nutzt. Ob das Auslagern von Logistikleistungen Kosten senkt, berechnen wir bei Bedarf gegen Gebühr. Sobald wir einen Auftrag erhalten, erstatten wir sie."

TL arbeitet überwiegend für die Automobilindustrie (mit VW und Audi als Hauptkunden) und ihre Zulieferer – europaweit. Das nach ISO 9001:2000 zertifizierte Unternehmen transportiert unter anderem Motoren, Achsaggregate und Stoßfängermodule, aber auch Kopfstützen. "Wir liefern just in time oder just in sequence direkt ans Transportband", so Diplom-Kaufmann Lars Kortlüke, der Logistik-Manager. "Linienverkehre, Rundläufe und Sonderfahrten gehören ebenfalls zu unserem Programm."

Rund um die Uhr

Ziele der TL-Transporte liegen außer in Deutschland vor allem in Italien, der Slowakei, Ungarn und Polen. Auch Frankreich, Belgien und Großbritannien steuern die TL-Fahrer regelmäßig an. Trotz des Standorts im Emsland kann TL schnell und flexibel Aufträge abwickeln, denn die Fahrzeuge sind dezentral stationiert. "Wir sind rund um die Uhr erreichbar", stellt Ansgar Tensing fest. "Das gilt auch für mich persönlich und Lars Kortlüke."

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Transport & Logistik

Wenn Logistik zum ­Balanceakt wird

Interview mit Xaver Bosch, Geschäftsführer der Internationale Logistik Spedition Xaver Bosch GmbH

Wenn Logistik zum ­Balanceakt wird

Ob Lebensmittel, Pflanzen oder Industriegüter: Ohne verlässliche Transporte geraten Lieferketten schnell ins Stocken. Zugleich erschweren Fahrermangel und enge Zeitfenster den Alltag. Die Internationale Logistik Spedition Xaver Bosch GmbH mit Sitz…

Projektlogistik mit ganzheitlichem Ansatz

Interview mit Julia Zureck, Prokuristin der Zureck Logistik GmbH

Projektlogistik mit ganzheitlichem Ansatz

Die Logistikbranche wandelt sich rasant – klassische Transporte allein reichen längst nicht mehr aus. Immer komplexere Projekte, steigende Anforderungen an Infrastruktur und Genehmigungen erfordern neue Herangehensweisen. Die Zureck Logistik GmbH…

Die Kunst der perfekten Zustellung

Interview mit Kris Van Humbeeck, CEO der DHL Express (Austria) GmbH

Die Kunst der perfekten Zustellung

Wenn Waren innerhalb weniger Stunden rund um den Globus transportiert werden müssen, zählt vor allem eines: Verlässlichkeit. Genau darauf hat sich die DHL Express (Austria) GmbH spezialisiert. Das Unternehmen, das…

Spannendes aus der Region Landkreis Emsland

Verantwortung übernehmen im jagdlichen Fachmarkt

Interview mit Stefan Kolosser, Geschäftsführer der Huntivity Group GmbH

Verantwortung übernehmen im jagdlichen Fachmarkt

Mit klarer Vertriebsorientierung und starkem Markenfokus hat sich die Huntivity Group GmbH im jagdlichen Fachmarkt erfolgreich positioniert. Der Schwerpunkt liegt auf dem B2B-Großhandel und dem gezielten Aufbau eigener Marken. Geschäftsführer…

Mehr Sicherheit für die Landwirtschaft

Interview mit Harald Frilling Geschäftsführer über die ISW Versicherungsmakler GmbH

Mehr Sicherheit für die Landwirtschaft

Die Landwirtschaft gehört zu den wirtschaftlich und politisch am stärksten regulierten Branchen in Deutschland. Steigende Anforderungen, volatile Märkte und zunehmende Risiken stellen Betriebe wie Dienstleister gleichermaßen vor Herausforderungen. Umso wichtiger…

Das könnte Sie auch interessieren

Küstenwinde in Klimavorteile verwandeln

Interview mit Jean Huby, CEO der Ocean Breeze Energy GmbH & Co. KG

Küstenwinde in Klimavorteile verwandeln

Der Betrieb des ersten kommerziellen Offshore-Windparks Deutschlands erforderte weit mehr als nur technisches Know-how: Gefragt waren und sind Einfallsreichtum, Widerstandsfähigkeit und die Bereitschaft, traditionelle Rollen in der Branche neu zu…

Die Stärke der Nische

Interview mit Christoph Dorscheid, Geschäftsführer der cds Polymere GmbH & Co. KG

Die Stärke der Nische

Wer auf einem Flughafen landet, denkt nicht an Kunstharz. Wer eine Tiefgarage betritt, denkt nicht an Reaktionsharzmörtel. Und wer einen frisch beschichteten Industrieboden betritt, fragt selten, wer das Material geliefert…

Energiekonzepte mit Langzeitwirkung

Interview mit Jürgen Gölz, Geschäftsführer der e3 Energieanlagen GmbH

Energiekonzepte mit Langzeitwirkung

Die Wärmeversorgung der Zukunft entsteht nicht in großen Kraftwerken, sondern zunehmend vor Ort. Die e3 Energieanlagen GmbH entwickelt und betreibt dezentrale Wärmenetze, die erneuerbare Energien, regionale Wertschöpfung und moderne Technik…

TOP