Aufstieg am Boden

Interview

„Unser Geschäft ist der Bodenverkehr am Flughafen, das heißt Dienstleistungen am Boden wie das Ein- und Ausladen des Gepäcks, das Sortieren und der Transport von Koffern oder Vorfeld-Passagiertransporte“, sagt Bruno Stefani, CEO von Swissport Losch. „Bodenabfertigungsdienste sind ein Lizenzgeschäft. Die Flughäfen schreiben die Lizenz für die Bodenabfertigungsdienste alle sieben Jahre neu aus. 2009 wurde die Lizenz in München neu ausgeschrieben und Swissport Losch hat den Zuschlag erhalten. 2010 starteten wir mit einem Kunden, Germanwings. Damals fertigten wir eine Handvoll Abflüge am Tag ab, heute sind es mehr als 250 am Tag.“

Eine Erfolgsgeschichte

Schon 2011 konnte Swissport Losch die Abfertigung der Regionalflotte von Lufthansa übernehmen. „Das war ein riesiger Wachstumsschub“, betont Bruno Stefani. „Im Jahr darauf gewannen wir 15 neue Kunden dazu und 2013 weitere, damit hatten wir 45% Marktanteil am Flughafen München erreicht. Heute fertigen wir 36 Airlines ab. Auch die Zahl der Mitarbeiter belegt den Erfolg. Angefangen haben wir mit 215 Mitarbeitern, heute beschäftigen wir 700 Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von 40 Millionen EUR.“

Reizvolle Aufgabe

Swissport Losch ist ein Joint Venture zwischen der Schweizer Swissport International und der Losch Gruppe mit Sitz in Stuttgart. Swissport ist der weltweit größte Anbieter von Boden- und Frachtabfertigungsdiensten in der Luftfahrtindustrie.

Das Unternehmen fertigt jährlich rund 224 Millionen Passagiere und 3.9 Millionen Flüge für etwa 700 Kundenunternehmen ab. Es betreibt 120 Lagerhallen und bewegt nahezu vier Millionen Tonnen Fracht.

Airlines sind preissensibel; wir überzeugen mit unserem Preis-Leistungs-Mix. Bruno Stefani CEO

Swissport beschäftigt rund 55.000 Angestellte und ist an mehr als 255 Standorten in 44 Ländern auf fünf Kontinenten präsent. Der konsolidierte Jahresumsatz beträgt drei Milliarden CHF. Die Losch-Gruppe ist als Bodenabfertigungsdienstleister auf den Flughäfen Stuttgart, Weeze und Memmingen auf dem Vorfeld tätig. Zudem ist man in Berlin-Tegel als größter Passagierabfertiger vertreten.

Über 800 Mitarbeiter an allen Standorten sorgen an sieben Tagen in der Woche für eine sichere und pünktliche Abfertigung. Die Kombination aus beiden Unternehmen, ihre Bekanntheit und die weltweiten Kontakte sind ein Teil des Erfolgs der Münchner Spezialisten, nicht zuletzt aber auch das hoch motivierte und junge Team mit Bruno Stefani, der seit 1991 bei Swissport tätig ist und seit Dezember 2010 bei Swissport Losch; 2012 wurde er Geschäftsführer.

„Ich war fast von Anfang an dabei, durfte das Unternehmen mit aufbauen und mitgestalten“, erklärt Bruno Stefani. „Der Erfolg ist natürlich nicht an eine Person gekoppelt, er ist eine Teamleistung. Mich reizt an der Aufgabe der Mix zwischen operativen und strategischen Feldern, die ganze Bandbreite der Möglichkeiten, die man als Geschäftsführer hat, von Operation, Finanzen, Einkauf, Verkauf bis zur Mitarbeiterführung und Motivation, eines der größten Tätigkeitsfelder des Leiters. Ich habe einen hohen Anspruch an das eigenverantwortliche Denken und Handeln der Mitarbeiter auf allen Stufen. Viele blühen dabei auf, wollen mehr Verantwortung übernehmen. Andere sind noch nicht so weit, da müssen wir sie heranführen.“

Klein und gross

Zu den Kunden von Swissport Losch gehören große Namen wie Air Dolomiti, Air France, KLM, British Airways, Tuifly, Air Canada oder Oman Air.

„Wir betreuen alle Flugzeuggrößen von Kleinstflugzeugen bis zu Jumbos“, sagt Bruno Stefani. „Neben der normalen Bodenabfertigung kümmern wir uns um die Nachtluftpost-Abfertigung oder die VIP-Transporte für Topkunden der Lufthansa sowie mit der eigenen Tochter Privatport um die Rundumbetreuung bei Privatflügen.“

Es geht in allen Bereichen um höchste Flexibilität und individuellen Service. Die Airlines haben hohe Erwartungen, die es zu erfüllen gilt. „Ihre Ansprüche früh erkennen, gemeinsam die Prozesse verbessern, das ist unsere Stärke“, so Bruno Stefani. Lufthansa, beispielsweise, unser größter Kunde, ist im Wandel. Wir müssen diesen Wandel mitgehen, Vorteile für die Lufthansa schaffen, damit es eine erfolgreiche und langfristige Partnerschaft wird und wir auf die Unterstützung für die nächste Lizenzperiode zählen können.“

Ganz direkt

Beim Marketing profitiert Swissport Losch stark vom Netzwerk und setzt dazu auf direkten, persönlichen Kontakt. „Der persönliche Eindruck ist entscheidend“, unterstreicht der CEO. “Wir haben viel persönlichen Kontakt mit lokalen Airline-Vertretern oder auf den internationalen IATA Ground Handling Messen durch unsere Muttergesellschaften Swissport und Losch. Kunden schätzen die Qualität und Flexibilität unserer Dienste und unseren Preis-Leistungs-Mix. Wir sind in der Lage, eine Balance zu finden zwischen dem Preis und der Qualität, die erwartet wird. Unser unmittelbares Ziel ist, 2017 die ablaufende Lizenz zu verlängern, um mindestens weitere sieben Jahre tätig zu sein. Wenn wir das schaffen, haben wir bewiesen, dass wir am Standort München gleichermaßen für Kunden und Mitarbeiter ein solider und zuverlässiger Partner sind.“

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