Ein Leben für die Stühle

Interview

„Meine Mutter hat mich das Laufen gelehrt, alles andere habe ich mir selbst beigebracht“, erzählt der gelernte Polsterer, der 1966 als einfacher Außendienstmitarbeiter seine Karriere bei der Stechert Stahlrohrmöbel GmbH startete und heute ihr geschäftsführender Gesellschafter ist.

Aus einem Betrieb mit 22 Beschäftigten und Schulden hat er im Laufe der Jahrzehnte ein florierendes Unternehmen gemacht, das heute 200 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von 26 Millionen EUR erwirtschaftet. Aufgewachsen ist er in bescheidenen Verhältnissen in der Nähe von Coburg.

Da sein Vater nicht aus dem Krieg zurückkehrte, absolvierte Franz Stegner nach der Volksschule eine Ausbildung zum Polsterer, um gemeinsam mit seinem Bruder Klaus die Familie ernähren zu können.

Weltmarktführer

Stühle sind das Leben von Franz Stegner und die Vielfalt der Produkte dokumentiert diese Leidenschaft. Da gibt es Stühle für Hallen und Säle, für Wartezonen, für Konferenzen, Seminare und Büros, für Kantinen und Bistros sowie für Sportstätten und Stadien.

Apropos Sportstätten und Stadien: In diesem Segment ist Stechert weltweit die uneingeschränkte Nummer eins. Ach ja, und neben den Stühlen entwickelt und fertigt das vielseitige Unternehmen auch Tische und Regale – natürlich in der gleichen Topqualität wie die Stühle.

Kein Design-Schnickschnack

Die Produktpalette ist genau auf die jeweilige Anwendung abgestimmt und der alte Designer-Grundsatz ´Form follows function` wird bei Stechert jeden Tag aufs Neue umgesetzt.

Hier ist kein Platz für unnötigen Firlefanz, wie Franz Stegner mit dem ihm eigenen Humor betont: „Designer machen ja oft schöne Sachen, aber man sollte auf Stühlen auch sitzen können!“

„Meine Mutter hat mich das Laufen gelehrt, alles andere habe ich mir selbst beigebracht.“ Franz Stegner geschäftsführender Gesellschafter

Ausstatter der Fußball-WM

Wie gut es sich auf Stühlen von Stechert sitzen lässt, haben auch viele Besucher der Fußball-WM in Südafrika erfahren können. Für die WM 2010 wurden knapp 200.000 Stechert-Qualitäts-Stadionsitze in fünf der zehn austragenden WM-Stadien eingebaut.

Auch bei der Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr in der Ukraine sollen Stadien mit Sitzgelegenheiten von Stechert ausgestattet werden. Hier setzt die neue Serie Copacabana’ Maßstäbe. Die weiche und komfortable Kammerform nimmt die mechanischen Kräfte des Sitzenden auf, so dass starre Metallrahmen überflüssig sind.

Die doppelwandige Konstruktion bietet eine gelungene Kombination von Stabilität und Elastizität. Der Luftkisseneffekt sorgt für ein angenehm warmes Sitzgefühl. Dabei werden die Stadionbestuhlungen von Stechert nicht nur im Ausland geschätzt. Zahlreiche Sportstätten in Deutschland, darunter die Bundesligastadien in St. Pauli, Nürnberg, Leverkusen, Hamburg und Berlin bieten Stechert-Sitzkomfort.

„Es wäre toll, wenn die Stadionbesucher so gern auf unseren Stühlen sitzen, dass sie kein Tor mehr von den Sitzen reißt“, wünscht sich der umtriebige Selfmademan.

Überall begehrt

Nicht minder beeindruckend ist die Referenzliste bei der Objektbestuhlung. Ob Meistersingerhalle Nürnberg, Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages, Dresdner Frauenkirche oder Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin, überall prägen Stechert-Stühle das Sitzgefühl.

Weitere Objekte sind Audi-Zentrum Bamberg, Flughafen Nürnberg, Bankakademie Frankfurt, Messe Klagenfurt, Hotel Mövenpick Hamburg, Hotel Steigenberger Mannheimer Hof, Osram-Mensa Berlin und Grand Hotel Esplanade Berlin.

Familienunternehmen

1954 gründete Erwin Stechert das Unternehmen, das sein Sohn Joachim nach dem Tod des Vaters 1961 weiterführte. Zunächst wurden Zierleisten für Kinderwagen und Möbelbeschläge verkauft, später verarbeitete und veredelte die Firma Stahlrohre für Stühle, Bänke und Tische.

Nachdem Joachim Stechert 1969 überraschend verstarb, stand Franz Stegner der jungen Witwe und ihren vier Kindern zur Seite und heiratete sie 1983. In den folgenden Jahren vollzog er den Wandel vom Zulieferer- zum Produktionsbetrieb und baute Sortiment und Unternehmen kontinuierlich aus.

Heute werden an den drei Standorten Wilhermsdorf, Trautskirchen und Gößnitz in Thüringen pro Jahr rund 400.000 Stühle und 70.000 Tische gefertigt. Geschäftsführer der Stechert Stahlrohrmöbel GmbH sind Franz Stegner, Eva-Maria Stechert- Stegner, die Witwe von Joachim Stechert, und ihr Sohn Erwin Stechert.

Hochmoderne Fertigung

„Wir sind die ersten unserer Branche mit Robotern und Pulverbeschichtung gewesen“, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Franz Stegner.

„Höchste Qualität sowie modernste Produktionskapazitäten und Produktionsmittel sind unser Standard. Wir sind sicherlich führend hinsichtlich der Fertigungstiefe: vom reinen Rohr bis zum Endprodukt kommt alles hier aus dem Haus.“

Sichtlich stolz ist Franz Stegner auch auf den hochmodernen Maschinenpark: „Wir haben ein modernes Laserzentrum, 16 Schweißroboter und 15 Biegeautomaten.“

Nachfolge geregelt

Seit vielen Jahren ist Erwin Stechert, Stiefsohn von Franz Stegner, Mitglied der Geschäftsführung. Er soll einmal die Nachfolge des auch bei der Belegschaft äußerst beliebten Firmenchefs antreten.

Schließlich steht für die Mitarbeiter die Tür zum Büro von Franz Stegner immer offen und sie leben, lachen und leiden mit ihrem Chef. Als der vor einigen Jahren zwei Herzinfarkte erlitt und erst nach mehreren Wochen wieder in den Betrieb zurückkehrte, begrüßte ihn ein Schild am Firmeneingang: ‘Sechs Wochen krank. Jetzt bist du wieder da! Gott sei Dank!’

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