Jeder Auftrag ein Event

Interview

Die stadt wien marketing gmbh hält eine ungewöhnliche Position am Markt inne. Gegründet 1999 von der Stadt Wien zur Unterstützung von Events in Wien, ist die Firma nicht für Dritte tätig.

„Die Agentur gehört zu 100% der Stadt Wien, wird jedoch privatwirtschaftlich geführt“, betont Geschäftsführerin Barbara Forsthuber, die das Unternehmen gemeinsam mit Michael Draxler leitet.

Eine Einschränkung besteht allerdings darin, dass die Firma nur für die Stadt und deren Tochterunternehmen tätig werden kann. „Die Stadt Wien kann jederzeit ausschreiben und eine andere Agentur beauftragen“, erläutert Barbara Forsthuber. „Sie kann uns aufgrund unseres Inhouse-Status direkt beauftragen, jedoch werden nicht etwa für jede Veranstaltung wir beauftragt. Insofern stehen wir durchaus im Wettbewerb, lassen aber den Markt in Ruhe.“

Eine attraktive Aufgabe

Die Kernaufgabe ist die Organisation und teilweise auch Finanzierung über Sponsoren und die Pacht der Gastronomie. „Das Ziel ist, die Stadt attraktiv für die Einwohner, die temporären Einwohner und Gäste der Stadt sowie die Touristen zu machen“, zählt Barbara Forsthuber auf.

In jedem Jahr sind die drei wichtigsten Events der Wiener Eistraum, das Film Festival und der Silvesterpfad. Hinzu kommen kleinere Veranstaltungen wie der Wiener Weinwandertag, das Genuss Festival, das Festival der Tiere, die Verleihung der Wiener Sportstars und das Mistfest zum Thema Müllentsorgung.

Aber auch bei einmaligen Großveranstaltungen hat die Agentur ihre Hand im Spiel. Oder in der Fanzone, für die sie während der Fußball-EM 2008 verantwortlich war.

Das letzte einmalige Großereignis in der Stadt war der Eurovision Song Contest 2015, dessen Eröffnungszeremonie von der Agentur erfolgreich organisiert wurde.

„Das Echo aller Beteiligten war sehr positiv“, erinnert sich Barbara Forsthuber. Eine wichtige Funktion Ausgenommen positiv ist auch die Entwicklung der Agentur selbst.

Mit 16 Mitarbeitern generiert sie einen Umsatz zwischen 12 und 20 Millionen EUR. Aber das ist nicht das Wichtigste. „Es sind einerseits natürlich die großen Dinge, an denen man gemessen wird“, meint Barbara Forsthuber. „Es sind aber auch die vielen kleinen Veranstaltungen, die ich nicht ausnehmen möchte. Hierbei geht es um ein kleineres, aber sehr wichtiges Klientel. So sind wir sehr stolz, dass wir beim Eistraum tausende Kinder zum Eislaufen bewegen. Es gibt insofern meist auch sozialpolitische Aspekte. Es geht also nicht nur um den in Zahlen messbaren Erfolg.“

Eine ähnliche Funktion erfüllt das Film Festival, das in diesem Jahr vom 04.07. bis zum 06.09. stattfindet. „Wir konzentrieren uns voll darauf, auch wenn es jetzt zum 25. Mal stattfinden wird, denn wir verändern stetig – sowohl die Möbel als auch die Gastronomie und die Technik. Denn sonst überlebt eine solche Veranstaltung nicht so lange. Deshalb ist es immer wieder eine echt schöne Herausforderung, auch nach so vielen Jahren.“

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