„Unsere Mission? Caring for People‘s Health!“
Interview mit Tomas Mihal, Executive Vice President Germany der Stada Arzneimittel AG

Wirtschaftsforum: Herr Mihal, wie hat STADA die gesamtwirtschaftlich turbulenten letzten Jahre in Deutschland und in der Welt erlebt? Tomas Mihal: STADA blickt auf eine bereits 130 Jahre währende Geschichte zurück, in der unser Unternehmen stets mit einer nachhaltigen Beständigkeit und Verlässlichkeit aufgetreten ist. Das ist in der jüngeren Vergangenheit nicht anders gewesen. Bis heute befinden sich unser Hauptsitz sowie zwei unserer Produktionsstätten in Deutschland, und der deutsche Markt ist weiterhin von zentraler Bedeutung für uns. Wir betreiben aber auch in anderen Ländern in Europa zahlreiche Werke, um die globale Nachfrage nach unseren Produkten verlässlich bedienen zu können.
Ein wichtiger strategischer Einschnitt erfolgte 2017, als Bain Capital und Cinven STADA übernahmen und das Unternehmen anschließend von der Börse nahmen. Das ermöglichte uns einen weiteren starken Wachstumsschub. So sind wir in den letzten sechs Jahren ausnahmslos schneller gewachsen als der Markt, in Deutschland und Europa.
Wirtschaftsforum: Welche Strategie verbirgt sich hinter diesem anhaltenden Erfolg?
Tomas Mihal: Unsere Strategie baut auf den drei zentralen Säulen unseres Produktportfolios auf, allen voran auf unserem starken Engagement in rezeptfreien Arzneimitteln, also unseren Consumer Healthcare-Produkten. Dazu zählen unter anderem bekannte Marken wie Hoggar Night, Grippostad, Ladival und Elotrans, die wir auch in Zukunft jeweils noch um neue Innovationen erweitern werden. Ebenso bedeutsam ist unsere gewachsene Kompetenz im Generikamarkt sowie unser starker Auftritt in unserem sogenannten Specialty-Segment, in dem einer unserer stärksten Wachstumstreiber in Deutschland liegt. Dazu zählen sowohl unsere Biosimilars als auch völlig neuartige Innovationen. Mit diesem breiten Produktportfolio sind wir eines der am stärksten diversifizierten Unternehmen in ganz Deutschland und können neben einer starken lokalen Präsenz in den einzelnen Märkten zugleich eine umfassende übergeordnete Strategie verfolgen.
Wirtschaftsforum: Wie möchte STADA in Zukunft weiter wachsen?
Tomas Mihal: Was sich auf keinen Fall verändern wird, ist unsere zentrale Mission „Caring for People’s Health“ sowie die Haltung, die sich daraus für uns im Tagesgeschäft ergibt. Wir wollen weiterhin als starker Partner für unsere Verbraucher, Patienten und Kunden auftreten, wozu auch die Apotheken, Großhändler sowie andere Hersteller zählen. Im März 2026 wurde zudem der Wechsel in unserer Eigentümerstruktur abgeschlossen, sodass nun mit CapVest eine andere Private Equity-Gesellschaft die Mehrheit hält. Daraus werden sich für uns wiederum neue Marktperspektiven ergeben. Demgemäß können wir uns neben der Erweiterung unseres Produktportfolios durch unsere interne Forschung und Entwicklung auch anorganisches Wachstum durch bedachte Zukäufe vorstellen, um unser Sortiment im Sinne der sich wandelnden Verbraucherbedürfnisse konsequent zu erweitern. Innovation bleibt dabei eine unverzichtbare Basis für unseren weiteren Unternehmenserfolg sowie für unseren klaren Anspruch, die Nummer eins im deutschen Consumer Healthcare-Markt zu bleiben und möglicherweise von unserer Position als zweitstärkster Generika-Anbieter auf die Pole Position zu avancieren.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit heute für STADA?
Tomas Mihal: Wir fassen diesen Begriff in vielen unterschiedlichen Dimensionen auf, zum Beispiel im Hinblick auf eine unbedingte Lieferfähigkeit, was für uns vor dem Hintergrund unserer starken Marktstellung in Deutschland natürlich eine unumstößliche Pflicht ist. Gleichzeitig streben wir nachhaltige und faire Beziehungen zu allen Stakeholdern an, wozu insbesondere natürlich die Patienten zählen. Im Hinblick auf die ökologische Dimension des Nachhaltigkeitsbegriffs veröffentlichen wir inzwischen jedes Jahr unseren eigenen Nachhaltigkeitsbericht, um unser Engagement konsequent zu untermauern. Inzwischen stammen etwa 75% der von uns verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen. Das gilt für unseren Hauptsitz in Bad Vilbel, aber auch für unsere Produktionsstätten in ganz Europa. Damit nehmen wir in der Branche eine starke Vorreiterstellung ein, eine Leistung, auf die wir stolz sind, auch wenn wir uns hier in Zukunft noch weiter steigern wollen.
Wirtschaftsforum: Sie hatten ursprünglich einen langen Teil Ihrer Karriere bei STADA verbracht und sind schließlich im November 2025 von einem anderen Unternehmen als Deutschlandchef zu STADA zurückgekehrt. Worin liegen Ihre persönlichen Ziele für die nächsten Jahre?
Tomas Mihal: Das Leitbild „Culture drives Performance“ hat mich schon immer überzeugt, und STADA hat seit jeher eine besonders starke Kultur, auf die wir sehr stolz sind. Darin liegt auch einer der zentralen Gründe, warum ich mit großer Freude zu STADA zurückgekehrt bin. Eine interne Befragung der Mitarbeitenden hat derweil ergeben, dass 76% unserer Belegschaft in Deutschland stolz auf ihre Tätigkeit bei STADA sind und eine starke Bindung an das Unternehmen verspüren. Das freut uns, denn laut unseren internen HR-Experten handelt es sich hierbei bereits um einen sehr hohen Wert, den nicht viele Unternehmen erreichen. Trotzdem liegt mein klares persönliches Ziel darin, in den nächsten Jahren die 90%-Schwelle zu überschreiten. Mir ist bewusst, dass das sehr ambitioniert ist, aber ebenso bin ich überzeugt, dass ich hierbei dank der gewachsenen Kultur von STADA auf einer hervorragenden Basis aufbauen kann.












