Der präzise Blick ins Innere

Interview mit Arthur Vogt, Co-CEO der RAD-x Management GmbH

Arthur Vogt, einer der beiden Gründer und Co-CEO der RAD-x Management GmbH, begann seinen Weg in der Gesundheitsbranche aus einem anderen Unternehmen heraus. Die Idee zur Gründung entstand im Jahr 2015, als Arthur Vogt und sein damaliger Partner den Bedarf an einer umfassenden und nachhaltigen Struktur für radiologische Praxen erkannten. Die erste bedeutende Praxis, die zur RAD-x Gruppe stieß, war eine radiologische Einrichtung in der Schweiz mit zwei Standorten.

Diese Praxis, die mittlerweile fester Bestandteil der Gruppe ist, markierte den Startschuss für die Unternehmensentwicklung. Ende 2016 wurde die RAD-x Gruppe offiziell gegründet und es begann die Suche nach geeigneten Investoren. Ein holländischer Fonds, spezialisiert auf Investitionen im Gesundheitswesen, wurde zum ersten finanziellen Partner der jungen Firma.

Entwicklung und Wachstum 

Ein Meilenstein war im Januar 2017 der Erwerb der ersten Praxis in Genf. Dieser Schritt war nicht nur symbolisch wichtig, sondern ermöglichte es dem Unternehmen, das notwendige Know-how für die weitere Expansion zu gewinnen. Um die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums zu ermöglichen, musste ein Krankenhausbetrieb integriert werden.

In Bad Kreuznach wurden daher eine Akutklinik für Rheumatologie sowie eine Reha-klinik übernommen. Im selben Jahr stieß auch Fabian Groß, der heutige Co-CEO, zur RAD-x Gruppe und übernahm operative Aufgaben. Groß, der sich seitdem in die strategische Ausrichtung des Unternehmens einbringt, unterstützte den Aufbau und die Stabilisierung der Gruppe.

Bewährung in Deutschland 

Das Jahr 2020 markierte einen weiteren wichtigen Punkt in der Unternehmensgeschichte: Die erste Praxis in Deutschland wurde übernommen, und zwar in Bayern mit insgesamt drei Standorten. Kurz darauf traf die COVID-19-Pandemie auch die RAD-x Gruppe, doch dank eines robusten und flexiblen Geschäftsmodells konnte das Unternehmen nicht nur bestehen, sondern sogar weiter wachsen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Angebots der RAD-x Gruppe ist die Teleradiologie, die in Deutschland zunehmend genutzt wird. Diese Form der Diagnostik ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit den versorgten Krankenhäusern und dokumentiert die Innovationskraft des Unternehmens.

Konzept mit solider Basis

Heute umfasst die RAD-x Gruppe 26 Standorte, davon fünf in der Schweiz und der Rest in Deutschland. Mit insgesamt 750 Mitarbeitern in der Gruppe und einer jährlichen Anzahl von 420.000 Untersuchungen hat sich das Unternehmen eine solide Basis geschaffen. Trotz dieser Größe betont Arthur Vogt, dass die lokale Autonomie ein zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie bleibt.

Die Praxen, die zur RAD-x Gruppe gehören, stammen meist aus der Selbstständigkeit. Die Holding übernimmt zentrale Aufgaben wie Buchhaltung, Finanzierung, Gerätewartung, IT, Con-trolling und Steuerberatung, doch die medizinischen Entscheidungen bleiben fest in den Händen der lokalen Ärzte. Diese Struktur ermöglicht es den Praxen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, während die Holding administrative und logistische Unterstützung bietet.

Zusammenarbeit als Partner

Ein besonderes Merkmal der RAD-x Gruppe ist die starke Einbindung der Mitarbeiter. Kommunikation und das Verständnis für die Bedürfnisse der Praxen sind entscheidend. Daher durchlaufen neue Mitarbeiter eine umfassende Einarbeitung, bei der sie auch in den Praxen hospitieren, um die Abläufe und Anforderungen besser zu verstehen. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die langfristige Planung.

Die RAD-x Gruppe setzt nicht auf schnelles Wachstum, sondern auf nachhaltige Entwicklung. Jede neue Praxis wird sorgfältig ausgewählt und der Übernahmeprozess wird partnerschaftlich gestaltet. Dabei wird nicht nur die medizinische Qualifikation der potenziellen Partner bewertet, sondern auch, ob die Persönlichkeit der Ärzte und des Praxispersonals zur Unternehmenskultur passt.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Der Betrieb der bildgebenden Geräte, insbesondere der MRTs, ist energieaufwendig, was besondere Anforderungen an die Energiesteuerung stellt. Die RAD-x Gruppe arbeitet kontinuierlich daran, ihre Energienutzung zu optimieren und soziale Verantwortung im Umgang mit ihren Mitarbeitern zu übernehmen.

Für die Zukunft plant die RAD-x Gruppe, weiterhin organisch zu wachsen und neue Praxen zu integrieren, die zur bestehenden Struktur passen. Der Fokus liegt auf Stabilität und Kontinuität, nicht auf raschem Wachstum. Arthur Vogt betont, dass die Gruppe zwar weiterhin expandieren wird, jedoch immer mit Blick auf die langfristige Entwicklung und die Bedürfnisse der Patienten.

Ziel: Bester Anbieter

„Wir wollen nicht der größte, sondern der beste Anbieter für bildgebende Diagnostik sein“, fasst Arthur Vogt die Vision des Unternehmens zusammen. Dieser Anspruch an Qualität und Kontinuität wird auch in den kommenden Jahren die Richtung vorgeben und die RAD-x Management GmbH weiter als wichtigen Akteur in der Branche positionieren.

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