Die Besten für den Nordwesten
Interview mit Ricardo Corominas, Geschäftsführer der PRIMUS Personaldienstleistungen GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Corominas, seit inzwischen 23 Jahren engagiert sich Primus als schlagkräftiger Personaldienstleister im Nordwesten Deutschlands – seit einiger Zeit unter dem Motto „Just Works“. Was machen Sie anders als andere Anbieter?
Ricardo Corominas: Wir wollen grundsätzlich nahe an den Menschen sein. Deshalb betreiben wir auch ein enges Filialnetz mit inzwischen zehn Niederlassungen. Uns ist es wichtig, nicht über eine möglichst aggressive Preisgestaltung erfolgreich zu sein, sondern vielmehr durch einen klaren Mehrwert für unsere Kunden, mit denen wir eine dauerhafte Partnerschaft anstreben und die unsere Dienstleistung wirklich zu schätzen wissen sollen – weil unsere Mitarbeiter produktiver sind, weniger Fluktuation aufweisen und zudem die Qualität des Matchings besser ist. In der klassischen Arbeitnehmerüberlassung bewegen wir uns kundenseitig vor allem im gewerblichen Bereich, der besonders stark vom omnipräsenten Fachkräftemangel betroffen ist.
Dieser Trend dürfte sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen, wenn die Babyboomer in Rente gehen. Deswegen setzen wir schon lange auf ein nachhaltiges EU-Recruiting und damit auf Mitarbeiter, die besonders umfassend unterstützt werden müssen, etwa bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft oder der Anmeldung bei der Krankenkasse. Darum kümmert sich unser empathisches und erfahrenes internes Fachpersonal, das zudem der polnischen, slowakischen und tschechischen Sprache mächtig ist.
Wirtschaftsforum: Welche Veränderungen erfährt derzeit Ihr Geschäftsfeld?
Ricardo Corominas: Es gab immer wieder fundamentale Neuerungen, die wir mitgehen mussten, etwa den Wandel von der Zeitungsannonce über das Job-Portal bis hin zum Recruiting über Social Media. Heute ist natürlich KI ein wichtiges Schlagwort geworden, und auch wir investieren selbstverständlich weiterhin in die Digitalisierung, um effizienter zu werden. Doch ein Prozess wird nicht automatisch besser, nur weil er digitaler oder stärker automatisiert ist – genauso wie ein Unternehmen nicht grundsätzlich innovativer wird, nur weil es KI einsetzt. Zentral bleibt, dass der Kunde und der Mitarbeiter einen echten Mehrwert verspüren, und das können wir in unserem Tätigkeitsspektrum nur durch ein konsequentes Miteinander erreichen. Straffere und stärker digitalisierte Prozesse werden dabei durchaus Ressourcen freisetzen, damit wir in einen noch intensiveren Kundenkontakt eintreten und noch vielfältigere Beratungsmöglichkeiten anbieten können. Schließlich leben wir davon, dass wir am Ende zwei Seiten glücklich machen: den Kunden und den Mitarbeiter. Sagt nur einer von beiden Nein, kommt kein Geschäft zustande. Sagen hingegen beide Ja, ist es uns wieder einmal gelungen, jemandem eine starke neue Perspektive für die Zukunft zu eröffnen. Das verursacht bei mir heute noch jedes Mal aufs Neue ein Kribbeln im Bauch!
Wirtschaftsforum: Wie erleben Sie dabei die aktuelle Marktlage?
Ricardo Corominas: Natürlich sind auch wir seit vielen Jahren mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, beginnend im Jahr 2018, als die Arbeitnehmerüberlassung gesetzlich umfassend novelliert wurde. Mit der rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung haben sich natürlich auch die Perspektiven für viele unserer Kunden eingetrübt, was auch wir zu spüren bekommen haben. Unsere starke Diversifizierung über mehrere Branchen hinweg sowie unsere klare Ausrichtung auf kleinere und mittelständische Unternehmen, die wir mit ausgewählten, qualifizierten Fachkräften versorgen, anstatt auf ein Volumengeschäft zu setzen, ermöglicht uns aber auch in diesen herausfordernden Zeiten ein hohes Maß an unternehmerischer Resilienz.
Wirtschaftsforum: Was motiviert Sie persönlich an Ihrer Tätigkeit und an Ihrem Anspruch, mit Primus Personaldienstleistungen zu den Besten für den Nordwesten zu zählen?
Ricardo Corominas: Ich interessiere mich für Menschen in all ihrer Vielfalt und mit all ihren Facetten. Deshalb wollen wir bei Primus keine reine Dienstleistung anbieten, die sich auf eine stumpfe Transaktion beschränkt, sondern gemeinsam Chancen heben, damit Unternehmen effizienter arbeiten können, während sich die Menschen persönlich und fachlich weiterentwickeln. Perspektivisch können wir uns auch vorstellen, mit dieser Haltung weiter gen Westen und Osten zu expandieren, denn die Herausforderungen, vor denen unsere Kunden stehen, werden in den nächsten Jahren nicht abnehmen.










