Integration, Inspiration, Improvement

Interview mit Jochen Scheibler, Vorstand der PIKON Deutschland AG

Wirtschaftsforum: Herr Scheibler, seit wann gibt es PIKON und was waren wichtige Entwicklungsschritte, die das Unternehmen dahin gebracht haben, wo es heute steht?

Jochen Scheibler: Ich habe das Unternehmen gemeinsam mit Jörg Hofmann am 1. April 1996 gegründet – kein Aprilscherz. PIKON stand und steht für prozessorientierte Informationskonzepte. In den ersten Jahren haben wir uns auf SAP R/3 konzentriert, später dann auf SAP ERP ECC. 2000 kam das Thema Business Intelligence auf, mit allen Auswertungen, Reports und Statistiken als Entscheidungsgrundlage für das Management. Wir haben unsere Beratungsleistung dann von ERP auf Business Intelligence-Lösungen erweitert und auch eigene Entwicklungsleistungen, wie zum Beispiel die Programmierung von Schnittstellen, angeboten. 2013 war dann ein echter Meilenstein für unser Unternehmen. Wir haben unsere Idee der Prozss-orientierung zum 3-Punkt-Ansatz weiterentwickelt.

Wirtschaftsforum: Wofür steht der 3-Punkt-Ansatz?

Jochen Scheibler: Beim 3-Punkt-Ansatz stehen die drei Dimensionen Mensch, Informationstechnologie und Betriebswirtschaft im Mittelpunkt. Alle drei Dimensionen bedingen sich gegenseitig. Auch vor diesem Hintergrund haben wir ein Team für Organisational Development aufgestellt. Das sind systemische Coaches, die in unseren Projekten das Change Management gestalten. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist, die Menschen im Entwicklungsprozess mitzunehmen, sie zu integrieren. Große Vorhaben scheitern nicht an Technologie oder Komplexität, sondern an den Menschen. Nur wenn man Verhalten und Prozesse ändert, kann man neue Technologien auch optimal ausnutzen. Auf der Basis dieses neuen Konzeptes haben wir auch unser neues Logo und unseren neuen Claim entwickelt: Involve, inspire und improve.

Wirtschaftsforum: Auf welche Kernthemen konzentrieren Sie sich aktuell?

Jochen Scheibler: Der 3-Punkt-Ansatz inklusive des Organisational Development ist ein zentrales Thema für uns. Dabei konzen-trieren wir uns auf die drei Felder Beratung, Support und Produkte. Wir möchten unser Produkt- und auch das Supportgeschäft weiter ausbauen. Wir stellen uns Service Level Agreements mit unseren Kunden vor, sodass wir nicht nur die Einführung und Implementierung der Lösungen begleiten, sondern auch täglich Hilfe im Tagesgeschäft bieten können.

Wirtschaftsforum: Gibt es aktuell neue Produktentwicklungen?

Jochen Scheibler: Wir bringen gerade das ‘Buyer’s Cockpit’ heraus, ein Add-on zu SAP S/4 HANA, das den Austausch mit Lieferanten automatisiert und vereinfacht. In England haben wir zudem bereits MTD erfolgreich eingeführt. MTD steht für Making Tax Digital. Hier können Steuerdaten automatisiert auf ERP-Basis an das Finanzamt übermittelt werden.

Wirtschaftsforum: An welche Branchen richten Sie sich mit Ihren Lösungen?

Jochen Scheibler: Wir sind breit aufgestellt. Zu unserem Kundenkreis gehören Maschinen- und Anlagenbauer, das produzierende Gewerbe allgemein, die Medizin- und Pharmabranche. Auch in der Telekommunikation sind wir stark. Meist arbeiten wir mit größeren mittelständischen Unternehmen.

Wirtschaftsforum: Was haben Sie sich für das Jahr 2022 vorgenommen?

Jochen Scheibler: Wir haben jede Menge Themen auf unserer Agenda. Wir möchten unser Supportgeschäft ausdehnen und unser Buyer’s Cockpit erfolgreich im Markt platzieren. S/4HANA bietet viel Potenzial, das möchten wir ausschöpfen. Darüber hinaus werden wir unser Produktgeschäft ausbauen und uns rund um die SAP Analytics Cloud stärker aufstellen. Auch im Thema Legal Requirements sehen wir vielversprechende Perspektiven. Fakt ist: Unsere Auftragsbücher sind voll, aber wir suchen dringend neue Mitarbeiter in fast allen Bereichen. Zurzeit ist der Mangel an Fachkräften der limitierende Faktor des Wachstums.

Wirtschaftsforum: Wie begegnen Sie der Problematik des Talentmangels und was macht PIKON als Arbeitgeber attraktiv?

Jochen Scheibler: Wir machen Recruiting auf allen Kanälen und bieten auch Quereinsteiger-Initiativen an. Wir werden seit vielen Jahren schon durchweg sehr gut bei Kununu bewertet. Wir sprechen grundsätzlich auf Augenhöhe mit all unseren Mitarbeitern – schon im Bewerbungsgespräch. Wir kreieren eine positive Atmosphäre und schaffen für unsere Leute Perspektiven. Unsere PIKON-Kultur fußt auf Kooperation, nicht auf Wettbewerb – auf allen Ebenen. Wir sind familienfreundlich, sodass bei uns auch viele Mütter Führungspositionen bekleiden können. Wir bieten ein Gesundheitsmanagment und viele weitere Benefits. Letztendlich kann man bei uns Zukunft mitgestalten.

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