Hidden Champion aus Italien

Interview mit Roberto Banelli und Massimo Morandi, Geschäftsführer der MB Elettronica s.r.l.

Wirtschaftsforum: Herr Banelli, welche Rolle spielen Sie in der Produktionskette Ihrer Kunden?

Roberto Banelli: Wir bieten Lösungen und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Elektronik an. Unsere Kernkompetenz ist die Produktion von elektronischen Baugruppen und Systemen. Wir bieten unseren Kunden 360-Grad-Lösungen und Services mit einem richtigen Mehrwert, von der Planung und Entwicklung über die Herstellung bis hin zum After Sales. Unsere Produkte sind extrem personalisiert und wir arbeiten exklusiv für jeden Kunden. In den Bereichen der Bahn-, Sicherheits-, Luft- und Raumfahrt sowie der Kommunikationstechnik tragen wir mit Spitzentechnologie dazu bei, dass die Unternehmen ihre Visionen umsetzen können.

Wirtschaftsforum: Wie ist die MB Elettronica s.r.l. entstanden?

Roberto Banelli: Mein Vater Francesco Banelli hat 1988 die MB Elettronica gegründet, um spezifische Produkte für die Bahn-, Verteidigungs- und Telekommunikationsbranche herzustellen. Zuvor besaß er 1961 bereits die Firma Cafel S.r.l., die Teile von Kassettenrekordern, Radios und anderen Konsumgütern montiert hat. 2013 ist Herr Morandi als zweiter Geschäftsführer mit in unseren Familienbetrieb eingetreten. Damit haben wir unsere Strategie neu ausgerichtet und uns entscheidend weiterentwickelt. Wir sind seither stark gewachsen und wurden von der London Stock Exchange Group unter die ‘1000 Companies to inspire Europe’ gewählt als eines der am dynamischsten und schnellsten wachsenden Unternehmen in Europa. Mittlerweile haben wir rund 300 Mitarbeiter und einen Umsatz von über 58,5 Millionen EUR. Allein im vergangenen Jahr sind wir um über 25% gewachsen.

Wirtschaftsforum: Herr Morandi, was ist der Grund für dieses starke Wachstum?

Massimo Morandi: Wir haben seit 2013 vor allem an unseren kommerziellen und industriellen Strategien gearbeitet, da die Märkte für uns noch großes Potenzial bieten. Wir haben neue Kunden akquiriert und unsere industriellen Prozesse überarbeitet und deutlich effizienter gestaltet. Außerdem haben wir gemeinsam die Entscheidung getroffen, unser Angebot in verschiedene Branchen zu diversifizieren. Damit sind wir unabhängiger von einzelnen Branchen oder Kunden geworden. Außerdem genießen wir das Vertrauen unserer Kunden und werden wegen unserer Seriosität, der Qualität und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis geschätzt.

Wirtschaftsforum: Hat das Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 eine Bedeutung bei der neuen Strategie?

Roberto Banelli: Auf jeden Fall ist das Thema sehr wichtig für uns. Wir haben eine Fabrik, die dem Industrie-4.0-Standard entspricht. Sämtliche Anlagen sind an ein Netzwerk angebunden, wo alle Daten eingesehen und ausgetauscht werden können. Vor Kurzem erst haben wir eine Maschine in unsere Produktionslinie integriert, die jeden Produktionsschritt zurückverfolgt und diese Daten auch unseren Kunden zur Verfügung stellt. Aktuell arbeiten wir an einem Projekt, das über Industrie 4.0 hinausgeht und alle Aspekte von Industrie 5.0 hat, mit intelligenten Robotern, die in der Lage sind, eigene Entscheidungen zu treffen. Hier arbeiten wir gemeinsam mit der Universität Siena an einer Kombination aus Machine Learning und Künstlicher Intelligenz. Ende nächsten Jahres wollen wir die erste Maschine dieser Art in Betrieb nehmen. Damit sind wir ein Pionier in Italien.

Wirtschaftsforum: Welche Wünsche und Ziele haben Sie für die Zukunft der MB Elettronica?

Massimo Morandi: Ich sehe noch sehr viel Potenzial für unser Unternehmen. Unser aktueller Fokus ist der Ausbau des Exportgeschäfts mit den Hauptmärkten Deutschland, Niederlande und UK. Wir fertigen absolut personalisierte Produkte und der Bedarf dafür ist riesig. Wir hoffen, dass unser Unternehmen noch bekannter wird und wir den Respekt im Markt bekommen, den wir verdienen. Wir haben eine große Leidenschaft für das, was wir machen. Firmengründer Francesco Banelli hatte vor vielen Jahren die brillante Idee dieses Abenteuers und hat etwas Großartiges aufgebaut. Er ist ein großes Vorbild für uns alle und wir wollen sein Erbe fortführen und noch weiter wachsen.

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