Nach Schweizer Standard

Interview

Seit über 40 Jahren stellt LEM Technologie für Strom her. Angefangen hat das 1972 gegründete Unternehmen mit der Produktion von Stromwandlern für Busse und Züge.

„Wir haben langsam unsere Kompetenz erweitert und kleine Gesellschaften hinzugekauft“, erläutert CFO Andrea Borla. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Betrieb erst richtig entwickelt.“ Heute ist die Gesellschaft mit 850 Millionen CHF an der Züricher Börse dotiert. „Wir haben eine gesunde Bilanz“, betont Andrea Borla. „Ohne Fremdkapital, mit einer attraktiven Dividendenpolitik.“

Der Hauptsitz der Schweizer Firma ist in der Nähe von Genf, aber 99% des Umsatzes von 258 Millionen CHF werden außerhalb der Schweiz erwirtschaftet.

 

Preiswerte Qualität

Diese Zahlen sind umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass die Firma in einer Währung handelt, die sich in den letzten Jahren um über 50% verteuert hat. „Der starke Schweizer Franken ist eine große Herausforderung“, meint Andrea Borla. „Um dem entgegenzuwirken, fokussieren sich unsere Aktivitäten in der Schweiz auf eine hohe Wertschöpfung. Wir arbeiten in Genf vorrangig an Forschung und Entwicklung, um konstant Innovationen zu liefern. Wir geben das Tempo in der Industrie an.“

Während sich Genf auf diesen Bereich konzentriert, findet das Gros der eigentlichen Produktion an zwei weiteren Standorten statt. Die 2009 eröffnete Fabrik in Peking stellt zwei Drittel der Waren her.

 

Eine weitere Produktionsstätte befindet sich in Bulgarien, wo 2013 der neueste Standort eröffnet wurde. Weltweit sind 1.300 Mitarbeiter für LEM tätig, davon 200 in Genf. „Die Produktion erfolgt in Low-Cost-Countries, jedoch mit hoher Qualität und unter ständiger Kontrolle“, garantiert Andrea Borla. „Durch die ausgelagerte Produktion können wir innovative Produkte in hoher Qualität zu einem wettbewerbsfähigen Preisniveau anbieten.“

CFO Andrea Borla
„Wir sind stolz darauf, federführend an Innovationen zu arbeiten.“ Andrea BorlaCFO

Nahe am Kunden

Bei den Produkten handelt es sich um Messgeräte und Komponenten, die vor allem im Bereich Automotive, in Produkten für das Antriebs- und Schweißgeschäft sowie im Bereich der erneuerbaren Energie benötigt werden. Zu den Kunden zählen Großkonzerne, aber auch kleinere Betriebe.

„Vor allem in China ist der Bedarf für unsere Produkte sehr hoch“, verrät Andrea Borla. „Elektrische Autos werden in China aufgrund der hohen Luftverschmutzung schon jetzt fokussiert.“

Generell wird aber in die ganzen Welt verkauft. Dabei setzt LEM auf Kundennähe. „Für den Vertrieb haben wir  Niederlassungen in China, Japan, Indien, Südkorea, in den großen Ländern Europas sowie den größeren Städten der USA“, zählt Andrea Borla auf. „Wir haben eine gute Marktexpertise und sind sehr präsent bei den Kunden, zu denen wir langjährige Beziehungen pflegen. Zufriedene Kunden sind immer die beste Werbung.“

Aber auch Messen sind ein guter Ort, um neue Kontakte zu knüpfen. Dieses Jahr hat LEM bereits auf der E-world in Essen ausgestellt, nun stehen im April die Techno-Frontier in Tokyo, im Mai die PCIM in Nürnberg, die SMART Automation in Wien und die ERESS Forum 2016 in Madrid sowie im September die InnoTrans 2016 in Berlin auf dem Programm.

Ein Markt mit Zukunft

LEM ist keine Firma, die sich auf dem Erreichten ausruht. Die bestehenden Produkte werden konstant weiterentwickelt und verbessert. „Wir investieren aber auch in neue Bereiche“, verrät Andrea Borla, „und entwickeln neue Trends, um im Bereich Innovation weiterhin führend zu bleiben.“

Dabei arbeitet das Unternehmen eng mit seinen Kunden zusammen, entwickelt gemeinsam mit ihnen neue Lösungen, um ihre Bedürfnisse befriedigen zu können. „Es ist ein Industriezweig mit Zukunft“, meint Andrea Borla. „Energieeffizienz wird immer wichtiger und unsere Produkte helfen, noch effizienter zu werden.“

Zudem gibt es Pläne, den Footprint zu erweitern. „Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft“, versichert Andrea Borla. „Denn wir sind ein gesundes Unternehmen in einer zukunftsorientierten Industrie. Wir wollen mit dem Markt weiter wachsen und weitere Marktanteile gewinnen.“

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