Bayerisch-türkische Unternehmerpower

Interview

"Wir erleben seit drei Jahren ein Wachstum von mehr als 100 Prozent pro Jahr", freut sich Ahmet Karagün. Das Geschäft entwickelt sich rasant, denn die Nutzfahrzeugbranche boomt wie selten zuvor. Als Laserschneid- und Blechbearbeitungslieferant hat sich die Karagün GmbH & Co. KG seit Jahren bei den Kunden eine anerkannte Position erarbeitet.

Die Stärken des Unternehmens liegen - außer beim Laserschneiden - vor allem in der Baugruppenfertigung: Zu den Fahrzeugkomponenten zählen zum Beispiel Ersatzradhalter, Sattelkupplungsplatten, Längsträger und Frontbaugruppen. Alle namhaften Hersteller von LKW-Anhängern und -aufliegern zählten zu den Kunden, berichtet Ahmet Karagün und erklärt, dass dieses Geschäft derzeit 90 Prozent des Produktionsvolumens ausmache.

Fulminante Karriere

Als Relikt aus den Anfangszeiten des Unternehmens gehört auch heute noch die Instandhaltung von Industriearmaturen zum Leistungsspektrum des Unternehmens. Damit nämlich hatte Ahmet Karagün 1998 angefangen. Der ehrgeizige Maschinenbaumechanikermeister war damit augenscheinlich noch nicht ausreichend gefordert: 2002 begann er, parallel in Abendkursen BWL zu studieren und ist seit 2003 Betriebswirt HWK.

Den heutigen Standort in Offingen, eine alte Papierfabrik, erwarb Ahmet Karagün dann schon 2001. Ein zweites Objekt kam 2006 in Bad Langensalza hinzu. Und auch das ist inzwischen schon wieder zu klein: Im Sommer 2008 soll hier der Erweiterungsbau fertig gestellt werden.

Ahmet Karagün
„Wir erleben seit drei Jahren ein Wachstum von mehr als 100 Prozent pro Jahr.“ Ahmet Karagün

Volle Identifikation

Der Standort Bad Langensalza firmiert unter KFK GmbH & Co. KG, die mit der Karagün GmbH & Co. in Offingen zu 100 Prozent Ahmet Karagün gehört. Den Erfolg schreibt der Mann vom Fach nicht zuletzt der hervorragenden Maschinenausstattung zu: "Wir haben einen sehr hohen Automationsgrad im Unternehmen, der im Wesentlichen durch den Einsatz von Schweißrobotern erreicht wurde", erläutert der Geschäftsführer.

Seine Bescheidenheit täuscht dabei elegant über den Anteil des Chefs am Erfolg hinweg: Ahmet Karagün hat die speziellen Schweißroboter nämlich selbst entwickelt. Der Clou: Die Roboter hängen über den Werkstücken und können sie so von oben bearbeiten.

"Wir sind damit in der Bearbeitung sehr effizient, weil wir das Werkstück an allen nötigen Stellen erreichen", sagt Ahmet Karagün. Hergestellt werde auf den Anlagen in Serie, aber auch Kleinst- und Vorserien produziert Ahmet Karagün in seinem Unternehmen. Auf Kundenwunsch werde darüber hinaus auch die Entwicklung angeboten.

Demnächst dritter Standort

Der rasante Erfolg des Unternehmers ist kein Zufallsprodukt. Er resultiert nämlich vor allem auch aus den Anforderungen, die der Gründer und Geschäftsführer an sich und seine inzwischen 80 Mitarbeiter stellt.

Ahmet Karagün bringt die entscheidenden unternehmerischen Qualitäten mit: "Bei uns zählen die volle Identifikation mit dem Unternehmen und der volle Einsatz – 16 Stunden am Tag." Mit dieser Motivation hat es Ahmet Karagün geschafft, dass sein Unternehmen nur zehn Jahre nach der Gründung einen Umsatz von rund 18 Millionen generiert.

Dass der Geschäftsführer sich auf diesem Erfolg ausruhen könnte, steht nicht zu befürchten. Ahmet Karagün plant nämlich, im Laufe des Jahres 2008 einen dritten Standort in der Türkei zu errichten. Dort soll dann das Engineering einen Schwerpunkt bilden.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

„Wir sorgen für Versorgungssicherheit!“

Interview mit Helmut Krebber, Geschäftsführer und David Horchler, Prokurist der megro GmbH & Co. KG

„Wir sorgen für Versorgungssicherheit!“

Die richtigen Medizinprodukte zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität an den richtigen Ort liefern: So beschreiben Helmut Krebber und David Horchler die zentrale Mission der megro GmbH & Co.…

Kontinuität als Erfolgsfaktor im modernen Direktvertrieb

Interview mit Elke Kopp, Geschäftsführerin der Mary Kay Cosmetics GmbH

Kontinuität als Erfolgsfaktor im modernen Direktvertrieb

Direktvertrieb, Frauenförderung und starke Marken: Mary Kay Cosmetics steht weltweit für hochwertige Kosmetik und unternehmerische Chancen für Frauen. Im Gespräch erklärt Geschäftsführerin Elke Kopp, verantwortlich für die Märkte Deutschland, Schweiz…

Das Schnellboot der IT-Landschaft

Interview mit Thomas Lindner, Geschäftsführer der ACS Management GmbH

Das Schnellboot der IT-Landschaft

In einer Zeit, in der sich die IT-Landschaft rasant verändert, ist Agilität der Schlüssel zum Erfolg. Die ACS Gruppe, bestehend aus ACS Management GmbH, ACS Solutions GmbH, innovis GmbH, Synexus…

Spannendes aus der Region Landkreis Günzburg

Sehen, was sonst verborgen bleibt

Interview mit Dr. René Heine Geschäftsführer der Cubert GmbH

Sehen, was sonst verborgen bleibt

Chlorophyllgehalt in Pflanzen messen, Hämoglobinfluss verfolgen oder Kontaminationen erkennen – die Ulmer Firma Cubert macht mit hyperspektraler Bildgebung das Unsichtbare sichtbar. Ihre Spezialkameras führen komplette chemische Analysen in Echtzeit durch,…

Erfassen, verstehen und umsetzen

Interview mit Wolfgang Volz, Geschäftsführender Gesellschafter der digital ZEIT GmbH

Erfassen, verstehen und umsetzen

Seit 40 Jahren gehört die digital ZEIT GmbH zu den Vorreitern im sich schnell wandelnden Markt für Zeiterfassungslösungen und Zutrittskontrollsysteme. In all dieser Zeit hat sich eines jedoch nie geändert…

„Wir sprechen IT“ – und leben es.

Interview mit Volker Lehnert, Geschäftsführer der c-entron Software GmbH

„Wir sprechen IT“ – und leben es.

ERP-Software für Systemhäuser – spezialisiert und ganz nah am Kunden: Die c-entron Software GmbH aus Ulm zählt seit Jahren zu den führenden Anbietern in ihrer Nische. Im Gespräch mit Geschäftsführer…

Das könnte Sie auch interessieren

Stahlhart nachhaltig!

Interview mit Teresa Cosulich, Leiterin Marketing der Trasteel SA

Stahlhart nachhaltig!

Stahl ist eines der gefragtesten Produkte weltweit. Der Markt ist nicht nur hart umkämpft, sondern auch volatil. Die Trasteel SA mit Sitz in Lugano hat sich in diesem Markt längst…

Küchenkompetenz auf die Schiene gebracht

Interview mit Gerd Betz, Geschäftsführer und CEO der KUGEL Edelstahlverarbeitung GmbH

Küchenkompetenz auf die Schiene gebracht

Der Schiene gehört die Zukunft. Der 2020 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vorgelegte Masterplan unterstreicht dies deutlich. Bis 2030 sollen demnach doppelt so viele Bahnkunden im Schienenpersonenverkehr gewonnen…

Revolutionäre Spitzentechnologie made in Germany

Interview mit Uwe Ahrens, Geschäftsführer der Altech Advanced Materials AG

Revolutionäre Spitzentechnologie made in Germany

Salz – im Altertum war das weiße Gold ein kostbares Gut, das Reichtum und Macht brachte. Heute könnte Salz bei der Energiewende eine entscheidende Rolle spielen. Jedenfalls wenn man an…

TOP