„Wir arbeiten tatkräftig an der Energiewende mit!“

Interview mit Jan und Hendrik Kwade, Geschäftsführer der JKS Jan Kwade & Sohn GmbH

Wirtschaftsforum: Schon seit über 130 Jahren tritt Ihr Unternehmen im Baugewerbe auf, Ihre Spezialisierung auf Kunden aus der Energiewirtschaft und auf den Wasserbau ist jedoch erst in jüngerer Vergangenheit erfolgt. 

Jan Kwade: Wir waren früher sehr umfangreich im Hoch- und Tiefbau für den öffentlichen Sektor, insbesondere in unserer Heimatregion, tätig. Wir haben uns dann jedoch aus strategischen Gründen entschlossen, diesem breiten Wettbewerbsumfeld ein Stück weit zu entgehen und uns stattdessen auf sinnvolle Nischen zu konzen­trieren, in die wir unser Know-how nachhaltig einbringen konnten. Heute treten wir vornehmlich als spezialisierter Baudienstleister für die Energiewirtschaft auf und arbeiten dabei für erdöl- und erdgasfördernde Unternehmen sowie die Betreiber der Leitungen, durch die diese Medien fließen, ebenso wie für Raffinerien, Unternehmen aus der Spezialchemie und andere Einrichtungen, an deren Standorten stets enorme Sicherheitsanforderungen herrschen. Darüber hinaus treten wir als Dienstleister für die Bauwirtschaft auf und verfügen insbesondere im Wasserbau beziehungsweise Grundwassermanagement über eine gewachsene und umfassende Expertise, mit der wir andere Bauunternehmen beim Bau zum Beispiel von Erdkabeltrassen oder Pipelines zur Beförderung von Öl, Gas und Wasserstoff unterstützen.

Wirtschaftsforum: Mit Wasserstoff und Kabeltrassen sprechen Sie direkt zwei wichtige Zukunftsthemen an – wie blicken Sie auf die nächsten Jahre? 

Hendrik Kwade: Allein die Umstellung auf neue Energieträger wie Wasserstoff wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Dabei sind alle großen deutschen Ferngasnetzbetreiber bemüht, ihr Kernnetz so umzubauen, dass es in Zukunft auch für andere Energieträger genutzt werden kann. Hier werden unweigerlich mehrere tausend Kilometer Neubau anfallen. Ähnliches gilt für die bundesweite Versorgung mit Energie aus Offshore-Anlagen, was uns vermutlich ebenso über die

nächsten Jahre begleiten wird. Doch auch die Öl- und Gaswirtschaft wird weiterhin wichtige Projekte umsetzen, in die wir unsere gewachsene Expertise einbringen möchten. Viele von diesen Projekten fliegen unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit, aber auch an Leuchtturmprojekten wie den ersten deutschen LNG-Terminals, die in Brunsbüttel errichtet wurden, durften wir mitwirken. 

Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie derweil auf die Rahmenbedingungen der Energiewende in Deutschland? 

Jan Kwade: Grundsätzlich begrüßen wir, was bereits angeschoben wurde, denn das ist nicht weniger als eine komplette Umkrempelung der gesamten Energieinfrastruktur in Deutschland, mit Milliarden­investitionen der zuständigen Netzbetreiber. Das sehen wir nicht nur deshalb positiv, weil wir durch unsere Unternehmensausrichtung von diesem Wandel profitieren können, sondern auch, weil wir darin eine wichtige Voraussetzung für die Einhaltung der Klimaschutzziele erkennen. Ich glaube nicht, dass jedes Land auf der Welt das auf die Beine stellen kann, was wir in Deutschland bereits umsetzen. Was uns auf diesem Weg natürlich helfen würde, wären sicherlich eine gewisse Entbürokratisierung sowie eine Verbesserung der Infrastruktur in der gesamten Breite. Wenn beispielsweise einzelne Brücken auf unseren Transportrouten zu marode für den Transport sind, verlangsamt das auch in unserem Segment den weiteren Fortschritt. 

Wirtschaftsforum: Neben der Eröffnung neuer Niederlassungen bei Hamburg und Köln haben Sie mit Marx Mobile Baustraßen kürzlich eine weitere Tochtergesellschaft sowie eine neue Gesellschaft gegründet, mit der Sie Ihr Leistungsportfolio noch einmal erweitern. 

Hendrik Kwade: Dieses Unternehmen entstand ursprünglich aus unserem Tagesgeschäft heraus: Hier wollen wir anderen Baubetrieben mobile Baustraßen und Lagerplätze aus Stahl anbieten – eine Leistung, die wir ursprünglich für uns selbst bei unseren eigenen Tief- und Betonbauarbeiten erbracht haben. Nun wollen wir sie auch externen Kunden insbesondere aus der Bauwirtschaft zur Verfügung stellen, die gerade bei Großprojekten gerne darauf zurückgreifen. So können wir die Energiewende dank unserer starken Vernetzung zu anderen Betrieben aus der Branche vielleicht noch ein bisschen schneller voranbringen. 

Wirtschaftsforum: Worin liegen die größten Herausforderungen in Ihrem Tagesgeschäft? 

Jan Kwade: Unsere Mitarbeiter benötigen umfassende Sicherheitsfreigaben, damit sie in unseren Projekten überhaupt arbeiten dürfen. Dafür sind umfangreiche Schulungen unerlässlich – denn gerade durch dieses starke Sicherheits- und Qualitätsbewusstsein konnten wir uns überhaupt erst unsere Reputation als verlässlicher Partner für besonders anspruchsvolle Anwendungsfelder im Markt aufbauen. Neben unserem hoch spezialisierten Maschinenpark liegt unsere zentrale Erfolgsgrundlage somit im Know-how unserer Mitarbeiter. Jenseits einer überdurchschnittlichen Vergütung und einer ansprechenden, fachlich fordernden Tätigkeit an vielen spannenden Orten in Deutschland und Europa ist dabei gerade auch die nachhaltige Mitwirkung an der Energiewende ein wichtiges Argument, um insbesondere junge Menschen von einer Tätigkeit in unserem Unternehmen begeistern zu können.

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