Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Digitale Transformation ist eine Frage der Geisteshaltung und der Führung

Interview mit Patrick Müller, President of the Board of Directors und Chief Executive Officer der iTrust AG aus Cham in der Schweiz

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Wirtschaftsforum: Herr Müller, lässt sich die Digitale Transformation überhaupt definieren?

Patrick Müller: Das ist in der Tat eine ganz schwierige Frage. Im Moment ist die Digitale Transformation ein Wort ohne Inhalt. Alle reden darüber, aber keiner weiß so richtig, was dahinter steckt. Digitalisierung ist auf jeden Fall viel mehr als nur die veränderte Nutzung neuer Technologien. Die digitale Transformation bringt aufgrund der neu entstandenen Möglichkeiten neue Geschäftsmodelle hervor. Zum Teil ersetzen diese althergebrachten Modelle, zum Teil ergänzen sie diese aber auch sinnvoll. Die Digitale Transformation hat keinen definierten Anfang und auch kein festes Ende. Sie ist ein nicht endender Prozess, in dem es immer wieder ein neues Level geben wird, und es wird für Unternehmen immer wieder darum gehen, ein neues Level zu erreichen.

Wirtschaftsforum: Was sind denn die wichtigsten Rahmenbedingungen, oder Faktoren, die den Erfolg der Digitalen Transformation eines Unternehmens bestimmen?

Patrick Müller: Digitale Transformation hat vor allem ganz viel mit Innovation zu tun. Sie kann nicht nur von der Technologie-Seite getrieben werden, sie MUSS von der Business-Seite initiiert werden. Deshalb ist sie auch ganz klar eine Frage der Geisteshaltung und eine Frage der Führung. Die Digitale Transformation erfordert Offenheit und auch die Bereitschaft, Dinge oder Arbeitsweisen zu verändern. Der persönliche Änderungswille muss vorhanden sein, vom Top-Level Management bis hin zu jedem einzelnen Mitarbeiter. Man muss sich bewegen wollen .Damit sind wir bei dem nächsten wichtigen Aspekt angekommen. Die Digitale Transformation setzt die traditionellen Hierarchien außer Kraft. Die hierarchischen Führungsstrukturen sind jetzt endgültig überholt. Das heißt, für das Top-Management eines Unternehmens ist es eine wichtige Aufgabe und eine Herausforderung, die richtigen Leute zu finden. Man braucht eine kritische Menge an Mitarbeitern in einem Unternehmen, die innovativ denken. Erfahrungsgemäß ist es so: Je traditionsreicher ein Unternehmen ist, desto schwieriger ist die Digitale Transformation. Häufig steckt auch ein Mangel an Know-how hinter den Problemen oder Berührungsängsten. Die Führungskräfte heutzutage sind keine Digital Natives. Das heißt, sie sind nicht mit den neuen Technologien aufgewachsen. Sie sind Digital Immigrants und müssen sich an die Technologien, die Nutzung und die Möglichkeiten erst gewöhnen. Sie leben Sie häufig nicht richtig.

Wirtschaftsforum: Welche Herausforderung ist größer? Die interne oder die externe Digitale Transformation eines Unternehmens?

Patrick Müller: Beides ist gleich wichtig und die Grenzen sind fließend. Wenn man Digitalisierung intern begleiten will, geht es vor allem darum, das Verhalten von Menschen zu verändern. Das geht nicht einfach so. Man braucht viele Impulse, wie zum Beispiel Coachings oder Sitzungsmanagement. Bei der externen Digitalen Transformation geht es um die Schaffung von Innovationen in Richtung Kunde. Die interne Digitale Transformation ist eher mechanisch, die Externe Digitale Transformation hat viel mit Innovation zu tun.

Wirtschaftsforum: Mit welchen Themen oder Problemstellungen treten Ihre Kunden an Sie heran?

Patrick Müller: Das sind ganz unterschiedliche Probleme, je nachdem wie groß die Unternehmen sind, aus welchen Branchen sie kommen und wie weit fortgeschritten sie im Prozess der Digitalen Transformation schon sind. Ab einer gewissen Größenordnung haben die Unternehmen oft schon gute Plattformen und sind mit einer guten IT ausgestattet. Aber häufig können die Mitarbeiter damit nicht umgehen und somit auch das Potenzial der Technologie nicht nutzen. Früher hat man in Meetings Statusabfragen gemacht. Heute ist nach dem Meeting zugleich vor dem Meeting. Auch die E-Mail Flut ist häufig ein Problem, vor allem in den Führungsetagen. Die Führungskräfte verbringen oft sehr viel Zeit mit der Sichtung, Sondierung und Beantwortung von E-Mails.

Wirtschaftsforum: Welche Chancen sehen Sie insbesondere für mittelständische Unternehmen in der Digitalen Transformation?

Patrick Müller: Das Potenzial liegt hier vor allem in der externen Digitalen Transformation. Die Unternehmen haben damit eine völlig neue Hebelwirkung, Geschäftsmodelle zu verändern. Gerade kleinere Unternehmen können sich schnell verändern, wenn jemand Mut und den richtigen „Riecher“ hat. In größeren Unternehmen dauern Veränderungsprozesse immer länger.

Wirtschaftsforum: Kann es im Zuge der zunehmenden Vernetzung überhaupt noch Datensicherheit geben?

Patrick Müller: Die Digitale Transformation ist eine super Chance, den Markt zu hacken. Die Ansprüche an die Datensicherheit und an die neuen Möglichkeiten sind hier gegenläufig. Wir erleben es häufig, dass Digitalisierungsprojekte verzögert oder sogar gestoppt werden, aufgrund von mangelnder Sicherheit. Wie gesagt, die Digitale Transformation erfordert ein hohes Maß an Offenheit – das gilt für alle Bereiche. Man muss schneller werden und sich ständig weiterentwickeln, um Angreifern immer den berühmten einen Schritt voraus zu sein. Wie heißt es so schön: Alles hat seinen Preis.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie die Rolle von iTrust im Prozess der Digitalisierung – jetzt und in Zukunft?

Patrick Müller: Wir sind ein Treiber der Digitalen Transformation, denn wir bewegen Unternehmen in diesem Prozess. Im Rahmen der internen Digitalen Transformation bewegen wir Unternehmen, indem wir sie dabei unterstützen, Effizienz aus Arbeitsmethoden und Technologien zu gewinnen. Bei der externen Digitalen Transformation helfen wir ihnen bei der Entwicklung und Konzeption. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Analyse bis hin zur Umsetzung – und zwar standardisiert. Wir möchten in Zukunft zu einem Synonym für einen wasserdichten Standardprozess werden und ausstrahlungsstarke Innovationen entwickeln. Auch bei uns sind die Geisteshaltung und die ständige Weiterentwicklungen entscheidende Erfolgsfaktoren. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden stellen wir die dynamische Entwicklung unseres Unternehmens sicher.

Wirtschaftsforum: Herr Müller, wir danken Ihnen für das Interview.

Bewerten Sie diesen Artikel
Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern
TOP