Der Partner für Konnektivität

Interview mit Armin Pühringer, Business Development Manager der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH

Wirtschaftsforum: Ihr Unternehmen entwickelt und produziert die kommunikativen Lösungen, die in der Fabrikautomation heute gebraucht werden.

Armin Pühringer: Es werden Kooperation und Kommunikation von Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkten angestrebt. Hierzu bedarf es entsprechender Lösungen und genau dort setzen wir an, schließlich muss die Kommunikation reibungslos über alle Ebenen hinweg funktionieren. Die gesamte Wertschöpfungskette sollte optimal gestaltet sein.

Wirtschaftsforum: Hilscher hat in seiner Geschichte immer auf technische Innovationen reagiert und sich dabei auch immer wieder neu erfunden. Teilen Sie diese Ansicht?

Armin Pühringer: Ja, das kann man so sagen. Wir haben sicherlich Meilensteine in der Automatisierungstechnik gesetzt. Begonnen hat es mit Firmengründer und Firmenchef Hans-Jürgen Hilscher, der 1986 mit dem Schaltschrankbau für die Automobilindustrie die Firma gründete. Später kam mit der Feldbustechnik für die industrielle Kommunikation auch die entsprechenden PC Karten als neues Geschäftsfeld hinzu. In letzterem Segment sind wir bis heute Marktführer geblieben. Ab 2005 kann man wieder von einer neuen Ära sprechen: Das Echtzeit-Ethernet führte zu Produkten am Markt mit Alleinstellungsmerkmalen. Wir entwickelten Multiprotokoll-Prozessoren und legten mit netX den Grundstein für unseren Erfolg.

Wirtschaftsforum: Was genau ist netX?

Armin Pühringer: Das ist eine komplette Prozessorenfamilie. Mit einem Controller können alle Netzwerke der industriellen Kommunikation bedient und Feldbus- und Echtzeit-Ethernet-Systeme auf kleinstem Raum umgesetzt werden. Gerade durch die Vielfalt und Flexibilität der Controller kann jede Anwendungsart in der Fabrikautomation realisiert werden. Das Sortiment umfasst netX-Controller in verschiedenen Leistungsklassen und wir können somit für jeden Einsatz die passende Plattform bieten. 2015 haben wir sozusagen unsere dritte Evolutionsstufe erreicht, getrieben von der Entwicklung um Industrie 4.0.

Wirtschaftsforum: Wie lässt sich das in die weltweite Entwicklung einordnen?

Armin Pühringer: Wir erleben, dass das gesamte Thema in den DACH-Ländern, aber auch weltweit sehr ähnlich angegangen wird. Es geht darum, für eine Implementation notwendige Technologiephasen zu durchlaufen.

Wirtschaftsforum: Wo steht Ihr Unternehmen?

Armin Pühringer: Wir wollen unsere produktbasierte Philosophie behalten. Wir werden weiterhin Produkte anbieten, doch wir müssen auch Folgendes berücksichtigen: Die gesamte Kommunikation ist wichtig. Daran richten wir unsere Produktstrategie aus. Mit netIOT und seinen drei Produkten Interface, Edge und Service bieten wir eine durchgängige intelligente Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud. Um erfolgreich in Industrie 4.0 zu sein, geht es auch um Partnerschaften. Wir suchen den Kontakt zu großen IT-Firmen. Im Umfeld von Industrie 4.0 sind wir ein Anbieter; der eigentliche Nutzen entsteht in der Anwendung der Applikation. Deshalb besteht seit 2015 eine Partnerschaft mit IBM und seit 2016 mit SAP. Unsere Strategie richtet sich auf Entwicklung vom Multiprozessor zur Multi-Cloud-Lösung.

Wirtschaftsforum: Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit?

Armin Pühringer: Auf der Fachmesse SPS IPC Drives 2016 in Nürnberg stellten wir beispielsweise die Kooperation mit SAP vor. Unsere Firmenstrategie basiert auf den Säulen netX und netIOT. Gerade da wir uns schon sehr früh mit den neusten Trends beschäftigt haben, sind wir international sehr gut aufgestellt. Wenn man mit großen Konzernen arbeiten will, muss man weltweit tätig sein. Was in Deutschland als wichtig erachtet wird, können wir auf andere Märkte übertragen. Wir als Mittelständler mit 300 Mitarbeitern haben ein klares Commitment für Industrie 4.0 abgegeben. Die Zukunft basiert auf netX und netIOT Konnektivitätslösungen. Das ist ein wahnsinnig spannendes Feld. Es passieren gerade Dinge, die Hollywood vor 20 Jahren noch in seinen Filmen als Utopie dargestellt hat. IoT hat das Potenzial, auch unsere Gesellschaft zu verändern.

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