Die Kunst der Gebäudehülle

Interview mit Marcel Vorfeld, Geschäftsführer Heidersberger Fassadenbau GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Vorfeld, Sie sind seit September 2024 Geschäftsführer der Heidersberger Fassadenbau GmbH. Sie kennen das Unternehmen jedoch schon deutlich länger.

Marcel Vorfeld: Das stimmt. Ich habe vor 15 Jahren meine Ausbildung im Unternehmen begonnen und anschließend früh Verantwortung in der Projektleitung übernommen. Später durfte ich unsere Berliner Niederlassung aufbauen und weiterentwickeln. Seit 2024 trage ich nun die Verantwortung als Geschäftsführer. Diese Entwicklung zeigt auch, welche Möglichkeiten unser Unternehmen engagierten Mitarbeitenden bietet.

Wirtschaftsforum: Die Unternehmensgeschichte reicht bis ins Jahr 1932 zurück. Welche Meilensteine waren besonders prägend?

Marcel Vorfeld: Die Firma wurde ursprünglich in Bayern gegründet und 1995 von unserem damaligen Gesellschafter Hendrik Mersch übernommen. Seitdem wurde das Unternehmen konsequent weiterentwickelt. 1997 entstand unsere Produktionsstätte in Polen, später folgten weitere Gesellschaften für Sonderkonstruktionen, Brandschutz und Serviceleistungen. 2005 wurde unser Hauptstandort in Greven aufgebaut, 2006 die Berliner Niederlassung gegründet. In den vergangenen Jahren kamen unter anderem eine eigene Oberflächenveredelung, eine Montagegesellschaft sowie ein 3D-Planungsbüro für BIM- und Modellierungsprozesse hinzu. Dadurch decken wir heute nahezu die gesamte Wertschöpfungskette im Fassadenbau selbst ab.

Wirtschaftsforum: Worauf hat sich Heidersberger spezialisiert?

Marcel Vorfeld: Unsere Kernkompetenz liegt in der Planung, Fertigung und Realisierung hochwertiger Gebäudehüllen aus Aluminium und Glas für mittelgroße und große Bauprojekte. Dabei begleiten wir unsere Kunden von der ersten Kalkulation bis zur fertigen Montage. Durch unsere verschiedenen Standorte und die enge Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmensgruppe können wir flexibel auf unterschiedliche Anforderungen reagieren und Projekte effizient umsetzen.

Wirtschaftsforum: Was macht Ihr Unternehmen aus Kundensicht besonders?

Marcel Vorfeld: Unsere Philosophie lässt sich mit einem Satz zusammenfassen: Der Kunde ist König. Wir verstehen uns als Partner unserer Auftraggeber und suchen gemeinsam nach Lösungen – auch dann, wenn Herausforderungen auftreten. Gerade im Projektgeschäft gibt es immer wieder Situationen, die nicht vorhersehbar sind. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Unser Ziel ist, dass unsere Kunden nach Abschluss eines Projekts sagen: Mit Heidersberger möchten wir auch das nächste Bauvorhaben realisieren. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit ist für uns der wichtigste Erfolgsfaktor.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Digitalisierung?

Marcel Vorfeld: Beide Themen gewinnen kontinuierlich an Bedeutung. Wir beschäftigen uns intensiv mit ressourcenschonenden Fassadenlösungen, recyceltem Aluminium, Fassadenbegrünung und gebäudeintegrierter Photovoltaik. Bereits heute haben wir Projekte umgesetzt, bei denen Aluminium mit einem Recycling­anteil von über 75% eingesetzt wurde. Gleichzeitig investieren wir konsequent in digitale Planungsmethoden wie BIM und die vollständige 3D-Modellierung komplexer Fassaden. Dadurch können wir selbst architektonisch sehr anspruchsvolle Projekte effizient und präzise realisieren.
 

Wirtschaftsforum: Auf welche Referenzprojekte sind Sie besonders stolz?

Marcel Vorfeld: Ein echtes Highlight ist die Indonesische Botschaft in Berlin. Die geschwungenen Fassadenelemente und der außergewöhnliche Sonnenschutz stellten uns vor enorme technische Herausforderungen und machen das Gebäude heute zu einem architektonischen Blickfang. Ebenfalls beeindruckend ist das Berliner Projekt „The B“, dessen komplexe Fassadengeometrie vollständig in 3D geplant wurde. Darüber hinaus realisieren wir derzeit zahlreiche anspruchsvolle Sanierungsprojekte, beispielsweise in Wien, Hamburg oder auf dem Siemens-Campus in Erlangen. Gerade die Modernisierung bestehender Gebäude wird künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Wirtschaftsforum: Mit welchem Ziel führen Sie Heidersberger in die Zukunft?
 

Marcel Vorfeld: Wir möchten unseren Weg konsequent fortsetzen: qualitativ hochwertige Fassaden bauen, Innovationen vorantreiben und gleichzeitig ein verlässlicher Partner für unsere Kunden bleiben. Unsere Unternehmensgruppe verfügt heute über alle wesentlichen Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette. Darauf können wir aufbauen. Entscheidend wird sein, die Chancen der Digitalisierung und nachhaltiger Bauweisen konsequent zu nutzen und gleichzeitig die Werte zu bewahren, die unser Unternehmen seit Jahrzehnten erfolgreich machen: Qualität, Partnerschaft und Verlässlichkeit.
 

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Verlässlich durch jede Wetterlage

Interview mit Dirk Tombült, Geschäftsführer der Fedder und Zünkler Service GmbH & Co. KG

Verlässlich durch jede Wetterlage

Ob Schnee, Eis, Hitze oder Starkregen: Außenflächen von Immobilien müssen ganzjährig sicher, gepflegt und nutzbar bleiben. Für bundesweit aufgestellte Unternehmen ist das eine komplexe Aufgabe. Fedder und Zünkler koordiniert Winterdienst,…

Nähe schafft Sicherheit

Interview mit Jörg Goldstein, Geschäftsführer der SVG Qualität- und Transport- Beratungs-GmbH

Nähe schafft Sicherheit

Die Transport- und Logistikbranche steht unter hohem wirtschaftlichem Druck. Gleichzeitig wachsen die regulatorischen Anforderungen in Bereichen wie Arbeitssicherheit, Gefahrgut oder Gesundheitsschutz kontinuierlich. Die SVG Qualität- und Transport- Beratungs-GmbH unterstützt Unternehmen…

„Große Transformationen passieren nicht über Nacht!“

Interview mit Christian Arnold, Geschäftsführer der Energiekonzepte Deutschland GmbH

„Große Transformationen passieren nicht über Nacht!“

Die Energiekonzepte Deutschland GmbH, gegründet 2018 im Umfeld des letzten Solarbooms, entwickelt sich derzeit vom Lieferanten von Solarmodulen und Wärmepumpen zum holistischen Energieversorger weiter. CEO Christian Arnold erklärte im Interview…

Spannendes aus der Region Nordrhein-Westfalen

Aus der Region für den Kreislauf

Interview mit Sebastian Winkelheide, Geschäftsführer der Olde Bolhaar Eco-Service GmbH

Aus der Region für den Kreislauf

Die Substratindustrie steht vor der Aufgabe, den Anteil erneuerbarer und zirkulärer Ausgangsstoffe deutlich zu erhöhen. Gefragt sind leistungsfähige Alternativen, die Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden. Die Olde Bolhaar Eco-Service…

„Für uns ist die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes das Maß der Dinge“

Interview mit Hermann Stegink, geschäftsführender Gesellschafter der Solid.Modulbau GmbH

„Für uns ist die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes das Maß der Dinge“

Bezahlbarer Wohnraum, kurze Bau- und Sanierungszeiten sowie niedrige Betriebskosten zählen heute zu den zentralen Anforderungen der Bauwirtschaft. Genau hier setzt die Solid.Modulbau GmbH aus Ahaus an: Das 2016…

Wo Technik auf Verantwortung trifft

Interview mit Tobias Krüer, Geschäftsführer der FACT GmbH

Wo Technik auf Verantwortung trifft

Die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser in Deutschland ist angespannt wie selten zuvor. Steigende Kosten, Reformdruck und der Wandel zur ambulanten Versorgung erhöhen den Handlungsbedarf. Gefragt sind Lösungen, die weit über…

Das könnte Sie auch interessieren

Solarstrom neu vernetzt

Interview mit Michael Reichert, Geschäftsführer der WI Energy GmbH

Solarstrom neu vernetzt

Von der Projektentwicklung zum hybriden Solarpark: Mit Photovoltaik und leistungsstarken Batteriespeichern schafft die WI Energy Gruppe ganzheitliche Energiekonzepte für eine moderne, zukunftsweisende Energieversorgung. Geschäftsführer Michael Reichert spricht über den Wandel…

MORE THAN TECHNOLOGY

Interview mit Christopher Lauken, Head of Marketing and Sales der CAME Deutschland GmbH

MORE THAN TECHNOLOGY

Fortschritt beginnt nicht mit Technologie – sondern mit Menschen, die den Mut haben, sie neu zu denken. Seit Jahrzehnten entwickelt die CAME SpA aus Italien intelligente Lösungen für Automatisierung und…

Erholung, Sport und Natur vor den Toren Leipzigs

Interview mit Michael Klemmer, Geschäftsführer der Golf & Country Club Leipzig GmbH

Erholung, Sport und Natur vor den Toren Leipzigs

Mit einem privat finanzierten Golf & Country Club wollte Michael Klemmer für den Großraum Leipzig einen Ruhepol in freier Natur schaffen: mit einem umfangreichen Freizeitangebot, das in Zukunft noch breiter…

TOP