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Interview mit Florian Heckmeier, Geschäftsführer der Heckmeier Gebäudetechnik GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Heckmeier, Sie sind Geschäftsführer des Familienunternehmens in der 3. Generation. Wie hat sich das Unternehmen im Laufe der Zeit entwickelt? 

Florian Heckmeier: Mein Großvater Josef Heckmeier gründete das Unternehmen ursprünglich als klassische Schmiede. Da wir stets offen für neue Technologien waren, sind wir heute breit aufgestellt. Neben der Planung und Installation von Heizungen, Lüftungen, Wasserleitungen, PV-Anlagen, Bädern und Pools bieten wir zum Beispiel einen 24-Stunden-Störungs- und Notdienst an. Wir legen großen Wert auf fachkundige Beratungen. Die Technologien sind kontinuierlich komplexer geworden und wir haben uns auf diese Entwicklung eingestellt. 

Wirtschaftsforum: Wie groß ist Heckmeier Gebäudetechnik heute? 

Florian Heckmeier: Wir sind ein mittelständischer Betrieb am Rande von München, beschäftigen knapp 100 Mitarbeiter und setzen um die 15 Millionen EUR um. In den vergangenen Jahren konnten wir stetig wachsen. Mit der Krise in der Baubranche, insbesondere im Bereich Neubau, der 50% unserer Aufträge ausmacht, hat sich das geändert. Entgegen unserer Erwartungen konnten wir unseren Wachstumskurs im vergangenen Jahr dennoch fortsetzen. 

Wirtschaftsforum: Heckmeier wächst gegen den Trend. Woran liegt das? 

Florian Heckmeier: Ein großer Vorteil ist unsere breite Aufstellung; wir haben uns nie spezialisiert und konnten so Marktschwankungen leichter kompensieren. In Zeiten, in denen wenig neu gebaut wird, können wir uns beispielsweise stärker auf Sanierungen oder PV-Anlagen konzentrieren. Aufgrund unserer Größe sind wir auch bei komplexeren Bauvorhaben ein professioneller Partner. Nicht zuletzt profitieren wir von unserer Lage; wir sind vor allem im Norden Münchens tätig, einer Region mit hoher Kaufkraft. 

Wirtschaftsforum: Heckmeier hat sich mit den Technologien weiterentwickelt. Wie drückt sich diese Affinität zu neuer Technik im Portofolio aus?

Florian Heckmeier: Wir sind in einer Branche aktiv, die sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt hat. Der Trend geht weg von fossilen Energien hin zu alternativen Quellen. Wärmepumpen sind derzeit sehr gefragt und in meinen Augen alternativlos. Wir beschäftigen uns schon seit 20, 25 Jahren mit diesem Thema und waren ein Vorreiter in der Branche. Da Wärmepumpen heute so gefragt sind, gibt es immer mehr Firmen, die sie installieren. Wir können uns hier mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung abheben und haben hoch qualifizierte Mitarbeiter, die nicht nur professionell installieren, sondern auch reparieren. Wärmepumpenanlagen bilden unser heutiges Kerngeschäft und bieten auch in Zukunft großes Potenzial. Wir versuchen, in jedem Gebäude eine Wärmepumpe zu installieren, auch in Altbauten. Die Industrie hat inzwischen gute Anlagen auf den Markt gebracht, die auch im Hochtemperatursegment fahren können. Laufen die staatlichen Förderungen nicht aus, werden sich auch in der Sanierung weiter gute Aufträge generieren lassen. 

Wirtschaftsforum: Wie lange sind Sie bereits im Unternehmen tätig? War es von Anfang an klar, dass Sie in die Fußstapfen Ihres Vaters treten würden? 

Florian Heckmeier: Ich bin seit 2008 im Unternehmen, habe hier meine Ausbildung absolviert und konnte mir nie vorstellen, etwas anderes zu machen. Mir war immer wichtig, die Kontinuität des Familienunternehmens sicherzustellen. Zudem sind wir in einem zukunftsträchtigen Bereich tätig, der angesichts der Energiewende spannende Perspektiven bietet und weiterhin ein wichtiger Wirtschaftszweig sein wird. Dennoch haben wir seit mehreren Jahren das Problem, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Um dem entgegenzuwirken, setzen wir unter anderem auf gezieltes Social Media-Marketing. Mit der zunehmenden Technologisierung hat sich das Berufsbild signifikant verändert. Die Arbeit ist körperlich weniger anstrengend als noch vor Jahren, dafür technologisch anspruchsvoller. Ich hoffe, dass sich wieder mehr junge Menschen für den Beruf begeistern werden. Wir haben hier eine sehr geringe Mitarbeiterfluktuation und Mitarbeiter, die seit 40 Jahren bei uns sind. Diese lange Betriebszugehörigkeit spricht für eine inter­essante Tätigkeit und ein gutes Betriebsklima.

Wirtschaftsforum: Sie gehen davon aus, dass die Wärmepumpe auch in Zukunft eine tragende Säule der Energiewende sein wird. Welche langfristigen Pläne haben Sie für die Heckmeier Gebäudetechnik?

Florian Heckmeier: Auch langfristig sehe ich den Betrieb in seiner jetzigen Größe am jetzigen Standort. Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis, sondern auch in Zukunft solide Arbeit für unsere Kunden leisten und ein zuverlässiger Arbeitgeber sein. Es wäre schön, wenn die Industrie weitere innovative Technologien auf den Markt bringen würde, die wirtschaftlich und umweltfreundlich sind. Wir waren schon immer experimentierfreudig und wären unter den Ersten, die sich damit beschäftigen würden. Ansonsten wünsche ich mir von der Politik eine klarere Linie für mehr Planungssicherheit sowie weniger bürokratische Hindernisse. 

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