Erholung, Sport und Natur vor den Toren Leipzigs
Interview mit Michael Klemmer, Geschäftsführer der Golf & Country Club Leipzig GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Klemmer, was können Ihre Gäste im Golf & Country Club Leipzig vorfinden?
Michael Klemmer: Kurz gesagt: einen Ruhepol vor den Toren der Stadt mit Urlaubsgefühl, Erholung und Sport. Das war im Prinzip auch die Philosophie, mit der wir vor 15 Jahren an den Start gegangen sind. Unsere Golfanlage mit 18 Loch und zusätzlichen 6 Loch auf einem Übungsplatz ist mitten im Naturschutzgebiet auf einem weitläufigen Areal mit über 1 Million m2 Fläche gelegen. Für unsere Mitglieder bedeutet das viel frische Luft, viel Natur und viel Freiraum, auf dem sie sich entfalten können, samt attraktiven Teichanlagen sowie einer Sonnenterrasse und einem Erholungsstrand, wo man es sich nach einer schönen Runde Golf schließlich im Liegestuhl gemütlich machen kann.
Wirtschaftsforum: Was hat Sie vor 15 Jahren zur Gründung Ihres Golf & Country Clubs bewogen?
Michael Klemmer: Die ursprüngliche Golfanlage hatte dort schon länger bestanden. Nach der Übernahme vom vorherigen Eigentümer haben wir sie aber komplett umgebaut, einschließlich aller Bahnen und Bewässerungsanlagen sowie mit einer umfangreichen Landschaftsgestaltung und vielfältigen Renaturierungsmaßnahmen. Die Rahmenbedingungen für unsere Investitionsentscheidung waren damals noch andere, als sie sich vielleicht heute darstellen:
Damals herrschte noch mehr Aufbruchstimmung in Deutschland und so fühlten auch wir uns vor die Aufgabe gestellt, etwa mit einem schönen Golfplatz die Lebensqualität der Leipzigerinnen und Leipziger zu erhöhen. Dazu wollten wir einen Ort schaffen, an dem sie sich ein bisschen ausruhen, gern zusammenkommen und unbefangen miteinander reden können.
Wirtschaftsforum: Unvergessen sind auch Ihre GRK Golf Charity Masters in Leipzig.
Michael Klemmer: Die GRK Golf Charity Masters zählten zu den größten Golf-Charity-Veranstaltungsreihen, die es in Deutschland je gegeben hat. Über einen Zeitraum von zehn Jahren konnten dabei 13,85 Millionen EUR für den guten Zweck gesammelt werden.
Initiator der GRK Golf Charity Masters war Steffen Göpel, Inhaber der GRK-Gruppe. Wir haben die Veranstaltungsreihe nicht nur durch die Bereitstellung unseres Golfplatzes ermöglicht, sondern sie darüber hinaus auch maßgeblich unterstützt.
Die Erlöse kamen insbesondere karitativen Einrichtungen zugute, die sich für Kinder und Jugendliche engagieren. Dieses soziale Engagement gehört für uns zu unserem Auftrag einfach dazu: Schließlich waren wir angetreten, etwas für die Lebensqualität der Menschen vor Ort zu tun!
Wirtschaftsforum: Bis heute sind Sie kein Verein, sondern rein privat finanziert. Was bedeutet das in einer Zeit, in der sich die Konsumlaune der Menschen eingetrübt hat?
Michael Klemmer: Ein Golfplatz kann nur in den seltensten Fällen als gewinnorientiertes Unternehmen geführt werden. Die meisten Betreiber sind schon froh, wenn sie ihre Kosten decken können. Das liegt jedoch in der Natur der Sache, einfach weil die Deutschen lange nicht so golfverrückt sind wie die Amerikaner oder die Briten, die ganz andere Summen für Mitgliedschaften in Golfclubs und ihre Freizeitgestaltung ausgeben. Wir merken auch, dass bei Konsumverhalten und Kaufkraft weiterhin ein Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland besteht, während Golf ein kostenintensiver Freizeitsport bleibt. Hinzu kommen ständig steigende Lohn- und Energiekosten, und trotzdem müssen wir weiterhin konsequent investieren, damit unser Angebot für die Menschen attraktiv bleibt.
Wirtschaftsforum: Wie wird sich Ihr Golf & Country Club vor diesem Hintergrund weiterentwickeln?
Michael Klemmer: Viele Clubs nehmen heute umfassende Erweiterungsmaßnahmen vor, um für ein noch breiteres Freizeitangebot zu sorgen: etwa mit Tennis- und Paddelplätzen, weil die ganze Familie vielleicht raus in die Natur möchte, aber nicht unbedingt jedes Kind Lust auf eine Runde Golf hat. Auch wir möchten deshalb in den nächsten Jahren ein noch umfassenderes Angebot für die ganze Familie bereithalten. Gleichzeitig macht der digitale Fortschritt auch vor dem Golfsport nicht Halt, nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in der Golfplatzpflege, die zunehmend stärker automatisiert wird: etwa mit Mährobotern, die ihre Arbeit idealerweise kostengünstiger und gleichmäßiger verrichten als ein Greenkeeper, der somit auch nicht mehr um fünf Uhr morgens seinen Dienst antreten muss. Seine Tätigkeit könnte somit in Zukunft erheblich leichter werden.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für einen modernen Golf & Country Club?
Michael Klemmer: Die Golfplatzbranche war als solche eigentlich nie umweltschädigend, im Gegenteil: Denn durch unsere üblichen Renaturierungs- und intensiven Pflegemaßnahmen entstanden attraktive Grünflächen, auf denen sich auch viele neue Tierarten ansiedeln und nach Herzenslust austoben können. Das biologische Gleichgewicht ist beim Golfplatz also ohnehin gegeben. Die weitere Stärkung unserer Nachhaltigkeitsbilanz sehen wir daher auch eher im Sinne einer Qualitätsanpassung, zum Beispiel, indem wir unseren Strom selbst produzieren wollen, anstatt ihn aus fossilen Brennstoffen zu beziehen. So können wir dann auch direkt unseren Fuhrpark nachhaltig betreiben. Als Golfplatzbetreiber wissen wir, dass man in die Natur nur bedingt eingreifen kann, denn Vegetation braucht eben ausreichend Zeit, um wachsen zu können. Deswegen ist unsere Anlage auch heute, gut 15 Jahre, nachdem wir dort über 1.000 Bäume gepflanzt haben, wahrscheinlich schöner als je zuvor.













