Günstiger heizen mit Holz

Interview mit Carsten Scholz zur Anleiheemission der German Pellets GmbH

Wirtschaftsforum: "Herr Scholz, die German Pellets GmbH hat sich seit ihrer Gründung vor 8 Jahren zum größten Produzenten von Holzpellets entwickelt. Welche Vorteile bieten Holzpellets gegenüber anderen Brennstoffen?"

Carsten Scholz: "Holzpellets sind deutlich günstiger als fossile Brennstoffe, aktuell beispielsweise 37 Prozent preiswerter als Heizöl. Zudem sind Holzpellets umweltfreundlich und werden aus nachwachsendem Rohstoff erstellt."

Wirtschaftsforum: "Warum begeben Sie jetzt eine Anleihe?"

Carsten Scholz: "Gerade jetzt eröffnen sich für uns weitere interessante Optionen, am Branchenwachstum zu partizipieren. Wir müssen jetzt investieren und die Chancen nutzen. Die allgemeinen Marktbedingungen für uns passen einfach."

Wirtschaftsforum: "Wofür soll das durch die Anleiheemission eingesammelte Kapital verwendet werden?"

Carsten Scholz: "Konkret investieren wir das Kapital in den Ausbau unseres internationalen Lager- und Logistiksystems für Holzpellets. Darüber hinaus wollen wir durch weitere Rationalisierungsmaßnahmen die Effizienz unserer Werke steigern und in die Akquisition weiterer Händler zur Stärkung des Endkunden-Zugangs investieren. Nach der erfolgreichen Emission der Anleihe 2011 hat sich dieses Kapitalmarktinstrument für unser Unternehmen als Finanzierungsbaustein bewährt und etabliert. Wir blicken der Emission unserer zweiten Anleihe daher sehr positiv entgegen."

Wirtschaftsforum: "Möchten Sie vor allem organisch oder anorganisch, also über Unternehmenszukäufe, wachsen?"

Carsten Scholz: "Beides. Wir sind in der Vergangenheit organisch durch die gestiegene Nachfrage nach Holzpellets, die Produktivitätssteigerungen in unseren Werken und den Ausbau des Vertriebs- und Logistiknetzes (Mengensteigerungen unserer Händler) und anorganisch durch den Zukauf/die Übernahme von strategisch passenden Herstellern und Händlern gewachsen."

Wirtschaftsforum: "Welche Laufzeit hat die Anleihe und warum haben Sie sich für diese Laufzeit entschieden?"

Carsten Scholz: "Wir haben uns für die marktübliche Laufzeit von 5 Jahren entschieden. Eine solche Laufzeit ist sowohl für private als auch für institutionelle Anleger sinnvoll, da der Anlagehorizont überschaubar ist."

Wirtschaftsforum: "Wie wird die Anleihe verzinst, in welchen Intervallen werden die Zinsen ausgezahlt, und wann erhält der Anleger die erste Zinszahlung?"

Carsten Scholz: "Die Anleihe wird mit 7,25 % verzinst. Wie bei unserer ersten Anleihe erfolgt die Zinszahlung jährlich, erstmals zum 9. Juli 2014."

Wirtschaftsforum: "Was macht die German Pellets GmbH zu einem verlässlichen Emittenten?"

Carsten Scholz: "German Pellets hat bisher stets seine Verpflichtungen gegenüber Investoren erfüllt. Bankkredite wurden in vergleichsweise kurzen Laufzeiten getilgt und das in der Auf- und Ausbauphase. Zinszahlungen beim Wärme-Wertpapier I wurden geräuschlos geleistet und der Anleihekurs spiegelt das Vertrauen der Anleger und Analysten wider. Die Marktchancen sind positiv und German Pellets hat stets seine Planungen erfüllt. Zusätzlich werden wir mit einem Investment-Grade-Rating von BBB beurteilt, was die Solidität unserer Geschäftsentwicklung unterstreicht. Dies alles sollte für ein Investment bei German Pellets sprechen."

Wirtschaftsforum: "Gibt es besondere Schutzrechte für Anleihegläubiger?"

Carsten Scholz: "Als wesentliche Schutzrechte für Anleihegläubiger bieten wir Negativklausel, Kontrollwechsel, Drittverzug, NC 3 (Kündigung des Emittenten erst ab Jahr 4 möglich)."

Wirtschaftsforum: "Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung des Marktes für Holzpellets und Pelletheizungen?"

Carsten Scholz: "Der Pelletmarkt in Westeuropa entwickelt sich sehr positiv und verzeichnet zweistellige Wachstumsraten, sowohl bei der Neuinstallation von Öfen und Heizungen als auch beim sich daraus ergebenden Pelletverbrauch. German Pellets ist in allen wichtigen westeuropäischen Absatzmärkten vertreten. Das Absatzrisiko ist dadurch stark diversifiziert. Getrieben wird das Marktwachstum u.a. von hohen und steigenden Preisen für fossile Energien und vom immensen Modernisierungsbedarf im Heizungsmarkt. In Deutschland verzeichnen wir Zuwachsraten von 20 bis 30% beim Pelletkesselabsatz. In Österreich wurde Ende vergangenen Jahres die 100.000. Pelletheizung eingebaut. Mit 12,5 Pelletheizungen pro 1.000 Einwohner hat Österreich die höchste Dichte in Europa. In Deutschland sind es 2,3 Pelletheizungen pro 1.000 Einwohner – das belegt, welches Potenzial wir noch im eigenen Land haben. Im Mittelmeerraum dienen Holzpelletöfen häufig als einzige Wärmequelle im Haus. 1,5 Millionen solcher Öfen stehen in Italien, jährlich kommen rund 200.000 dazu. Parallel zum Privatverbrauchermarkt steigt auch die Nachfrage nach Holzpellets für gewerbliche Anlagen. Schulen, Kliniken, Industrie- und Gewerbebetriebe, die große Wärmemengen benötigen, stellen auf Pellets um und profitieren vom Preisvorteil, den Holzpellets im Vergleich zu Öl oder Gas bieten. Ein Drittel der 2012 in Deutschland verbrauchten Holzpellets wurde bereits in solchen Anlagen genutzt. Holzpellets dienen im Wesentlichen zur Produktion von Wärme, sie können aber auch in Kraftwerken zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt werden. Auch hier steigt aufgrund gegenwärtig laufender und noch geplanter Umstellungen von Kraftwerken die Nachfrage nach Holzpellets an. Besonders dynamisch entwickelt sich dieser Markt in Großbritannien. Dort wurden die Rahmenbedingungen für die Stromerzeugung aus Biomasse signifikant verbessert.

Wirtschaftsforum: "Wo sehen Sie die German Pellets GmbH in fünf Jahren?"

Carsten Scholz: "Unser Ziel ist es, weiterhin gesund zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen. In den letzten Jahren haben wir bewiesen, dass wir dies können."

Wirtschaftsforum: "Herr Scholz vielen Dank für das Gespräch."

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