Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Finanzielle Unabhängigkeit lässt sich als Überzeugungstäter am besten erreichen

Interview mit Matthias Haß, Partner der accaris financial planning AG

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Wirtschaftsforum: Herr Haß, die Zielsetzung für Ihre eigene Zukunft haben Sie zuletzt im Magazin Focus dargelegt: Sie möchten sich früh zur Ruhe setzen. Was stört Sie denn am Arbeitsleben?

Matthias Haß: Mein Beruf ist für mich eine Berufung und ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann mal ohne diesen Teil im Leben zu sein. Das Ziel ‘Früh in Rente’ bedeutet für mich finanzielle Freiheit. Bereits in jungen Jahren das zu machen, was ich liebe, mit den Menschen, die mein Leben bereichern. Es ist wundervoll, sich seine Aufgaben und Herausforderungen zu suchen und die echten Probleme anzugehen und gemeinsame Erfolge zu feiern.

Wirtschaftsforum: Dabei geht es Ihnen auch um finanzielle Unabhängigkeit im Alter. Wie wollen Sie diese erreichen?

Matthias Haß: Hier bin ich mehreren Menschen im Leben für Ihren Einfluss auf mich sehr dankbar. Bereits wenige Jahre nach der Ausbildung habe ich durch einen Unternehmer meinen normalen Weg verlassen und mich für Karriere und Unabhängigkeit entschieden.

2004 lernte ich dann meinen ersten Coach Rodolf Beljean aus der Schweiz kennen. Onkel Rudi, wie ich ihn liebevoll nenne, ist heute Mitte 70 und längst im verdienten Ruhestand. Allerdings hat er meine unternehmerischen Entscheidungen maßgeblich beeinflusst und meine Werte im Leben stabil gemacht. Die finanziell wohl wichtigste Entscheidung war im gleichen Jahr die Partnerschaft mit der accaris financial planning AG einzugehen. Bis heute ist unsere Unternehmensgruppe in die Top Ten der freien Finanzmakler aufgestiegen und durch die Spezialisierung auf Steuerberater, Unternehmer und Freiberufler arbeiten wir außerhalb des umkämpften Marktes als Spezialist in der Branche.

2006 habe ich dann meinen finanziellen Bereich durch ein Coaching-Programm mit Bodo Schäfer gestartet, welches mich heute noch begleitet und maßgeblich jede meiner strategischen Entscheidungen prägt. Diese Meilensteine haben mich bereits heute in eine sehr angenehme Unabhängigkeit geführt. Der weitere Weg steht bereits seit Jahren fest und muss einfach nur fortgeführt werden.

„Bei mir heißt es zum Beispiel nicht ‘sparen’, sondern immer ‘sich selbst bezahlen’! Oder ist der Bäcker, Vermieter oder Autoverkäufer in Ihrem Leben wichtiger als Sie selbst?“ Matthias Haß

Wirtschaftsforum: Sie legen Ihrem Konzept Sparraten von 10% des Bruttoeinkommens sowie regelmäßige Gehaltssteigerungen zu Grunde. Gehen Sie da nicht zu optimistisch an die finanzielle Ausgangssituation der Arbeitnehmer in Deutschland heran?

Matthias Haß: [lacht] Parallel zur Sparrate empfehle ich den Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Die von Ihnen genannten 10% und weitere Sparraten aus Gehaltssteigerungen sind der einfache und bequeme Weg, den nahezu jeder für sich allein durch die Inflation beschreiten kann. Die Details dieses langjährig erfolgreichen Weges erarbeiten wir in unseren Workshops ‘Finanzielle Freiheit – Sparen ohne Verzicht’ mit unseren Kunden. Mittlerweile haben junge Studenten wie auch normal verdienende Angestellte mit diesem Fahrplan Ihre persönlichen Finanzen optimiert. Hierbei geht es um die Grundeinstellung. Bei mir heißt es zum Beispiel nicht ‘sparen’, sondern immer ‘sich selbst bezahlen’! Oder ist der Bäcker, Vermieter oder Autoverkäufer in Ihrem Leben wichtiger als Sie selbst?

Wirtschaftsforum: Wie ist Ihre Einschätzung: Lässt sich finanzielle Unabhängigkeit eher als Selbstständiger oder Angestellter erreichen?

Matthias Haß: Dazu habe ich eine einfache Antwort: Finanzielle Unabhängigkeit lässt sich als Überzeugungstäter am besten erreichen. Ich kenne Menschen, die als Selbstständige so hart für ihr Ziel arbeiten, dass ihre Leidenschaft das Geld automatisch zu ihnen spült. Aber ich betreue auch diverse Angestellte mit einem so attraktiven Einkommen, dass ich denen niemals den Schritt raus aus diesem Bereich empfehlen würde. Was beide verbindet: Sie arbeiten aus Überzeugung und aus Leidenschaft! Natürlich brauchen Angestellte die Geduld, die Entscheidungen der Geschäftsführung so zu interpretieren, dass sie ihre Wege gehen können. Allerdings muss sich dafür der Selbstständige mit Nebenkriegsschauplätzen herumschlagen, die ein Angestellter bei seiner Leidenschaft nicht einmal mitbekommt.

„Wer sich heute nicht mit einem Profi seine persönliche Ruhestandsbilanz kalkuliert, was er wirklich netto, nach Steuern, Krankenversicherung und Inflation aufs Konto bekommen wird, braucht sich auf seine Rente nicht zu freuen!“ Matthias Haß

Wirtschaftsforum: Ein abschließender Blick auf ein regelmäßig diskutiertes Thema; das bedingungslose Grundeinkommen. Was halten Sie davon? Ist das ein Schritt in die Unabhängigkeit?

Matthias Haß: Wenn wir aktuell rund 145 Milliarden EUR pro Jahr für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales investieren und gleichzeitig knapp 83 Millionen Bundesbürger haben, dann sind das circa 1.500 bis 2.000 EUR pro Kopf. Zumindest erlauben diese Zahlen den Anstoß, dass ein einfaches und transparentes System mal zu durchdenken wäre. Das müssen allerdings andere, viel schlauere Menschen als ich kalkulieren.

Meine Position in dieser Welt ist die Lösung der gravierenden Rentenproblematik. Hier ist sich die Bevölkerung leider noch nicht annähernd bewusst, was unser System für die kommenden Jahre für uns vorbereitet hat. Wer sich heute nicht mit einem Profi seine persönliche Ruhestandsbilanz kalkuliert, was er wirklich netto, nach Steuern, Krankenversicherung und Inflation aufs Konto bekommen wird, braucht sich auf seine Rente nicht zu freuen!

Interview: Markus Büssecker | Bilder: accaris

Bewerten Sie diesen Artikel
TOP