Aktiv und sicher älter werden

Interview mit Michael Rabenstein, Managing Director der Doro Deutschland GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Rabenstein, was ist die Kernkompetenz von Doro?

Michael Rabenstein: Wir sind besonders fokussiert unsere Produkte für und mit unseren Kunden zu entwickeln und legen ganz besonderen Wert auf die speziellen Bedürfnisse unserer Zielgruppe. Das macht uns zum Marktführer für Seniorentelefonie. Im Gesamtmarkt Senioren werden in Deutschland im Jahr rund 800.000 Geräte verkauft. Wir haben in den Jahren 2020 und 2021 in Deutschland einen Marktanteil von knapp 28% erreicht. In Schweden, unserem Heimatmarkt, sind wir mit rund 98% der unangefochtene Platzhirsch.

Wirtschaftsforum: Gibt es Flaggschiffprodukte in Ihrem Programm?

Michael Rabenstein: Aktuell ist das Doro Smartphone 8050 unser Topseller. Im vierten Quartal 2021 war es das bestverkaufte Seniorentelefon im deutschen Markt. Neu und damit unser Flaggschiff ist das Doro Smartphone 8100. Bei diesem Produkt haben wir das immer wichtiger werdende Thema Foto und Video in den Fokus gelegt.

Das Smartphone verfügt über eine Triple Kamera mit 13 Megapixeln. Die Bedienung der Kamera ist bei Bedarf reduziert, sodass der Anwender problemlos Selfies und Porträts machen kann. Für viele Senioren ist What’s App ein wichtiger Kommunikationskanal geworden, um immer und überall mit den eigenen Kindern oder Enkelkindern im Kontakt zu stehen. Bevorzugt werden Fotos und Videos ausgetauscht.

Wirtschaftsforum: Welche weiteren Neuentwicklungen gibt es?

Michael Rabenstein: Wir haben vor Kurzem drei neue 4G Telefone vorgestellt, bei denen wir die einfache Telefonie mit bestmöglicher HD Sprachqualität in den Vordergrund gerückt haben – frei nach dem Motto: ‘Back to Basics’. Bei diesen Telefonen besteht keine Gefahr für unsere Kunden, diese nicht sicher bedienen zu können, und das trägt wesentlich zu einem gesteigerten Sicherheitsgefühl vor allem unterwegs bei.

Wirtschaftsforum: Herr Rabenstein, Smartphones bieten ein Universum an Anwendungsmöglichkeiten. Warum entscheiden sich Senioren oder deren Familienangehörige für ein Doro Telefon?

Michael Rabenstein: Unsere Doro DNA zieht sich durch alle unsere Produktgruppen. Senioren sind eine vielschichtige Zielgruppe, aber es gibt Themen, die für alle gleich wichtig sind: Zum Beispiel das Sehvermögen und das Gehör. Hier setzen wir bewusst Schwerpunkte. Unsere Telefone verfügen über besondere Technologien, um solche Defizite auszugleichen. Es geht um mehr als zum Beispiel nur die Lautstärke erhöhen. Es geht vor allem um den richtigen Ausgleich der unterschiedlichen und individuellen Hörfrequenzdefizite unserer Kunden. Das Gleiche gilt für die Darstellung der Elemente am Display. Senioren haben ein differenzierteres Bedürfnis als nur die Veränderung der Schriftgröße. Zudem reduzieren wir bewusst die Vielzahl an Apps und Features schon auf dem Homescreen, sodass die älteren Menschen nicht überfordert sind. Wir minimieren wo notwendig und optimieren durch smarte Technologien auf die individuellen Kundenbedürfnisse.

Wirtschaftsforum: Was haben Sie sich für das Jahr 2022 vorgenommen?

Michael Rabenstein: Ende 2022 stehen vier große Produktlaunches an. Auch bei diesen neuen Entwicklungen sind wir uns treu geblieben. Wir bieten zu 100% zielgruppengerechte Technologie über unterschiedliche Produktkategorien an. Das 8100 ist das stärkste Smartphone, das wir je auf den Markt gebracht haben. Wir arbeiten zudem stärker an Synergien zwischen unseren Online-Kanälen und unseren Stores. Den Vertrieb werden wir stärker in Richtung E-Commerce/digitale Verkaufskanäle ausbauen.

Wirtschaftsforum: Gibt es eine Vision für Doro?

Michael Rabenstein: Dem demographischen Wandel zu Folge wird der Anteil älterer Menschen weltweit steigen – eine sehr gute Nachricht! Unser Ziel ist es, die älteren Menschen so lange wie möglich an der Digitalisierung partizipieren zu lassen und ihnen mit unseren Produkten und Lösungen mehr Sicherheit für das selbstbestimmte und aktive Leben im Alter zu geben, vor allem dann, wenn sie bereits alleine sind. Auch die Angehörigen sollen sich sicherer fühlen. Unser Markt wurde früher von vielen für eine Nische gehalten. Jetzt akzeptiert die Gesellschaft, dass das ‘Älterwerden’ eine kulturelle Verankerung hat und braucht. Deshalb blicken wir sehr zuversichtlich in die Zukunft und freuen uns einen wesentlichen Beitrag für mehr Lebensfreude im Alter leisten zu dürfen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Nachhaltigkeit im Fokus

Interview mit Bernd Loschelder, Business Unit Director Packaging der IGEPA group GmbH & Co. KG

Nachhaltigkeit im Fokus

Die Verpackungsindustrie steht vor einem Umbruch. Mit der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) ist eine neue EU-Verordnung in Kraft getreten, die auf die Reduzierung von Verpackungsabfällen, die Stärkung der…

Die Markisenmacher

Interview mit Andreas Rödelbronn, Geschäftsführer der Rödelbronn GmbH

Die Markisenmacher

Der Klimawandel führt weltweit zu steigenden Temperaturen und häufigeren Hitzewellen. Insbesondere in Städten gewinnen Maßnahmen zum Sonnenschutz zunehmend an Bedeutung. Beispielhaft sind Markisen; sie reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung auf Fenster,…

„Fördermittel sind kein Zufall –  sie sind Strategie“

Interview mit Dr. Rüdiger Bormann, Geschäftsleitung der In Time Solutions AG

„Fördermittel sind kein Zufall – sie sind Strategie“

Fördermittel gelten oft als kompliziert und schwer zugänglich. Dr. Rüdiger Bormann ordnet das anders ein. Für ihn sind sie ein strategisches Instrument, das Unternehmen gezielt nutzen können – vorausgesetzt, sie…

Spannendes aus der Region Amberg

Wenn Nachhaltigkeit unter Strom steht

Interview mit Dr. Ludwig Dobmeier, Geschäftsführer der EDV- und Elektrotechnik Hardy Barth GmbH

Wenn Nachhaltigkeit unter Strom steht

Die Energiewende ist kein Zukunftsprojekt mehr – sie passiert jetzt. Die EDV- und Elektrotechnik Hardy Barth GmbH aus Birgland-Schwend steht seit 25 Jahren für technische Pionierarbeit in den Bereichen Photovoltaik,…

Visionäre Kunststofflösungen

Interview mit Martin Hierl, Geschäftsführer der TR PLAST GmbH

Visionäre Kunststofflösungen

Die TR PLAST GmbH, ein führendes Unternehmen der Kunststoffverarbeitungsbranche, ist spezialisiert auf die Entwicklung und Fertigung von maßgeschneiderten Kunststofflösungen – von der Prototypenentwicklung bis zur Serienfertigung. Im Gespräch mit Geschäftsführer…

Die Allrounder auf dem Bau

Interview mit Marei Kloss, Wirtschaftsfachwirtin der Kloss Bau GmbH

Die Allrounder auf dem Bau

Am Anfang standen eine Schaufel, eine Schubkarre und ein Traum: Fast 30 Jahre später ist aus der Kloss Bau GmbH ein etabliertes mittelständisches Bauunternehmen geworden, das die Herausforderungen der Zukunft…

Das könnte Sie auch interessieren

Glasfaser für die Zukunft

Interview mit Thomas Heitmann, Geschäftsführer der htp GmbH

Glasfaser für die Zukunft

Im Zuge der Digitalisierung ist eine stabile und zukunftsfähige Infrastruktur wichtiger denn je. In Niedersachsen sorgt die htp GmbH seit Jahrzehnten für leistungsfähige Netze – und hat mit dem Glasfaserausbau…

Von Rügen in die Welt: Breit­band für ländliche Regionen

Interview mit Rolf Hoffmann, geschäftsführender Gesellschafter der Kabel + Satellit Bergen Kommunikationstechnik GmbH

Von Rügen in die Welt: Breit­band für ländliche Regionen

Die Kabel + Satellit Bergen Kommunikationstechnik GmbH auf der Insel Rügen ist ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Entwicklung von Kommunikationsinfrastruktur in Deutschland. Mit einem klaren Fokus auf technologische Innovation und…

Im Herzen Mensch, im Kopf Cloud

Interview mit Jens Dreger, Mitglied Management Team teccle group

Im Herzen Mensch, im Kopf Cloud

Die Digitalisierung ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern tägliche Realität – und Herausforderung – für Unternehmen jeder Größe. IT muss funktionieren, sicher sein und sich der stetigen Veränderung anpassen.…

TOP