Mikronährstoffe: Basis für ein besseres Leben

Interview mit Julia Hoffmann, COO der Biogena GmbH & Co KG

Wirtschaftsforum: Frau Hoffmann, was verbindet Sie persönlich mit Biogena?

Julia Hoffmann: Ich kam über eine eigene Erfolgsgeschichte als Kundin zu Biogena und startete später als CSR-Managerin. Heute verantworte ich Wissenschaft und Produktentwicklung, Evidenz und Education, Regulatory Affairs, Marketing, HR und Markenrecht sowie Biogena Plaza und das Medical Day Spa. Zusätzlich moderiere ich den Podcast ‘The Wellbeing Code’ zu Prävention, Wohlbefinden und gesellschaftlichen Aspekten von Gesundheit.

Wirtschaftsforum: Was hat Biogena am stärksten geprägt?

Julia Hoffmann: Zwei Konstanten: evidenzbasierte Entwicklung und radikale Qualität. Sehr früh entschieden wir uns für autonome, halbmanuelle Produktion in der Biogena Good Health World bei

Salzburg nach dem Reinsubstanzen-Prinzip, also ohne technische Zusatzstoffe. Wir prüfen mehrstufig intern und seit über zehn Jahren zusätzlich durch das unabhängige LEFO-Institut. Transparenz ist Teil der DNA: Über große Fenster können Besucher während der Öffnungszeiten in die Produktion blicken.

Wirtschaftsforum: Worin liegt der Vorteil, alles selbst zu steuern?

Julia Hoffmann: Forschung, Entwicklung, Produktion und Logistik im eigenen Haus bedeuten Tempo, Qualitätssicherheit und Antwortfähigkeit. Unser Monatsversand wuchs von gut 2.100 Paketen (2012) auf rund 115.000 (Januar 2026). Für 2030 planen wir 500.000 – ohne bei Qualität zu kompromittieren und unabhängig von schwer kontrollierbaren Lieferketten.

Wirtschaftsforum: Wie übersetzen Sie ‘radikale Qualität’ in der Praxis?

Julia Hoffmann: Wir setzen auf hoch bioverfügbare Rohstoffe, Reinsubstanzen, strikte Prüfprozesse und das LEFO-Gütesiegel. Über 30.000 Ärzte und Therapeuten arbeiten komplementär mit unseren Präparaten. Das ist keine Alternativmedizin, sondern evidenzbasierte Ergänzung, die sich in Wirksamkeit und Verträglichkeit niederschlägt.

Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihr Portfolio heute aus?

Julia Hoffmann: Das Biogena Classic-Vollsortiment bietet über 320 evidenzbasierte Produkte – Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Pflanzenextrakte als Mono- und Kombipräparate. Ergänzend haben wir eigene Markenwelten aufgebaut. Biogena One ist unser 99-Ingredients-Green-Drink für die tägliche Versorgung, mittlerweile mit über 16.000 aktiven Abos. Für Breiten- und Leistungssport haben wir Biogena Sports entwickelt. Unter Biogena Aesthetics bündeln wir Lösungen für Inner Beauty, Zellschutz und Skin Longevity. Biogena Longevity adressiert Healthy Aging; ein Flaggschiff-Produkt erscheint im ersten Halbjahr. Mit Biogena Pets übertragen wir unsere Mikronährstoff-Expertise auf Hunde – Tropfen und Leckerlis, entwickelt mit unserer Inhouse-Tierärztin. Biogena Fit@Work bringt betriebliche Gesundheitsförderung als Paket aus Produkten, Services und Education.

Wirtschaftsforum: Wodurch unterscheidet sich Ihr Longevity-Ansatz?

Julia Hoffmann: Wir bleiben strikt evidenzbasiert. Unser neues Allroundprodukt berücksichtigt die Hallmarks of Aging und richtet sich an Menschen ab etwa 40 Jahren. Zwei Jahre Entwicklung und laufende Studienupdates flossen ein, mit Fokus auf Bioverfügbarkeit und sinnvolle Dosierungen. Grundlage sind eigene Daten: In den Biogena Good Health Studies (2020/21) analysierten wir 1.377 Personen per Vollblut und korrelierten mit validierten Fragebögen (WHO-5, DASS). So kennen wir Mängel bei Vitamin D, Magnesium, Eisen, Coenzym Q10 – und die Effekte einer Optimierung auf Schlaf, Stressresilienz und Herz-Kreislauf-Parameter.

Wirtschaftsforum: Wie erhöhen Sie Gesundheitskompetenz?

Julia Hoffmann: Mit zertifizierten Aus- und Weiterbildungen für Endkunden und Professionals. Den Kompaktkurs ‘Mikronährstoff-Coach’ bieten wir seit zehn Jahren auch online und on demand an. Neu sind modulare Masterclasses, etwa die Longevity Masterclass, die bereits im Presale 180 Buchungen erzielt hat. Als Nächstes folgen ein Darm-/Mikrobiom-Coach und ein Silent-Inflammation-Coach. Ziel ist barrierefreier Zugang zu qualitätsgesichertem Wissen.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Biogena?

Julia Hoffmann: Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig. Wir haben die erste Öko-Dose der Branche eingeführt, die aus Zuckerrohr-Abfällen besteht. Zudem setzen wir auf erneuerbare Energien in unseren Produktionsstätten und engagieren uns in sozialen Projekten, wie der Nutrition for Life Foundation, die benachteiligte Kinder unterstützt.

Wirtschaftsforum: Wie reagieren die Kunden auf Ihre Produkte?

Julia Hoffmann: Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Unsere hohe Verträglichkeit und die Qualität unserer Produkte führen zu einer hohen Weiterempfehlungsquote. Viele unserer Kunden sind bereit, in ihre Gesundheit zu investieren und suchen nach qualitativ hochwertigen Lösungen.

Wirtschaftsforum: Wie verbinden Sie Präsenz- und Digitalwelt?

Julia Hoffmann: Wir betreiben 30 Standorte in Österreich, Deutschland, London und den USA. Die Biogena Plaza, etwa an der Düsseldorfer Kö, vereint Produkte, Diagnostik und Treatments wie Hyperbar-Sauerstoff, Kryo, Mitochondrien-Training, IHHT und Red Light Treatment. Unsere Good Health Coaches beraten vor Ort; mit der App ‘MyBiogena Coach’ bringen wir dieselbe Qualität digital zu den Menschen.

Wirtschaftsforum: Wie entwickeln Sie sich wirtschaftlich und geografisch?

Julia Hoffmann: Wir beschäftigen aktuell 475 Mitarbeitende, erzielten 2025 rund 116 Millionen EUR Umsatz und peilen 162 Millionen EUR für 2026 an. In Salzburg bauen wir eine eigene Produktion für Biogena One und erweitern die Biogena Good Health World. International arbeiten wir über Distributionspartnerschaften in mehr als 70 Ländern, unter anderem in den VAE, China und Vietnam sowie in zahlreichen europäischen Märkten. Produkt- und Markenführung bleiben zentral gesteuert, made in Austria. Die PLAZA expandieren wir in Eigenregie, mit geplanten Standorten 2026 in Frankfurt und München.

Wirtschaftsforum: Wo setzen Sie Schwerpunkte?

Julia Hoffmann: Osteoporose ist ein gutes Beispiel. Wir kombinieren ultraschallbasierte Knochendichtemessungen, gezieltes Knochentraining und evidenzbasierte Supplements. Mit ‘Fight Osteoporosis’ verknüpfen wir Messungen, Webinare, einen neuen Atem-Schnelltest und passende Produkte. Studien belegen, dass Biogena OsteoCalcin Pro die Knochendichte nach sechs Monaten stabilisieren und in der Langzeiteinnahme um bis zu 2% steigern kann. Krafttraining, Ernährung sowie Vitamin D, Calcium und relevante Spurenelemente sind essenziell.

Wirtschaftsforum: Was raten Sie Menschen, die sich überfordert fühlen?

Julia Hoffmann: Beginnen Sie klein und bleiben Sie konsequent. 8.000 bis 10.000 Schritte täglich, zweimal wöchentlich Krafttraining, ausreichend trinken und regelmäßig diagnostisch hinschauen – idealerweise per Vollblut. Auf dieser Basis lässt sich individuell und sinnvoll supplementieren. Gesundheit ist ein aktiver Prozess, und gute Beratung hilft, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Gesundheit, Medizin & Pharma

Ein Leben für die Spagyrik

Interview mit Dr. Balmahnaden Gopalsamy Naidu, Geschäftsführer und Barbara Gopalsamy Naidu, Geschäftsführerin der PHYLAK Sachsen GmbH

Ein Leben für die Spagyrik

Von homöopathischen Essenzen bis hin zu Kosmetikartikeln widmet sich die PHYLAK Sachsen GmbH seit vielen Jahrzehnten der Herstellung alternativmedizinischer Produkte mit ausschließlichem Fokus auf die Spagyrik. Das Ehepaar Gopalsamy Naidu…

Dermatologische Expertise

Interview mit Christophe Steger, Geschäftsführer der Laboratoires Noreva GmbH

Dermatologische Expertise

Empfindliche Haut, Akne oder Rosazea – dermatologische Hautprobleme betreffen viele Menschen und verlangen nach wirksamen Lösungen. Die Laboratoires Noreva GmbH mit Sitz in Freiburg im Breisgau entwickelt medizinisch fundierte Dermokosmetik…

Die neue Intelligenz der Intralogistik

Interview mit Andreas Lindemann, Geschäfts­führer der NEURA Mobile Robots GmbH

Die neue Intelligenz der Intralogistik

Ob Industrie, Logistik oder Gesundheitswesen: Die effiziente Steuerung innerbetrieblicher Materialflüsse wird für Unternehmen immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. Moderne Transportrobotik schafft hier neue Möglichkeiten, Prozesse sicherer, flexibler und wirtschaftlicher zu gestalten.…

Spannendes aus der Region Salzburg

„Wir wollen den Change mitgestalten!“

Interview mit Mag. Rainer Trischak, Geschäftsführer der Porsche Informatik Gesellschaft m.b.H.

„Wir wollen den Change mitgestalten!“

Die Digitalisierung des Autohandels ist das große Thema der Porsche Informatik Gesellschaft m.b.H. Dabei umfassen die Kompetenzen Lösungen zur Finanzierung ebenso wie Teilelogistik, die Konfiguration eines Fahrzeugs oder Serviceleistungen. In…

Tee genießen und erleben

Interview mit Ruth al Wazzan, Geschäftsleiterin der Tea & Co. Handelsges.m.b.H.

Tee genießen und erleben

„Eine Freude, eine Emotion, ein Erlebnis, auf das man sich einlassen muss“, so beschreibt Ruth al Wazzan, Geschäftsleiterin der Tea & Co. Handelsges.m.b.H., den Genuss von hochwertigem Tee. Den kann…

Ein fetziger Auftritt der Ampulle

Interview mit Ing. Manuel Schindele, Geschäftsführender Gesellschafter der Pharma-Glas, Koniakowsky & Kuehr GmbH

Ein fetziger Auftritt der Ampulle

In der Pharma- und Kosmetikindustrie müssen Flüssigkeiten in kleinen und kleinsten Mengen hygienisch und sicher verpackt werden. Die Pharma-Glas, Koniakowsky & Kuehr GmbH aus Salzburg produziert Glasampullen, die höchsten Ansprüchen…

Das könnte Sie auch interessieren

Herzgesund wirksam, sanft im Alltag

Interview mit Ina Auramava, Associate Director Commercial der Wakunaga of Europe GmbH

Herzgesund wirksam, sanft im Alltag

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Deutschland – und doch gibt es viele Möglichkeiten, aktiv vorzubeugen. Immer mehr Menschen suchen nach natürlichen Wegen, ihre Vitalität zu stärken. Genau hier…

Von Bar bis Barista – warum Sirup der Star im Glas ist

Interview mit Stefano Sambito, Commercial Director der Monin Deutschland GmbH

Von Bar bis Barista – warum Sirup der Star im Glas ist

Getränkesirups erleben seit einigen Jahren ein wahres Comeback. Was einst als klassische Barzutat galt, hat sich heute als feste Größe in Cafés, Restaurants und auch in privaten Haushalten etabliert. Ob…

Von Emmerich in die Welt

Interview mit Jordi Queralt, Geschäftsführer der H. von Gimborn GmbH

Von Emmerich in die Welt

Vom Arzneimittelhersteller zur internationalen Katzenmarke: Seit 1855 hat sich die H. von Gimborn GmbH vom traditionsreichen Chemiebetrieb zu einem internationalen Spezialisten für Katzensnacks und Katzenstreu entwickelt. Geschäftsführer Jordi Queralt erklärt,…

TOP