Chemische Präzision in der Hygiene
Interview mit Dr. Georg Stapf, Geschäftsführer der ASiRAL GmbH & Co. KG

ASiRAL ist ein mittelständisches Unternehmen in 2. Generation mit Wurzeln in der chemischen Entwicklung. Gegründet von einem promovierten Chemiker, stand die kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten und Anwendungen von Beginn an im Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie. Erste Schwerpunkte lagen unter anderem bei Kettengleitmitteln für Transportbänder, bevor das Portfolio systematisch erweitert wurde. Heute formuliert und produziert ASiRAL Reinigungs- und Desinfektionsmittel für unterschiedliche Bereiche der Lebensmittelindustrie – von Molkereien und Brauereien bis hin zu Fleischverarbeitern und landwirtschaftlichen Betrieben. „Wir verstehen uns nicht als reiner Produktlieferant, sondern als technischer Partner, der chemische Expertise mit praxisnaher Anwendung verbindet“, so Dr. Georg Stapf.
Chemische Kompetenz, internationale Perspektive
Ein wesentlicher technologischer Schwerpunkt liegt im Einsatz von Chlordioxid als Desinfektionsmittel. ASiRAL hat früh in die Weiterentwicklung dieses Wirkstoffs investiert und eine patentierte Anlagentechnik etabliert, die das Chlordioxid zusätzlich aufreinigt und Nebenprodukte deutlich reduziert. Der Anlagenbau ist dabei bewusst als Teilaspekt organisiert und dient ausschließlich der sicheren Anwendung des Verfahrens. Gerade in sensiblen Prozessen – etwa bei der Aufkonzentration von Lebensmitteln – ist die Minimierung von Rückständen entscheidend für die Qualität des Endprodukts. „Lebensmittelsicherheit steht für uns immer über allem – deshalb müssen Prozesse chemisch präzise und technisch sauber abgestimmt sein“, betont Dr. Georg Stapf. In der Praxis kommen je nach Anlagentyp und Branche unterschiedliche Konzepte zum Einsatz – von mehrstufigen Verfahren in Rohrleitungssystemen bis hin zu schaumgestützten Oberflächenreinigungen in der Fleischverarbeitung. Der Vertrieb erfolgt überwiegend über einen eigenen, fachlich versierten Außendienst, ergänzt durch Präsenz auf Leitmessen wie der Braumesse in Nürnberg sowie auf kleineren Fachveranstaltungen. Social Media spielt eine untergeordnete Rolle, der persönliche Austausch bleibt zentral. Neben dem deutschen Markt ist ASiRAL in zahlreichen europäischen Ländern aktiv und baut weiter entfernte Märkte bewusst und schrittweise aus. Der Export wächst stetig, getragen von langfristigen Partnerschaften und dem Qualitätsversprechen „Made in Germany“. Parallel beschäftigen regulatorische Anforderungen, steigender administrativer Aufwand und die Sicherung qualifizierter Fachkräfte das Unternehmen. Nachhaltigkeit wird vor allem über Prozessoptimierung gedacht – etwa durch geringeren Chemieeinsatz, niedrigere Temperaturen und Energieeinsparungen.









