Regeln und Messen für eine bessere Umwelt

Interview mit Elmar Fritz, Geschäftsführer und Ralf Schröder, Leiter Service/Branchenexperte neue flüssige Brennstoffe der AFRISO-EURO-INDEX GmbH

„Heizungsanlagen mit Öl gibt es noch immer und sie werden so schnell auch nicht zu ersetzen sein. Doch Öl ist viel zu schade zum Verbrennen, sowohl im Bereich Wärmeerzeugung als auch in der Mobilität“, sagt Geschäftsführer Elmar Fritz, dessen Vorfahre Adelbert Fritz 1869 den Grundstein des Unternehmens im thüringischen Schmiedefeld legte. „Wir begleiten aktiv den Schritt hin zu einer Umstellung des fossilen Brennstoffs Heizöl auf neue, synthetische Brennstoffe, sogenannte ‘Green Fuels’, damit der verbleibende Heizölbedarf zukünftig durch alternative Brennstoffe gedeckt werden kann. Es ist viel sinnvoller, die vorhandene Technik nachhaltiger zu betreiben, als sie kurzfristig komplett zu erneuern.“

So können synthetische Brennstoffe eine Brückenlösung darstellen und hierzu bietet AFRISO heute schon Komponenten für Heizungs- und Tankanlagen, die ‘Green Fuels Ready’ sind, so das anerkannte neue Label der Heizungsindustrie in Deutschland.

Innovationen als Konstante

Doch damit ist die gesamte Kompetenz in der Mess-, Regel- und Überwachungstechnik im Unternehmen noch nicht ausreichend beschrieben. Darüber hinaus ist das Familienunternehmen, von der Familie Fritz inzwischen in 4. Generation geleitet, auch ein Vorreiter im Bereich Smart Home. Ein absolutes Highlight im Sortiment ist ein Wassersensor, der die Energie direkt durch eine Bewegung gewinnt: Er quillt auf. Dank dieser Bewegungsenergie kann ein Funksignal weitergegeben werden, sodass zusätzlich keine externen Energiequellen notwendig sind.

Auch im Hinblick auf den Umweltschutz ist das höchst interessant. Das alles hätte in den Ohren von Firmengründer Adelbert Fritz bei der Firmengründung 1869 sicher wie Zukunftsmusik geklungen. Er konzentrierte sich auf den Bau von Thermometern.

„Der Grundstein für das Unternehmen war gelegt. Doch im Laufe der Jahrzehnte, bestimmt durch historisch einschneidende Ereignisse wie etwa die beiden Weltkriege, ist AFRISO nie stehen geblieben“, so Elmar Fritz. „Es kamen später Instrumente für den Betrieb und die Überwachung von Brut- und Wärmeschränken hinzu, dann Kapselfedermanometer sowie Blutdruckmessgeräte oder auch Membran-Temperaturregler. Später dann Überfüllsicherungen, Leckwarnsysteme für die sichere Lagerung von Mineralölprodukten – hier war AFRISO etwa Marktführer mit einer Produktpalette, die klar Richtung Umweltschutz zielt.“

Alternativen zum Heizöl denken

Ganz wichtig wurden ab den 1970er-Jahren Produkte für den wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Umgang mit Heizungsanlagen. „Hier schließt sich fast wieder der Kreis zu heute, sind Komponenten für Heizungen doch einer unserer Schwerpunkte. Obwohl wir alle Arten von Heizungen bedienen, Wärmepumpen, Fernheizungen etc., liegt uns die Ölheizung heute noch am Herzen“, erklärt Ralf Schröder, Serviceleiter und Branchenexperte für die neuen flüssigen Brennstoffe. „Wir haben uns schon lange mit dem Gedanken auseinandergesetzt, dass es Alternativen zum Öl beziehungsweise Heizöl geben muss, die den Umweltanforderungen gerecht werden, soll heißen klimaneutral sind, um auch die von der Politik vorgegebenen Klimaziele zu erreichen, gleichzeitig aber auch die bestehenden Anlagen zu bedienen.“

Bereit für grüne Brennstoffe

Daher ist man bei AFRISO auch überzeugt, dass ein synthetischer Brennstoff notwendig ist, mag er auch nur eine temporäre Brückenlösung sein. „Für uns ist das eine optimale Lösung, denn unsere Komponenten sind heute bereits darauf geprüft, auch beim Einsatz von synthetischen Brennstoffen zu funktionieren. Hier wären wir wieder bei ‘Green Fuels Ready’. Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern haben wir Ölheizungen noch nicht komplett abgeschrieben. Wir arbeiten noch mit bestehenden Produkten, verbessern diese und bieten eben weitere Optionen wie Green Fuels“, ergänzt Ralf Schröder.

Sicherheit im Produktfokus

Um die Bedeutung des Heizölmarktes zu veranschaulichen, sind einige Zahlen sehr hilfreich: In Deutschland gibt es rund fünf Millionen Ölheizungen, jährlich werden 13 Millionen Tonnen Heizöl verbraucht. „Um den Austausch und den Übergang zu beschleunigen, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, bei den Komponenten unseren Kunden Sicherheit zu bieten, damit über einen begrenzten Zeitraum mit CO2-neutralem Brennstoff die Heizung weiter betrieben werden kann“, sagt Elmar Fritz. Dank der Komponenten von AFRISO kann eine doppelte Sicherheit gewährleistet werden, eine Sicherheit für den Menschen und auch eine Sicherheit im Bereich der Umwelt.

„Es werden also Meldungen gemacht, wenn etwas ausläuft oder austritt“, sagt Ralf Schröder. „So sind wir auch im Bereich Abgasmessung, tätig. Nehmen Sie die Beispiele Krematorien, Müllverbrennungsanlagen oder die Hochseeschifffahrt – hier werden bei der Verbrennung klimaschädliche Abgase erzeugt. Aber auch für die Industrie bieten wir stationäre Messlösungen. Zwar haben wir Standardprodukte, aber auf Kundenwunsch sind auch individuelle Lösungen möglich.“ Kunden sind nicht die Endverbraucher, sondern in erster Linie der Fachhandel, der Fachhandwerker und der Großhandel, während im Bereich Industrie eine Zusammenarbeit auch direkt mit den Systemanbietern erfolgt.

Das smarte Haus der Zukunft

Das Thema Smart Home ist in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gerückt. „Daher haben wir auch ein Start-up übernommen, der Name ist Codeatelier, das für uns eigene Applikationen programmiert“, so Elmar Fritz. „Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass wir nicht nur Sensoren entwickeln, die auf bestimmte Heizungssysteme begrenzt sind, sondern die dank Verwendung von Funkstandards wie EnOcean herstellerübergreifend eingesetzt werden können. Diesem Prinzip folgt auch unser Gateway, in dem auch WLAN-, Zigbee- oder Z-Wave-Sensoren eingebunden werden können.“

Ein Wassersensor, der ohne zusätzliche Batterien funktioniert, ist ein gutes Beispiel für das Haus der Zukunft. „Er kann ein Signal senden, wenn ein Wasserschaden entsteht. Dazu nutzen wir Quellscheiben, die aufquellen, wodurch eine Hebelwirkung entsteht. Aus dieser Bewegung entsteht die Energie, die dann ein Funksignal senden kann. Das ist eine sehr interessante Lösung im Bereich Umweltschutz.“

AFRISO wird auch weiterhin mit Innovationen wie diesen auf sich aufmerksam ma¬chen. Ein Thema für die Zukunft ist der hydraulische Abgleich. „Ziel ist es, ein Gebäude so energieef¬fizient wie möglich zu machen“, unterstreicht Elmar Fritz. „Hier¬zu bietet unsere Tochterfirma GAMPPER die entsprechenden Komponenten und wir werden gemeinsam weitere Produkte entwickeln.“

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