Wo Gewicht nicht stillsteht, entscheidet Präzision

Interview mit Filipe Lourenço, CEO und Michael Kuster, Marketing Director der DIGI SENS Switzerland AG

Die DIGI SENS Switzerland AG entwickelt und produziert hochpräzise Sensortechnologie für dynamische Messverfahren. Seit der Gründung im Jahr 1993 fokussiert sich das Unternehmen auf das Wiegen in Bewegung. Basis ist eine vom Firmengründer übernommene und früh industrialisierte Sensortechnologie, die kontinuierlich weiterentwickelt wird. Eigentümer ist der Firmengründer, der Schweizer Unternehmer Martin Lustenberger. Entwickelt und gefertigt wird überwiegend in der Schweiz, ergänzt durch eine Produktionsstätte in der Slowakei. DIGI SENS beschäftigt rund 35 Mitarbeitende und erzielt einen Exportanteil von 80 bis 90%.

Messen in Bewegung 

Im Zentrum aller Lösungen steht eine Sensortechnologie mit schwingender Saite. „Wir bewegen uns sehr bewusst in spezialisierten Nischen und positionieren unsere Lösungen dort, wo Standardansätze nicht ausreichen“, so Michael Kuster. Erste Einsatzfelder lagen in der politisch und regulatorisch getriebenen Abfall- und Kreislaufwirtschaft, während die Logistik vor allem kosten- und effizienzgetrieben ist. Weitere Anwendungen finden sich im Aufzugsbau als OEM-Lieferant sicherheitsrelevanter Komponenten, in industriellen Prozessen sowie in der Logistik, die sich von papierbasierten Abläufen über QR-Code-Lösungen bis hin zu voll automatisierten Systemen entwickelt hat. „Das Messen in Bewegung ist Kern unserer technologischen Ausrichtung“, sagt Filipe Lourenço. Digitalisierung ist dabei ein zentrales Thema: DIGI SENS bietet Standardschnittstellen wie SOAP sowie EDI- und EDIFACT-Anbindungen zur ERP-Integration. Künstliche Intelligenz befindet sich noch am Anfang, wird jedoch strategisch weiterentwickelt; auch intern werden digitale Prozesse gezielt zur Effizienzsteigerung genutzt. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten ist eine gewisse Investitionszurückhaltung spürbar. Gleichzeitig bleiben die Lösungen gefragt, da sie Einsparungen ermöglichen oder zusätzliche Umsätze generieren. Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung: Die Produkte sind reparierbar, Ersatzteile auch für über 20 Jahre alte Systeme verfügbar, das Unternehmen produziert eigenen grünen Strom und rund 80% der Firmenfahrzeuge sind elektrisch. Innovation versteht DIGI SENS als funktionalen, bewusst unauffälligen Mehrwert, der Prozesse vereinfacht. Ziel ist ein integriertes Ökosystem aus Sensorik, Mechanik, Elektronik, Software, Cloud-Lösungen und Services. Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen vor allem in neuen Märkten und Regionen sowie in der weiteren Diversifikation seiner Anwendungsfelder.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Verbindungen mit Weitblick

Interview mit Markus Menzi, Geschäftsführer der Bartholet Ropeways AG

Verbindungen mit Weitblick

Seilbahnen gewinnen als innovative Lösung für den urbanen Transport weltweit an Bedeutung. Sie entlasten bestehende Verkehrsnetze, überwinden geografische Hindernisse effizient und bieten eine nachhaltige Alternative im öffentlichen Nahverkehr. Besonders in…

"Wir denken Immobilien über Jahrzehnte hinweg"

Interview mit Peter Biskupek, geschäftsführender Gesellschafter der BSM GmbH

"Wir denken Immobilien über Jahrzehnte hinweg"

Steigende Baukosten, neue Nachhaltigkeitsanforderungen und veränderte Nutzungsbedürfnisse verändern den Immobilienmarkt spürbar. Die BSM GmbH mit Sitz in Darmstadt setzt seit rund fünf Jahrzehnten auf einen langfristigen Ansatz statt kurzfristige Projekte.…

BMW im Herzen, Weitblick im Gepäck

Interview mit Julian Schnapp, Prokurist der Autohaus Sperber GmbH & Co. KG

BMW im Herzen, Weitblick im Gepäck

Steigende Kosten, neue Marken, unsichere Politik – der Autohandel ist kein einfaches Pflaster. Autohaus Sperber aus Bamberg trotzt dem Gegenwind: Mit durchschnittlich 10 bis 12% Wachstum pro Jahr…

Spannendes aus der Region Murten

Wenn Wolken Wellen schlagen

Interview mit Pascal Schmid, Geschäftsführer der netrics AG

Wenn Wolken Wellen schlagen

Die Cloud als Speicherort für Daten gewinnt für immer mehr Unternehmen an Attraktivität. Durch das Auslagern von großen Datenmengen können sie auf eine aufwendige und teure IT-Infrastruktur verzichten. Die Platzhirsche…

Offene Systeme dienen dem Kunden

Interview

Offene Systeme dienen dem Kunden

Um ihre Kunden zufrieden zu stellen, hat sich die Saia-Burgess Controls AG (SBC) einem bemerkenswerten Modell verschrieben: Das Unternehmen mit Sitz im schweizerischen Murten setzt konsequent auf offene Technologiestandards –…

Stille Helfer made in Switzerland

Interview mit Sandro Meier, Geschäftsführer der Hefe Schweiz AG

Stille Helfer made in Switzerland

Backhefe ist ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Lebensmittelherstellung und spielt insbesondere im Bäckerhandwerk eine zentrale Rolle. Der kleine Würfel ist ein lebender Zellorganismus, ein stiller Helfer, der Brot locker, aromatisch…

Das könnte Sie auch interessieren

Ein Quanten­sprung voraus

Interview mit Marco D’Aquino, Mitglied der Geschäftsleitung der Distek Strumenti & Misure s.r.l.

Ein Quanten­sprung voraus

Während Europa nach mehr technologischer Souveränität strebt und Quantentechnologien strategisch an Bedeutung gewinnen, zeigt ein mittelständisches Unternehmen aus dem süditalienischen Neapel, wie sich Innovationskraft, technisches Know-how und familiäre Unternehmenskultur erfolgreich…

Sehen, was sonst verborgen bleibt

Interview mit Dr. René Heine Geschäftsführer der Cubert GmbH

Sehen, was sonst verborgen bleibt

Chlorophyllgehalt in Pflanzen messen, Hämoglobinfluss verfolgen oder Kontaminationen erkennen – die Ulmer Firma Cubert macht mit hyperspektraler Bildgebung das Unsichtbare sichtbar. Ihre Spezialkameras führen komplette chemische Analysen in Echtzeit durch,…

Weltweit im Einsatz: Sensorik für Extreme

Interview mit Dr. Holger von Both, CEO und Yves Böhme, CFO der Sensor Technik Sirnach AG

Weltweit im Einsatz: Sensorik für Extreme

Extreme Bedingungen sind ihr Alltag: Bei STS dreht sich alles um Sensoren, die zuverlässig in Raketenantrieben, in der Tiefsee oder in hunderte Meter tiefen Brunnen arbeiten – überall dort, wo…

TOP