Wärme aus und für die Region
Interview mit Thomas Kronberger, Geschäftsführer der ESW Energiesparwerk GmbH & Co. Biotherme Altötting KG

„Wir waren damals gewissermaßen die Exoten“, erinnert sich Thomas Kronberger, Geschäftsführer von ESW. In einer Stadt mit flächendeckender Gasversorgung auf Biomasse zu setzen, war 1995 alles andere als selbstverständlich. Dennoch versorgt ESW die Region seither mit Fernwärme. 90% der Objekte liegen in Altötting, 10% in Neuötting. Mit Blick auf die kommunale Wärmeplanung ist Altötting anderen Städten Jahre voraus. Bereits über die Hälfte der städtischen Wärmeversorgung läuft über das ESW-Netz.
Komplettlösung aus einer Hand
Was ESW von klassischen Energieversorgern unterscheidet, ist der ganzheitliche Ansatz. „Wir leben nicht nur vom Vertrieb“, betont Thomas Kronberger. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine Komplettlösung: Von der Planung über den Anschluss bis zur Wartung kommt alles aus einer Hand.
Fokus auf Biomasse
Die Wärmeproduktion basiert auf zwei Biomassekesseln, die seit 2005 in Betrieb sind und rund 90% der benötigten Energie aus regionalen Hackschnitzeln gewinnen. Zusätzlich produziert ESW rund 6,5 Millionen kWh Strom, die ins öffentliche Netz eingespeist werden. Der Name Energiesparwerk ist Programm: „Wir möchten, dass die Leute, die bei uns angeschlossen sind, Energie sparen“, betont der Geschäftsführer. Denn je effizienter die angeschlossenen Gebäude saniert sind, desto mehr neue Objekte kann das Unternehmen versorgen. „Unser Name hat heute mehr Programm als vor zehn Jahren.“
Regionalität als Erfolgsrezept
Die Ukrainekrise und die Gasknappheit haben die Stärken des regionalen Ansatzes noch deutlicher gemacht. „Die Bevölkerung hatte eine große Unsicherheit: Bekommen wir überhaupt noch Gas?“, erinnert sich Thomas Kronberger. ESW konnte durchgehend liefern, auch nach einem Brand im Januar 2020, der das Unternehmen hart traf. „Die Bürger haben seitdem ein viel besseres Gefühl für unser Unternehmen“, sagt der Geschäftsführer. Die regionale Wertschöpfungskette sorgt dafür, dass das Geld in der Region bleibt: Umliegende Firmen arbeiten für ESW, 18 Arbeitsplätze sind direkt vor Ort entstanden. „Wenn ich Heizöl beziehe, geht ein Teil der Kosten in die Emirate. Was da passiert, bleibt nicht in der Region“, bringt es Thomas Kronberger auf den Punkt. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen und blickt gleichzeitig nach vorn. Bis 2030 will ESW 1.000 Objekte in der Region versorgen.









