Digitalisierungsexperten aus eigener Erfahrung

Interview mit Martin Friedrich, Geschäftsführer der Cegeka Deutschland GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Friedrich, mit Data, Infrastruktur und Applications bewegt sich Cegeka in drei Themenfeldern, an denen heute kaum ein Unternehmen mehr vorbeikommt. Welche Leistungen bieten Sie dabei genau im Markt an?

Martin Friedrich: Im Applikationsbereich engagieren wir uns mit unseren eigenen Digital Factorys in der Entwicklung und Modernisierung von Individualsoftware in den klassischen Technologie-Stacks. Wegweisend sind für uns an dieser Stelle ganz klar Modern Apps, schließlich sind die Anwender heute bestens mit der nahtlosen Usability weithin bekannter Apps für das Onlinebanking oder die Buchung von Reisen vertraut und verlangen eine ähnlich elegante Benutzererfahrung inzwischen in jedem Kontext – hier ist Cegeka mit seiner gewachsenen Kompetenz sicherlich besonders stark aufgestellt.

Wirtschaftsforum: Und in den anderen Bereichen Ihrer Unternehmenstätigkeit?

Martin Friedrich: Im Infrastruktursegment bilden wir mit insgesamt sechs Rechenzentren vornehmlich klassische Projekte wie Managed Services ab, in deren Zuge wir auch ein Full Outsourcing anbieten können – ein wichtiges Zukunftsthema liegt in dieser Sparte natürlich in entsprechenden Cloud-Systemen. Unsere Datenexpertise ist derweil vor allem von Big Data-Themen sowie Business Intelligence und Business Analytics geprägt und stellt nicht zuletzt dank der vielfältigen und weiter rasant zunehmenden Möglichkeiten der KI ein besonders starkes Wachstumsfeld für uns dar. Die einzelnen Elemente dieses umfassenden Leistungsspektrums sind jedoch nicht isoliert voneinander zu verstehen, sondern ergänzen sich insbesondere im erforderlichen Know-how wechselseitig und werden zudem von den Querschnittsthemen Konnektivität und Security durchzogen, in die sich Cegeka ebenfalls wirksam einbringt.

Wirtschaftsforum: Die vielfältigen Herausforderungen der digitalen Transformation sind Cegeka nicht zuletzt aus eigener Erfahrung bestens bekannt.

Martin Friedrich: Durch das starke Wachstum, in dessen Zuge auch zugekaufte Unternehmen in die bestehenden Strukturen von Cegeka integriert werden mussten, kennen wir die damit verbundenen Problemstellungen in der Tat sehr gut. Auch bei Cegeka Deutschland handelt es sich um eine solche Akquisition, nachdem die vormalige Brain Force Software GmbH, die bereits über drei Jahrzehnte lang in Deutschland, Österreich und Italien auf dem Markt präsent war, vor zehn Jahren in der Cegeka aufging. Während wir dabei unsere gewachsenen Geschäftsfelder in der deutschen Luftfahrtbranche sowie Versicherungswirtschaft einbrachten, profitierten wir gleichsam vom Zugang zu umfassenderen Portfolioeinheiten, durch die wir unsere Kunden nun noch holistischer unterstützen konnten.

Wirtschaftsforum: Die Übernahme der Brain Force stellte dabei nur eines von mehreren M&A-Projekten von Cegeka dar.

Martin Friedrich: Und das macht umfassende konzernweite Digitalisierungsmaßnahmen zwingend notwendig. Um künftig global mit einer Sprache sprechen zu können, haben wir deshalb vor vier Jahren die Kommunikationsplattform Cegeka One eingeführt und werden ab nächstem Jahr zudem international mit einem zentralen CRM-System operieren. Ab 2027 werden wir außerdem in der gesamten Gruppe ein zentrales ERP-System einsetzen. Ähnliche Szenarien und Digitalisierungsmöglichkeiten finden wir auch regelmäßig bei unseren Kunden vor, weshalb wir dort oftmals unsere unternehmensinternen Erfahrungen spiegeln können – insbesondere auch im agilen Management, auf das wir selbst bereits seit etlichen Jahren setzen und wozu wir auch entsprechende Coachings anbieten.

Wirtschaftsforum: Welche Zukunftsthemen werden in den nächsten Jahren von besonderer Bedeutung sein?

Martin Friedrich: Cegeka ist in den letzten Jahren sehr schnell gewachsen und hat in diesem Zuge die Milliardenmarke beim Jahresumsatz bereits hinter sich gelassen. An diesem starken Wachstumskurs wollen wir festhalten und dazu gerade auch in Deutschland auf weitere Akquisitionen setzen. Inhaltlich wird sicherlich das Thema ESG noch viel stärker an Präsenz gewinnen – damit beschäftigt sich Cegeka schon seit vielen Jahren, und zwar nicht allein, weil wir aufgrund unserer schieren Größe zukünftig entsprechende Reportings vorlegen müssen, sondern vielmehr weil wir einen spürbaren Nutzen darin sehen, etwa durch Effizienzsteigerungen beim Energieverbrauch in unseren Rechenzentren und der sukzessiven Umstellung auf E-Mobilität, wenn die örtlichen Rahmenbedingungen im jeweiligen Land dies zulassen. Was uns weiterhin bestimmen wird, ist unser klarer Fokus auf den Menschen, nicht zuletzt in der Beziehung zu unseren Mitarbeitern: Denn nur wer neben einer starken Fachexpertise auch eine ausgeprägte soziale Kompetenz mitbringt, kann etwas bewirken!

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