Mit der richtigen Härte zum Ziel

Interview mit Attilio Puggina, Sales Director der Sinter Sud SPA

„Unser Produkt hat ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten. Vor allem wird es im Bereich der Präzisionsmechanik verwendet, und dort größtenteils in der Automobilindustrie und den damit verknüpften Bereichen“, führt Attilio Puggina an.

Der Sales Director von Sinter Sud ist seit 2010 im Unternehmen. „Anfangs hatten wir eine große Bandbreite an Produkten aus nicht hochtechnologischem Hartmetall gefertigt, damals noch stark für den Bergbau. In den letzten 20 Jahren haben wir einen großen technologischen Sprung gemacht und eine neue Produktart entwickelt: Wir fertigen heutzutage Rundstäbe sowie Quadrat- und Rechteckstäbe aus Hartmetall, zum Beispiel für die Produktion von Fräsen für den Maschinenbau.“

Für Attilio Puggina war und ist es wichtig, das Unternehmen in seiner Position als Experte über die Grenzen von Italien hinweg bekannt zu machen. „Immer mit Unterstützung meines Verkaufsnetzes sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe ich ein internationales Verkaufsnetz implementiert. Wenn ich neun oder zehn Jahre zurückblicke, waren wir international kaum präsent, sondern sehr auf den nationalen Markt konzentriert. Das lag auch daran, dass wir die einzigen in Italien sind, die solche Produkte dort herstellen. Deshalb haben wir dort einen sehr starken Stand. Aber da der italienische Markt begrenzt ist, war dort weiteres Wachstum schwierig. Um uns zu entwickeln, mussten wir eine gute Exportstrategie schaffen. Wir haben weltweit an den wichtigsten Fachmessen teilgenommen, um uns bekannt zu machen. Damit sind wir immer sichtbarer geworden und interessant für Handelsvertreter und Vertriebspartner auf dem internationalen Markt. Diese Position wollen wir natürlich noch weiter ausbauen“, so der Sales Director.

Da Sinter Sud nicht auf eine bestimmte Branche festgelegt ist, sieht Attilio Puggina in der Internationalisierung großes Potenzial.

Markt in Bewegung

„Unser Leistungsspektrum richtet sich nach verschiedenen Branchen und ihren Ansprüchen aus. Wir stellen Produkte für Metalle und Metalllegierungen sowie deren Bearbeitung her, zudem bieten wir Produkte für die Holzbearbeitung und Produkte für den Bergbau, beispielsweise für Bohrungen oder das Steinschneiden. Um uns mit den Branchen weiterzuentwickeln, haben wir eine interne R&D-Abteilung für Produktinnovationen geschaffen. Unsere Produkte werden immer aktualisiert. Wir fertigen diverse Produktfamilien in verschiedenen Graden für unterschiedliche Anwendungen an. Diese detailgenaue Aufteilung macht unser Produktspektrum so vielseitig. Ferner legen wir Wert auf maximale Sorgfalt bezüglich der Qualität des Rohmaterials, Hier haben wir sogar Kooperationen mit Universitäten geschaffen, um bei der Materialentwicklung die bestmögliche Qualität zu erzielen. Sie sind schließlich im Bereich Präzisionsmechanik tätig. Dieser Bereich ist immer in Bewegung; es gibt viele Veränderungen. Auf diese müssen wir uns laufend einstellen“, erläutert der Sales Director.

Attilio Puggina
„Unsere Produkte und das Material sind nahezu immer verfügbar; Bestellungen in Europa können binnen 24 Stunden geliefert werden.“ Attilio PugginaSales Director

Um weiter marktfähig zu bleiben, spielt auch Fachpersonal eine wichtige Rolle, wie Attilio Puggina weiß: „Aktuell sind rund 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Sinter Sud tätig. Es ist sehr kompliziert, qualifiziertes Fachpersonal zu rekrutieren, da wir in einem sehr spezialisierten Nischenmarkt tätig sind. Ferner liegt unsere Firmenzentrale nicht in der Nähe einer großen Stadt, somit ist die Lage kein Punkt, der alleinstehend überzeugt. Wir bieten in Zusammenarbeit mit der Universität von Neapel ein R&D-Programm an, zudem wenden wir uns auch an Recruiting-Agenturen. Neue Mitarbeiter, gerne mit einem Hintergrund in den Bereichen Mechanik/Maschinenbau und Chemie, werden die ersten sechs Monate intern geschult. Wer also die Voraussetzungen mitbringt, dem geben wir intern das nötige Know-how weiter.“

Außerhalb von Italien sieht der Sales Director Deutschland als wichtigsten Markt für Sinter Sud an. „Dort generieren wir fast zwei Millionen EUR unseres Umsatzes. Das ist angesichts des dortigen Marktpotenzials noch recht wenig, da Deutschland führend im applikativen Bereich unserer Produkte ist. Unser Ziel ist es daher, diesen Markt weiter ausbauen. Allerdings befindet sich in Deutschland auch ein Großteil unserer Konkurrenz, die eine ähnliche Qualität anbietet. Unsere Strategie wird es daher sein, über den Preis zu punkten sowie mit der Verfügbarkeit der Produkte und Materialien. Wir haben stets 75 t Material in unserem Lager verfügbar.“

Auch hinsichtlich des Gesamtwachstums von Sinter Sud hat der Sales Director konkrete Pläne: „Wir sind zufrieden mit unserer Wachstumsentwicklung. Wir sind in den letzten zehn Jahren im Schnitt um 9 bis 10% jährlich gewachsen. Uns ist es wichtig, nicht besonders schnell zu wachsen, sondern jedes Jahr ein nachhaltiges Wachstum zu verzeichnen.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Effizienz mit klaren Strukturen

Interview mit Tilla Schröder, Gesellschafterin und Geschäftsführerin der profiforms gmbh

Effizienz mit klaren Strukturen

Unternehmen stehen unter hohem Kostendruck und müssen ihre Prozesse schneller, effizienter und zugleich rechtssicher gestalten. Die profiforms gmbh aus Leonberg entwickelt Lösungen für das Customer Communication Management. Sie verbindet Input-…

Lernen, das zum Leben passt

Interview mit Robin Marsch, Chief Commercial Officer der velpTech GmbH

Lernen, das zum Leben passt

Weiterbildung nach dem Gleichschrittprinzip? Für velpTEC greift das zu kurz. Der Bildungsanbieter setzt auf individuelle Lernwege, Praxisnähe und persönliche Begleitung. Chief Commercial Officer Robin Marsch sieht darin mehr als ein…

Prozesse für die Märkte von morgen

Interview mit Markus Mohr, Geschäftsführer der IPCO Germany GmbH

Prozesse für die Märkte von morgen

Ob Schokolade, Wäscheparfüm, Chemikalien, Batterietechnik oder Recycling: Mit seinen Anlagen macht IPCO unterschiedlichste Produkte industriell verarbeitbar. Am Standort Fellbach verbindet das Unternehmen jahrzehntelange Erfahrung in der Stahlband- und Prozesstechnik mit…

Spannendes aus der Region Sant’Agata de’ Goti (BN)

Ganzheitlich statt nur natürlich

Interview mit Miriam Sirleto, Gründerin von Zen Anima Naturale My Benefit S.r.l.

Ganzheitlich statt nur natürlich

Der Markt für Naturkosmetik und ganzheitliche Gesundheitsprodukte wächst stetig – doch zwischen kleinen Nischenanbietern und globalen Konzernen klafft oft eine Lücke. Die My Benefit s.r.l. aus Reggio Emilia, Italien, besetzt…

Fashion-Vertrieb mit Gespür für Märkte

Interview mit Vieri Da Fano, Geschäftsführer der Zucchero e Scimmie Srl

Fashion-Vertrieb mit Gespür für Märkte

Fashion ist ein Geschäft mit Emotionen, aber auch mit Präzision, Timing und internationaler Marktkenntnis. Die Zucchero e Scimmie Srl aus Bagno a Ripoli bei Florenz hat sich seit 2007 als…

Architektur, die Vertrauen schafft

Interview mit Daniel Seppi, CEO der Dreika AG

Architektur, die Vertrauen schafft

Die Bankenwelt verändert sich rasant. Digitale Angebote gewinnen an Bedeutung, Filialnetze werden neu geordnet und die persönliche Beratung konzentriert sich zunehmend auf komplexe Anliegen. Für die Dreika AG ist dieser…

Das könnte Sie auch interessieren

Mit KI auf dem Prüfstand

Interview mit Dr. Christian Artmann, CEO der ibg Prüfcomputer GmbH

Mit KI auf dem Prüfstand

Die ibg Prüfcomputer GmbH zählt zu den Technologieführern in der Wirbelstromprüfung. Das Unternehmen entwickelt Systeme zur zerstörungsfreien Materialprüfung und ist weltweit in einer hoch spezialisierten Nische aktiv. Im Gespräch erläutert…

Vier Säulen, ein Fundament

Interview mit Boris Wehner, Geschäftsführer der Wehner Metalltechnik GmbH & Co. KG

Vier Säulen, ein Fundament

Wenn auf Straßen Öl ausläuft, rücken Spezialmaschinen aus. Sie kommen nicht selten aus dem Hause Wehner Metalltechnik. Was als Kfz-Betrieb begann, hat sich über Jahrzehnte zu einem vielseitigen Metallverarbeitungsunternehmen entwickelt,…

Die digitale Werkbank der Industrie

Interview mit Simon Knoche, Vertriebsleiter DACH der 247TailorSteel Deutschland GmbH

Die digitale Werkbank der Industrie

Die metallverarbeitende Industrie steht unter hohem Veränderungsdruck. Schwankende Materialpreise, kürzere Lieferfristen und steigende Anforderungen an Flexibilität und Nachhaltigkeit prägen den Markt. Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten, Beschaffungs- und Produktionsprozesse…

TOP